Volltext : Kriegsamtliche Mitteilungen und Nachrichten. Nr. 40-50 (4)

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*  Rommunawerbände  und  Mleassentransporte
  von  Lebensmitteln.

Kriegsminsisterlum.
ellenbahn-Kbtellung.
140.  J.  18.  RE.  bom  3.  3.  1918.

Schon  wiederholt  ist  an  dieser  Stelle  die  Forderung  erhoben
  worden,  daß  bei  den  derzeitigen  großen  Verkehrsund
  Betriebsschwierigkeiten  auf  den  Eisenbahnen  unwirtschaftliche
  und  unzweckmäßige  Transporte  unbedingt  vermieden
  werden  müssen.  #

Viele  Kommunalverbände  verstoben  hlergegen  immer
noch  insofern,  als  sie  Massentransporte  von  Lebensmitteln
zunächst  an  die  Kreisstadt  leiten  lassen  und  sie  von  hier  aus
un  die  einzelnen  Verbrauchsgemeinden  weiterverfrachten.
In  gleicher  Weise  wird  bei  den  größeren  Städten  mit
mehreren  Bahnhöfen  beobachtet,  daß  sie  die  Sendungen  zunachst
  an  einen  Bahnhof  abrichten  lassen,  um  sie  dort
abzunehmen,  und  daß  sie  dann  erst  die  Wagen  anderen
—s  äuführen  lassen,  wo  die  Wugen  entladen  werden
ollen.

Demgegenüber  muß  mit  allem  Nachdruck  darauf  hingewiesen
  werden,  daß  es  zur  Herbeiführung  eines  beschleunioten
  Wagenumlanfs  und  zur  glatten  Abwicklung  des
Betriebsdienstes  unbedingt  geboten  ist,  die  für  die  einzelnen
Verbrauchsgemeinden  erforderlichen  Lebensmittelsendungen,
sofern  volle  Wagenladungen  in  Betracht  kommen,  ihnen  unmittelbar
  von  den  Versamstationen  zuzuführen  und  die  bisber
  noch  bielfach  üblichen  Weiterverfrachtungen  zu  verneiden.


Die  unmittelbare  Zuleitung  ist  besonders  für  die  jetzt
wieder  einietzenden  größeren  Kartoffelfendungen  von
Krößter  Bedeutung.  Die  Kriegsamtstellen  werden  daher  ersucht,
  auch  ihrerfeits  die  Kommnnalverbände  anzuhalten,  daß
sie  mit  den  Lieferkreisen  rechtzeitig  vereinbaren,  daß  die
Zufuhren  seweils  an  die  einzelnen  Bedarfsgemeinden  und
nicht  zunächst  an  die  Kreisstadt  erfolgen.

"%  Beschleunigte.  Entladung  der
Güterwagen.

(Weitere  Erfahrungen  der  Kriegsamtftellen.)
Kriegsministerlum.
Ellenbahn-HKbtellung.

Nrr.  4642.  2.  13.  Re.  vom  20.  2.  198.

Ruszug.

I.  Notwendigkeit  der  Selbsthilfe.

..  Die  Durchführung  des  Grundsatzes  der  Selbsthilfe  des
einzelnen  Betriebes  durch  Heranziehung  der  eigenen  Arbeiier
  bei  plötziich  eintretenden  Entladeschwvicrigleiten  machte
namentlich  im  Bezirk  der  Kriegsamtstelle  Magdeburg  bemerkenswerte
  Fortschritte.  Donk  dieser  Einrichtung  konnten
fast  samtliche  misitärischen  Entladekommandos  zurückgeza—
gen  merden.  Nur  einige  wenige  Firmen  haben  um  deren
weitere  Belassung  gebeten.  Die  Dringlichkeit  der  Gesuche
wird  zur  Zeit  an  Ert  und  Stelle  von  einem  Beauftragten
ber  Verfehrsableilung  der  Kriegsamtstelle  nachgeprüft.  Auch
#  Kriegsamtstellen  Coblenz,  Dresden,  Frankfurt  a.  M.

Kriegsamt,  frmiliche  Mittellungen  und  Machrichten  Uummer  46

Leipzig  und  die  Kriegsamtstelle  Diedenhofen  haben  mit  besonderem
  Nachdruck  auf  die  Weiterverbreitung  dieser  Form
des  Notladedienstes  hingearbeitet.  Irgend  welche  Widerstände
  seitens  der  Arbeiterschaft,  auch  der  gelernten  Arbeiter,
  traten  dabei  nirgends  hervor.

II.  Hilfeleistung  der  Kriegsamtstellen.
A.  Militärische  Entladekolonnen.

Die  Inanspruchnahme  der  militärischen  Entladerommandos
  geht  entsprechend  der  Vervollkommnung  der  anderen
  Hilfsaktionen  inmmer  weiter  zurück.  In  allen  Bezirken
  hielten  sich  die  Gestellungen,  mit  Ausnahme  von  Rheinland-Westfalen,
  in  engen  Vrenzen.  Im  Bezirk  der  Kriegsamtstelle
  Leipzig  sind  in  Leipzig,  Chemnitz,  Plauen  und
Zwickaou  Kontrollunteroffiziere  eingesetzt  worden,  die  auf
die  volle  und  sachgemäße  Ausnutzung  der  Kommandos  für
die  bei  der  Anforderung  angegebenen  Zwecke  sowie  auch
darauf  zu  achten  haben,  daß  militärische  Hilfsfräfte  nur
in  den  allerdringendsten  Notfällen  gestellt  werden.

Bezüglich  der  Heranziehung  von  Urlaubern  zur  freiwilligen
  Uebernahme  von  Ladearbeitern  mird  dem  Bericht
der  Kriegsamtstelle  Magdeburg  entnommen,  daß  sich  in
Magdeburg  in  der  Woche  vom  14.  bis  30.  Januar  16  Urlauber,
  in  der  Woche  vom  21.  bis  26.  Januar  28  Urlauber,
in  Halle  a.  S.  in  der  gleichen  Zeit  25  Urlauber  zum  Ladedienst
  gemelbdet  haben  und  auch  beschäftigt  worden  sind,
In  den  übrigen  Garnisonorten  gingen  nur  vereinzelte  Meldungen
  ein.  —  Wenn  sich  auch  gezeigt  hat,  daß  die  Urlauber,
  sofern  sie  überhauot  Arbeiten  übernehmen  wollen,  in
der  Regel  bei  ihren  früheren  Arbeitgebern  hinreichende
und  lohnende  Beschäftigung  finden,  und  daher  eine  wesentliche
  Hilse  nicht  erwartet  werden  kann,  so  ist  doch  der  erzielte
  Erfolg  immerhin  beachtenswert,  zumal  die  Beschaffung
  der  Arbeitskräfte  auf  diesem  Wege  gar  keine  Schwie-B.

  Heranzielung  von  Kricgsgefangenen.

RAußer  im  Bezirk  der  Kriegsamtstelle  Frankfurt  a.  M.
hat  die  Heranziehung  von  Kriegsgefangenen  ledialich  für
Entladungszwecke  nur  in  Mannheim  größere  Bedeutung  erlangt.
  Dort  ist  auf  Veranlalsung  der  Kriegsamtnebenstells
von  der  Handelskammer  und  der  Stadtverwaltung  für  die
Gestellung  von  Kriegsgefangenen  eine  Entladestelle  G.  m.
b.  H.  gegründet  worden,  die  die  Aufgabe  hat,  Kriegsgefangene
  für  dringende  Arbeiten,  insbesondere  für  das  Beund
  Entladen  der  Eisenbahnwagen  zur  Verfügung  zu  halten
und  sie  an  die  Firmen  abzugeben,  die  ihr  vom  Militär-Fuhramt
  auf  Grund  der  von  diesem  vorgenommenen  Prülfung
  der  Einzelfälle  bezeichnet  werden,  und  die  die  von  der
„Entladestelle“  aufgesteilten  Bedingungen  anerkennen.  Die

„Entladestelle“  hat  der  Inspektion  nur  für  die  Zeit  eine

Arbeitsvergütung  zu  entrichten,  in  der  die  Gefangenen  tatsächlich
  Arbeit  leisten.  Die  Unterbringung  erfolgt  im  Gefangenenlager,
  das  auch  die  Morgen-  und  Abendbeküstigung
gibt.  Für  die  Mittagskost  hat  dagegen  die  „Entladestelle“
zu  sorgen,  und  zwar  geschieht  die  Verpflegung  der  Zeitersparnis
  halher  auf  dem  Zentralgüterbabnhof.  Die  Firmen,
deren  Arbeitsstelle  weit  gelegen  ist,  beköstigen  die  Gesangenen
  selbst  und  werden  auf  geeignete  Wirtichaften,  die  die
Verpflegung  übernehmen,  hiegeiiesen.  Sie  erhalten  von
der  „Entladestelle“  je  nach  den  Auslagen  einen  Zuschuß
bis  zu  2  Mk.  für  den  Tag  und  den  Gesangenen.  Die  Ein
ichtung  der  „Entladeftelle  G.  m.  b.  H.“  hat  sich  jaut  Mit-