Full text : Sachregister zu dem Central-Blatt für das Deutsche Reich. Für die Jahre 1873 bis 1895. (1a)

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dem  Regiment  günstige  Partei  den  Ton  angegeben,  während
  die  rheinischen  Fürsten  protestierten;  jetzt  hielten
sich  Brandenburg  und  beide  Sachsen  —  aus  verschiedenen
  Gründen  —  zurück:  das  Zollproject  und  die  kaiserliche
  Declaration  fielen  ;  das  Regiment  und  die  lutherische
  Partei  erlitten  Niederlagen,  und  die  rheinischen
Fürsten  dominierten.  ')  Das  gute  Einvernehmen  zwischen
Ferdinand  und  Kursachsen  hatte  durch  die  Annahme
der  kaiserlichen  Proposition  einen  starken  Stoss  erlit--ten.
  Ferdinand  scheint  sich,  trotzdem  dass  Salamanca
sein  Minister  blieb,  das  Vertrauen  des  Kaisers  wieder
erworben  zu  haben,  aber  er  stand  nach  dem  Reichstage
den  Ständen  gewissermassen  isoliert  geg&nüber.  Die
Verbindung  mit  Kursachsen  war  erschüttert,  eine  Anlehnung
  an  die  rheinische  Fürstenpartei  kaum  gewonnen.
  Auf  die  Zusammenkünfte  dieser  letzteren  bei  einem
„Armbrustschiessen“  in  Heidelberg  und  sonst  ?)  sah  er
mit  gleich  misstrauischem  Auge,  wie  auf  die  Annäherung
  Kursachsens  an  Mainz,  die  schon  während  des
Reichstages  Gegenstand  von  Verhandlungen  zwischen
Planitz  und  dem  Bischof  von  Trient  gewesen  war.  °)
Es  war  selbstverständlich,  dass  wie  die  rheinischen
Fürsten  den  Beschluss  des  letzten  Reichstages,  so  die
diesmalige  Minorität  den  diesjährigen  Beschluss  anfechten
  würde.  Vor  allen  Dingen  jedoch  kam  es  daraufan,
ob  der  Kaiser,  der  sich  von  vornherein  die  Ratification
vorbehalten  hatte,  den  Reichsabschied  gutheissen  würde.
Der  Kaiser  erklärte  in  einem  Schreiben  vom  26.  Mai

')  Es  sei  nochmals  auf  die  hervorragende  Stellung  hingewiesen,
  die  gerade  der  Kurfürst-Erzbischof  von  Trier  einnahm:
durch  den  Sikkingenschen  Krieg  stand  er  in  der  Regimentsfrage
  in  dem  Vordergrunde;  als  einziger  anwesender  Erzbischof
  hatte  er  gerade  den  engsten  Verkehr  mit  dem  Legaten;
die  Friedensintervention  betrieb  er  am  lebhaftesten.

?2)  Instruction  für  Bredam.  Arch.  f.  K.  oe.  GQu.  1,2,  p.
165.  v.  Bucholtz  II,  67.  68,

®)  Förstemann  p.  165,