Full text: Deutschland als Kolonialmacht.

  
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genügend Material hervorbringen. Immerhin sind große Erfolge in der Tier. 
zucht des Schutzgebiets bereits unverkennbar. Die alljährlich wiederholten Zäh- 
lungen weisen stets steigende Ziffern auf, wie aus folgender Ubersicht entnommer 
werden kann: 
1907 1912 
Rindvieh 52500 171500 
Fleischschafe 98000 435000 
Wollschafe 3500 47000 
Angoraziegen 1000 20500 
Gewöhnliche Ziegen 99500 450000 
Pferde 3100 13300 
Maultiere 5400 4900 
Gewöhnliche Esel 2100 7000 
Kamele 500 790 
Schweine 1200 7200 
Dazu kommen noch für 1912 folgende im Jahre 1907 noch nicht ausgeübte 
Zuchten: 
Perserschafe 12600 
Stranße 1300 (Zunahme gegen 1911: 635). 
Endlich gibt das Jahr 1912 folgende Geflügelstatistik, die im Jahre 1907 
noch nicht aufgestellt wurde: 
Gänse 240 
Enten 1560 
Puten 400 
Hühner 54000 
Tauben 15500 
und endlich Bienenvölker 116. 
Auf die Hebung der Viehzucht und ihre mit allen Mitteln zu bewirkende 
Unterstützung wird sich das Hauptaugenmerk der Regierung zu richten haben. 
In starker Entwicklung befindet sich der Bergbau des Schutzgebiets, dessen 
hauptsächlichste Produktion Diamanten und Kupfer darstellen. Wir haben be- 
reits gesehen, daß Diamanten bisher ausschließlich in den Küstenstrichen zwischen 
dem Oranje und dem Swakopflusse gefunden wurden. Die großen Hoffnungen, 
die man nach ihrer ersten Auffindung im Jahre 1908 in diese Betriebe gesetzt hatte, 
schienen sich nach einer kurzen Zeit überaus rascher Entwicklung und Produktion 
in den folgenden Jahren nicht ganz erfüllen zu wollen. Neuerdings indessen hat 
sich herausgestellt, daß an diesem Rückgang allein die wenig geschickte Abgaben- 
politik der Regierung schuldig war. Nachdem diese nach überaus langwierigen 
Verhandlungen jetzt neugeordnet worden ist, zeigen die Gewinnungsziffern der 
einzelnen Diamanten-Gesellschasten von neuem stark aufsteigende Zahlen. Für 
das Schutzgebiet ist diese neuerliche ersrenliche Entwicklung deshalb von größter 
Bedentung, weil die Einnahmen des Landesfiskus zum weitaus größten Teil 
aus den Abgaben des Bergbaues (Diamanten und Kupfer) bestehen. In der 
letzten Tagung des Landesrats im Jahre 1913 hat einer der besten Kenner des 
Diamantenbergbanes, der Diamantminen-Direktor Stanch, ausgesprochen, daß 
man auf Grund der neuesten Feststellungen über die Lebensdaner der Diamant- 
minen sich für die nächsten 20 Jahre keinen Sorgen über die finanzielle Lage 
des Schutzgebiets hinzugeben branche. 
In gleich aufsteigender Richtung bewegt sich die Kupferförderung, die bisher 
hauptsächlich in den Händen der Otavi-Minen= und Eisenbahngesellschaft lag. Jahre 
hindurch schien es so, als wenn die Kupfervorkommen bei Tsumeb, die diese Ge- 
sellschaft ansbentet, in der Tat die einzig abbanwürdigen des Schutzgebiets bleiben
	        
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