Full text: Deutschland als Kolonialmacht.

  
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das Meer in den Kraterkessel hineinflutet und dort einen See bildet wie die Lagune 
eines Atolls. Gewaltig braust die Meeresdünung gegen die schmale Einfahrtsöffnung, 
und nur der ortskundige Schiffer versteht es, das Boot mit sicherer Hand durch die hoch- 
anftürmenden Brandungswellen zu steuern. Doch ist der grause Schrecken der Meeres- 
wogen überwunden, gleitet das Boot in den stillen, klaren See, umkränzt von hohen 
Kokospalmen, welche ihre stolzen Häupter in ihm spiegeln und die braunen Hütten der 
Eingeborenen beschatten. Trotz der räumlichen Beschränktheit leben in dieser von der 
Natur so kunstvoll erbauten Festung etwa 300 Menschen. 
Manono liegt noch innerhalb des Upolu umsäumenden Korallenriffs, und erhebt 
sich flach gewölbt und ganz mit Wald bedeckt zur fast gleichen Höhe wie Apolima über 
den Meeresspiegel. Seine Bedentung bernht nur in seiner Geschichte, denn von hier 
aus haben die Häuptlingsgeschlechter ihre Herrschaft über die Samoainseln ansgebreitet. 
Die weitaus wichtigste Insel des Archipels ist Upolu mit der Hauptstadt Apia. 
Die Insel mit ihren 868 qkm ist etwa nur halb so groß wie Sawaii, zählt aber eine fast 
  
  
  
  
20 1772° 30 
  
  
30 
  
  
  
14 14 
  
  
  
  
  
  
  
30 172% 307 
  
Karte von Samoa. 
doppelt so starke Bevölkerung. Dies erklärt sich dadurch, daß Upolus Küsten viel reicher 
als die Sawaiis sind. Upolu ist wohl dreimal so lang als breit, erstreckt sich von Osten 
nach Westen und wird in seiner ganzen Länge von einem Gebirgskamm durchzogen, 
der aus erloschenen Vulkanen besteht. Sein wichtigster Markstein un Westen ist der alte 
Kraterkegel Tafua, ein Gegenstück des Berges gleichen Namens auf der Ostseite, Sawalis, 
der steil und gleichmäßig zu einer Höhe von 650 m emporsteigt und dessen tiefer Krater- 
kessel mit dichtem Urwald ausgepolstert ist. Im Südwesten von Apia erheben sich auf 
dem Gebirgskamm drei kaum 100 m voneinander entfernt liegende Kraterkuppen, von 
denen zwei je einen kleinen Kratersee tragen, der größere, vielgenannt und berühmt 
wegen seiner Schönheit, ist der Lanotoo. Hat man auf schmalem Urwaldpfad die Höhe 
(783 m) erreicht, so ruht vor dem entzückten Blick in tiesem Urwaldschatten eingebettet, 
umsänmt von dichtem Schilf und Pandanus, der stille, grüne Sec, so hell und klar, 
daß die Wolken des Himmels und die Bammkronen, die ihm die grüne Farbe geben, 
sich darin wiederspiegeln und man das muntere Spiel der zahlreichen Goldfische ver- 
solgen kaunn. Gleich im Rücken Apias und seines Hafens wächst der massige Kegel des
	        
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