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Zeit zu erwarten, vorausgesetzt, daß es gelingt, des Nashornkäfers Herr zu werden,
eines Schädlings, der seit wenigen Jahren erst, dafür aber um so verderblicher, die
samoanischen Kokospalmen heimsucht. Die bisherige Bekämpfungsmethode des Ein-
sammelns der Käfer und seiner Larven ist sehr kostspielig und nicht durchgreifend. Daher
will man den Kampf gegen den Käfer jetzt außerdem unter Hinzuziehung tierischer
Gegner desselben, insbesondere der Magpivögel, mit erhöhter Energie fortsetzen. Da
der Käfer auch in anderen Ländern mit ausgedehnten Kokospalmenkulturen sein Un-
wesen treibt und man dort mit mehr oder weniger Erfolg seinc gefährliche Tätigkeit
einschränken konnte, so darf das auch für Samoa erhofft werden, voransgesetzt, daß
Pflanzer und Eingeborene in der energischen Bekämpfung des Schädlings nicht erlahmen.
Die nächstwichtigste Kultur Samoas ist die des Kakaos. Sie ist im Gegensatz zu
der der Kokospalmen noch jungen Datums, abgesehen von einigen kleinen Versuchs-
pflanzungen. Trotzdem beträgt die mit Kakao bepflanzte Fläche heute schon über
2200 ha mit 1 152 000 Kakaobäumen, was bei einer Kolouie von der Größe Samoas
sehr viel ist. Der Ausfuhrwert der Jahresernten verdreifachte sich in den letzten vier
Jahren: er betrug 1908: 245 000 Mark, 1912: 840 000 Mark. Die Qualität des samoa-
nischen Kakaos ist hervorragend. Sie findet ihren Ausdruck durch den gehobenen Markt-
preis, der mit dem für erstklassigen venezolanischen Edelkakao gezahlten rivalisiert.
Auf den meisten Kakaoplantagen ist im Laufe der letzten Jahre auch Kautschut
in Mischkultur gepflanzt, und zwar hauptsächlich Hevea brasiliensis, erst in zweiter
Linie Castilloa alba und Ficus elastica. Die Bäume gedeihen vortrefflich, die gezapften
Latexmengen und die Preise für das junge samoanische Produkt sind nicht minder be-
friedigend. Bei der Jugendlichkeit der Anlagen sind die Ausfuhrmengen natürlich
zurzeit noch wenig bedeutend, werden sich aber in den nächsten Jahren stark steigern.
Die hauptsächlichsten Pflanzungsnternehmungen Samoas sind: die bereits er-
wähnte, hohe Dividende zahlende Deutsche Handels= und Plantagen-Gesellschaft, die
Dentsche Samoa-Gesellschaft, die Samoa-Kautschuk-Co., die Safata-Samoa-Gesell-
schaft, die Magia-Pflanzungsgesellschaft; sodann die englischen: The Upolu Rubber
and Cacao Estates Ltd., die Papaseca Plantation Ltd., Moors Trading and Platation
Ltd. Mit Ansnahme der erstgenannten, arbeiten alle Pflanzungsunternehmungen mit
chinesischen Arbeitern, deren Zahl insgesamt rund 2000 beträgt. Die früher fleißigen
und nicht sehr anspruchsvollen Leute haben neuerdings, dem modernen chinesischen
Zeitgeist folgend, ihre Ansprüche soweit nach oben geschranbt, daß sich die samoanischen
Pflanzer unbedingt nach einer anderen Arbeiterquelle umsehen müssen. Die beste
Lösung der Arbeiterfrage ist in der Einfuhr von Javanen zu erblicken. Die Schaffung
einer direkten Dampferlinie von Samoa nach Asien (Verlängerung der Singapore-
Linie des Norddeutschen Lloyds über Rabaul nach Apia) würde natürlich die Zufuhr
asiatischer Arbeiter ungemein erleichtern.
Neben diesen Gesellschaften gibt es in Samoa eine ganze Anzahl selbständiger
Pflanzer, welche Besitzungen von 10 bis 100 ha und darüber bewirtschaften, und zwar
durchweg viel erfolgreicher als die Pflanzungsbetriebe auf gesellschaftlicher Basis,
welche mit den nicht geringen Kosten eines vielfach wechselnden Beamtenpersonals
und den Ausgaben der heimischen Verwaltungsstelle belastet sind. Manche der Privat-
pflanzer haben schon sehr große Betriebsgewinne erzielt. Eine Zunahme kapitalkräftiger
deutscher Pflauzer wäre aus wirtschaftlichen und aus nationalen Rücksichten erwünscht.
Die Verbindung mit Samoa ist im Laufe der letzten Jahre besser geworden.
Englische und australische Dampfer verkehren in vierwöchentlichen Zwischenräumen
von Sydney über Apia nach Ankland und umgekehrt. Ferner laufen die amerikanischen
Postdampfer auf ihrem Weg von San Franzisko nach Sydney und auf dem Rückwege
den Hafen Pago-Pago auf der amerikanischen Jusel Tutuila an. Die Verbindung von
Pago-Pago nach Apia wird durch einen englischen Lokaldampfer aufrechterhalten.
Die deutsche Flagge fehlt leider gänzlich in den samoanischen Gewässern! Das ist für
jeden national fühlenden Deutschen eine schmerzliche Feststellung, die noch eine un-