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Einnahme zu streichen. Sie im nächsten preußischen Landtage zu vertreten,
wird Aufgabe der preußischen Regierung sein.“
Da die Aeußerungen des Bundeskanzlers von liberalen Rednern
(Lasker, v. Hoverbeck u. A.) dahin mißdeutet wurden, als sei damit eine
Vergewaltigung des preußischen Landtages und demzufolge ein neuer
Konflikt mit demselben in Aussicht genommen, so sagte Graf Bismarck
weiter:
„Was die Befürchtung eines Konfliktes anbelangt, so teile ich die
in keiner Weise. Der preußische Landtag ist mit der Bundesverfassung
bekannt genug, um zu wissen, daß die Bundesgesetzgebung der Landesgesetzgebung
vorgeht, und wenn ein Bundesgesetz feststellt, daß der Bund
von Preußen 30,000 Thlr. zu empfangen hat, so wird der Bund sie
ganz zweifellos empfangen.“
Die „Prov.-Korresp.“ unterwarf das Gesamtverhalten der Nationalliberalen
einer scharfen Kritik. Sie erinnerte an die Entstehung der
Partei. „Das Vertrauen zu dem Grafen Bismarck, sagte sie, zu seinem
politischen Streben und zu seiner politischen Einsicht bildete eine der
hauptsächlichsten Grundlagen des neuen Parteiprogramms, und der unumwundenen
Kundgebung dieses Vertrauens hatten es die Nationalliberalen
damals mit zu danken, daß sie auch in Kreisen, welche das
frühere politische Treiben der Fortschrittspartei entschieden verurteilten,
wieder eine Stellung zu gewinnen vermochten. Indem die neue Partei
sich auf den Boden der durch die Regierungspolitik geschaffenen Thatsachen
stellte, gewann sie die Möglichkeit, an der neuen deutschen Entwickelung
thätig und erfolgreich Anteil zu nehmen. Auf der Grundlage
jenes Vertrauens, welches der Bundeskanzler bereitwillig und weit entgegenkommend
erwiderte, hat in den jüngst verflossenen Jahren in der
That ein allseitig fruchtbringendes Zusammenwirken der nationalliberalen
Partei mit der Regierung in den Bundesangelegenheiten stattgefunden.
Um so mehr muß es befremden, daß diese Partei unter dem Einflusse
einzelner hervorragender Mitglieder Wege betreten hat, welche mit dem
Vertrauen zu der politischen Führung des Grafen Bismarck in Bundesangelegenheiten
im offenbaren Widerspruche stehen und auf welchen die
Nationalliberalen mehr und mehr zu der alten Gemeinschaft mit der
Fortschrittspartei zurückzukehren scheinen. Es ist erst wenige Wochen
her, daß die nationalliberale Partei sich durch den Abgeordneten Lasker
verleiten ließ, einen Antrag inbetreff Badens zu stellen, durch welchen
der Versuch gemacht werden sollte, den Auffassungen und Absichten des
Grafen Bismarck in Bezug auf die weitere Entwickelung der deutschen
Frage Zwang anzuthun. Die Erörterung des Antrages hat freilich