XXXI
b) Zur Bestimmung des Schmelzpunkts der Fette
und fettähnlichen Stoffe wird das geschmolzene Fett in ein
an beiden Enden offenes, dünnwandiges Glasröhrchen von
2 bis 1 mm lichter Weite von U-Form aufgesaugt, so
daß die Fettschicht in beiden Schenkeln gleich hoch steht.
Das mit dem Fett beschickte Glasröhrchen wird 2 Stunden
lang auf Eis oder 24 Stunden lang bei 105 liegen gelassen,
um das Fett völlig zum Erstarren zu bringen. Darauf wird
es an einem geeigneten Thermometer derart befestigt, daß das
Fettsäulchen sich in gleicher Höhe mit dem Quecksilbergefäße des
Thermometers befindet. Das Ganze wird in ein etwa em
weites Probierrohr, in dem sich die zur Erwärmung dienende
Flüssigkeit (ein Gemisch von Glycerin und Wasser zu gleichen
Teilen) befindet, hineingebracht und die Flüssigkeit erwärmt.
Die oberen, offenen Enden des Schmelzröhrchens müssen aus
der Flüssigkeitsschicht herausragen. Das Erwärmen muß,
um jedes Uberhitzen zu vermeiden, sehr langsam vorgenommen
werden. Die Temperatur, bei der das Fettsäulchen
vollkommen klar und durchsichtig geworden ist, ist als der
Schmelzpunkt anzusehen.
22. Zur Bestimmung des Erstarrungspunkts
werden etwa 10 g des zu untersuchenden Stoffes in einem
Probierrohr, in dem sich ein geeignetes Thermometer befindet,
vorsichtig geschmolzen. Durch Eintauchen in Wasser,
dessen TKemperatur etwa 5 niedriger als der zu erwartende
Erstarrungspunkt ist, wird die Schmelze auf etwa 2 unter
dem Erstarrungspunkt abgekühlt und darauf durch Rühren
mit dem Thermometer, nötigenfalls durch Einimpfen eines
kleinen Kristalls des zu untersuchenden Stoffes, zum Erstarren
gebracht. Der während des Erstarrens beobachtete