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die Entscheidung in der Schlacht geringeren Einfluß
als die Kampfkraft der schweren Geshas (einschließlich
der Schießfertigkeit der Geschützführer, Durchschlags= d
kraft und Sprengwirkung der Geschosse), wie die Betrachtung
der Hauptgefechtsarten ergibt.
den Manövern der neuzeitigen Linienschiffsflotten
haben sich vier Hauptgefechtsarten der
Linientaktik entwickelt (a Fahrtrichtung der einen,
b die der andern Partei):
1) „ 2) 4)
A
i*) : — ⁊
— — v
Laufendes Gegen-(assier-) Kreisgefecht Umfassungs-Gefecht
Cefecht gesecht
Die Gefechtsabstände der feindlichen Linien betragen
neuerdings bis zu 200 Hektometer (20 km)
und mehr. Allerdings kann bei sehr großen Abständen
auch bei den schwersten Geschützen und feinsten
Zielfernrohren nur noch mit Zufallstreffern gerechnet
werden, die aber wegen ihres steilen Aufschlags sehr
verhängnisvoll werden können.
Beim laufenden Gefecht ist ein gleichmäßiges,
tetiges Artilleriefeuer möglich. Wenn die schnellere
inie sich vorzieht, um einen Spitzenangriff auszuführen,
wird die langsamere Linie allmählich abdrehen,
um nicht in ungünstigere Stellung zu kommen.
Ist der schnellere Gegner nämlich imstande, das
Feuer einer größeren Zahl seiner Schiffe gegen die
feindliche Spitze zu richten, so ist ihm die erstrebte
Krafthäufung gelungen, mit der die Vernichtung eines
Teiles der feindlichen Linie erkämpft werden soll.
Eine ungünstige Gefechtslage beim laufenden Gefecht
kann gelegentlich durch eine Kehrtwendung geändert
werbens in dem nun entstandenen Gegen-(Passier=
Gefecht laufen die Gegner sehr schnell aneinander
vorüber, wodurch die Sicherheit des Zielens
erheblich eingeschränkt, also die Feuerwirkung herabgesetzt
wird. Wenn die Flotten mit entgegengeseßzten
Kursen aneinander vorbei sind, werden ihre Spitzen
auf die feindliche Nachhut zudrehen, um diese unter
verstärktes Feuer zu nehmen. Daraus entsteht die
dritte Hauptgefechtsart, das Kreisgefecht. Bei ihm
kann der GeschwindigkeitsÜberschuß des Gegners für
die langsamere Flotte verhängnisvoll werden, weil
die schnellere Flotte das Kreisgefecht leicht in das Umfassungsgefecht
umwandeln kann, das nur ein
verschobenes Kreisgefecht ist. Das Umfaßtwerden
muß jede seetaktisch geschulte Flotte beizeiten durch
Gegenmanöver (Abdrehen, Kehrtwendung oder schnelleres
Mitdrehen auf der inneren Linie) vermeiden;
denn es gibt der feindlichen Geschützwirkung die denkbar
beste Stellung: die gesamten Breitseitgeschülze
kämpfen nur gegen die Buggeschütze der gegnerischen
Vorhut (Spitze). Es ist das die 7 Stellung der britischen
Flottenmanöver, das sog. -Kreuzen des 7.
Aus vorstehendem wird ersichtlich, daß die neuzeitige
Seetaktik lediglich dem Zwecke dient, die Geschützwirkung
in günstigster Stellung zu steigern; durch geeignete
seetaktische Manöver soll die artilleristische
Krafthäufung erreicht werden; der Feind (b) sol mit
mehr Geschützen beschossen werden, als er selbst gegen
die eigene Linie (a) zu Schuß bringen kann. Vorschriften
oder Verordnungen, wie unter allen Umständen
angegriffen werden muß, lassen sich für die Seetaktik
auct geben, wohl aber wichtige Wacnungen. wie gefährliche
Manöver des Gegners unschädlich gemacht
III. Technik und Kriegführung
werden können. Die seetaktische Friedensschulung der
Flottenführer ist ein unentbehrliches Hilfsmittel, um
ie Maßnahmen kennenzulernen, wie der überflügelung
und Umfassung selbst durch einen stärkeren und
schnelleren Feind wirksam vorgebeugt werden kann.
Eine reine 7 Stellung, bei der eine Flottenlinie mitten
vor der feindlichen Spitze die größte Geschützwirkung
zur Geltung bringen kann, wird in einer Seeschlacht
kaum je vorkommen, weil der Gegner abhalten
wird, um die gefährlichste Gefechtslage zu meiden.
Aber zwischen dem laufenden Gefecht und der 7 Stellung
gibt es noch sehr viele andere Gefechtslagen, bei
denen je nach der seetaktischen Begabung der Führer
und nach der Liniengeschwindigkelt derjenige für länere
oder kürzere Zeit günstigere Geschützwirkung entsaren
kann, der von beiden der 7 Stellung am nächsten
ist. Diese Überlegung führt dazu, schon früher.
als der Geschützkampf begonnen werden kann, danach
u streben, eine günstigere Anfangestellur als der
Hepner sie nach den Meldungen der Aufklärungskreuzer
hat, einzunehmen. Das richtige = Ansetzen des
Angriffs= ist mithin außerordentlich wichtig; es kann
den Erfolg der Seeschlacht bewirken. Schon der mit
Krafthäufung glücklich gewählte Beginn des Feuergefechts
kann über den Ausgang einer Seeschlacht
entscheiden. Zufälligkeiten, wie plötzlich steigende oder
fallende Nebelbänke, Schneegestöber, dicke, unsichtige
Luft, unerwartete Stronwersepun kõnnen die Entwicklung
einer Seeschlacht je nach Umständen günstig
oder ungünstig beeinflussen, in besonderen Fällen sogar
die Entscheidung bringen.
Die bei Flottenmanövern in Friedenszeit gewonnenen
seetaktischen Grundsäte fanden ihre Bestätigung
in der Seeschlacht bei Tsushima; mit voller Berechtigung
ist diese neuzeitige Seeschlacht mit der seetak.
tisch bemerkenswertesten Seeschlacht der Segelschiffszeit,
mit der Schlacht bei Trafalgar (vgl. S. 288), verlichen
worden. Auch bei Lstima gab der Grund-8
der Krafthäufung das Mittel zur vollständigen
Vernichtung des Gegners. Wie Nelson, so griff auch
der japanische Admiral Togo mit seiner Hauptmacht
den Teil der feindlichen Flotte an, der von dem andern
am schwersten unterstützt werden konnte. Auch
an die Yaluschlacht erinnert der letzte japanische Erfolg
bei Tsushima. Denn auch dem Admiral Togo
elang es, ohne die eigene Linie aufzulösen und zum
inzelschiffskampf überzugehen, die Entscheidung herbeizuführen,
und zwar lediglich durch günstige Ausnutzung
seiner gesamten Geschützbewaffnung. Allerdings
hatte er einen minderwertigen Gegner vor sich.
der von vornherein (wie aus russischen Berichten
deutlich hervorgeht) von der Erfolglosigkeit seiner
Gegenwehr überzeugt war.
ie aus Europa abgesandte russische Flotte unter
Befehl des Vizeadmirals Rojestwenstki zählte 8 Linienschiffe,
3 Küstenpanzerschiffe, 8 alte Panzerkreuzer und
5 geschütte Kreuzer nebst 9 Torpedobootszerstörern
und einem großen Troß von Hilfsschiffen. Diese
Flotte wurde am 27. Mai 1905, morgens 5 Uhr, von
einem japanischen Aufklärungskreuzer vor der Südeinfahrt
in die Koreastraße gesichtet etwa 50 Seemeilen
südwestlich von der Insel Tsushima. Der japanische
Admiral Togo hatte seine Flotte an der südkoreanischen
Küste bei Masampho gesammelt; je eine
äußere und innere Aufklärungslinie schneller Kreuzer
bewachten die Durchfahrten beiderseits Tsushima.
Die japanische Flotte zählte nur 4 Linienschiffe, aber
8 große, fast den Linienschiffen gleichwertige Panzer-