Full text: Gesetzblatt für das Königreich Bayern. 1828. (5)

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M. 
Von der Einfuhr. 
g. 58. 
Dem Eingangszolle sind alle in das 
Königreich einkommenden Handelsgüter, so 
weit sie nicht als durchgehend zu behandeln, 
oder in dem bepliegenden Tarife ausdrück- 
lich für Eingangszollfrey erklärt sind, un- 
terworfen. 
. 50. 
Die Angabe, daß solche Handelsgüter 
entweder schon einmal verzollt worden senpen, 
oder daß sie inländische, jetzt aus dem Aus- 
lande nur zurückkommende Erzeugniße seyen, 
giebt auf Nachlaß oder Minderung des 
Eingangszolles keinen Anspruch, wenn nicht 
im letzten Falle, nämlich bey ausgegange- 
nen inländischen Erzeugnissen ihre Identis 
tät so hergestellt, und so gesichert ist, daß 
über die Wahrheit nicht der mindeste Zwei- 
fel obwalten kann. Es darf sodann die 
Behandlung zum Wiedereingange mit Ge- 
nehmigung der obersten Zollbehörde, jedoch 
nur bey derjenigen Zollbehörde geschehen, 
welche sie zum Austrikte behandelte. Je- 
denfalls sind jene Güter ausgenommen, 
die aus dem Inlande nach F. 10. mit Be- 
tretung eines fremden Gebiets zu einem 
innländischen Orte gebracht, vorschriftmäßig 
versichert, mit Passirscheinen begleitet, und 
bey der Controle richtig befunden werden. 
# 60. " 
Oer Eingangszoll wird von dem Zell- 
  
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Amte an der Graͤnze erhoben, wenn ent- 
weder eine als durchgehend angegebene La- 
dung nicht als solche behandelt werden kann, 
und der Fuhrmann seinen Weg ohne weiters 
fortsetzen will, oder die Ladung an einen 
Ort bestimmt ist, an welchem sich kein 
Hallamt befindet. 
*#. 61. 
Es ist keinem Zollamte gestattet, von 
einem Theile der Ladung den Eingangszoll 
zu erheben, und den uͤbrigen als durchge- 
hendes Gut zu behandeln. 
Dieß kann nicht anders als bey einem 
Hallamte in Folge der Umladung geschehen. 
. 62. 
Der Frachtfuͤhrer hat zum Behufe 
der Zollerhebung saͤmmtliche Frachtbriefe 
dem Zollamte vorzulegen. Wenn er selbst 
Eigenthümer der Fracht ist, hat er schrift- 
lich die zu verzollenden Gegenstände zu de- 
clariren, es wäre denn, daß diese nur aus 
Kleinigkeiten, im Werthe von höchstens 
5 fl. bestünden, in welchem Falle die münd- 
liche Angabe und die Unterzeichnung dessel- 
ben im Zollmanuale genügt. 
**'“ 
Ist der Zollpflichtige nicht im Stande 
zu declariren, weil ihm der Inhalt der 
Colli und der Ladung unbekannt ist, so 
steht es ihm frey, bey dem Zollamte, ehe 
die Zollbehandlung eintritt, sich vom In- 
halte und Gewichte zu überzeugen, und 
dann ersi zu declariren. 
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