Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Kummer  118

Rosenheimer  Anzeiger

Sonntag,  23.  Mal  16013

 

sähte  ble  Nuntiaturen  zu  schützen  in  der  Lage
ind.

Was  den  Heiligen  Vater  selbst  anbekangt,
so  kann  mit  gutem  Gewissen  gesagt  werden,

daß  der  Papst  bisher  alles  getan  hat,  um  ein
Weitergreifen  des  Krieges  #  verhindern.  Der
Heilige  Vater  hat  seit  seiner  Thronbesteigung
unablässig  für  den  Frieden  gearbeitet;  jedes
Eintreten  eines  weiteren  ziate  in  den  Welt.-lrieg
  bereitet  im  große  Sorgen.  Man  darf
mit  Sicherheit  annehmen,  daß  der  Papst  auch
fürderhin  sein  Wötliohste  für  den  Frieden  tun
wird.

Im  Laufe  der  letzten  Wochen  ist  auch  verschiedentlich
  die  Meldung  aufgelaucht,  der  Papst
würde  bei  einem  Eingreifen  Italiens  in  den
Weltkrieg  Rom  verlassen.  Diese  Frage  ist  für
den,  der  die  Verhältnisse  kennt,  undiskutabel.
Es  ist  angebracht,  an  einen  Ausspruch  Crispis
u  erinnern,  den  dieser  italienische  Staatsmann
im  Jahre  1889  getan  hat:  Damals  wurde  verschiedentlich
  verbreitet,  Papst  Leo  XllI.  habe
geäußert,  daß  er  vielleicht  Rom  verlassen  würde.
Als  Crispi  diese  vermeintliche  Aeußerung  mit
geteilt  wurde,  gab  er  zur  Antwort:  „Gehen
lann  der  heilige  Vater,  wann  er  es  wünscht.
aber  zurückkommen  wird  er  nicht  mehr!“  Ein
Verlassen  Roms  seitens  des  heiligen  Vaters  ist
schon  aus  dem  Grunde  unmoglich,  weil  Rom
für  die  katholische  Welt  die  Geschichte  des  katholischen
  Christentums  überhaupt  bedeutet.

Ob  und  welche  Weisungen  bei  einem  Einkreten
  Italiens  in  den  Weltkrieg  der  Vatikan
den  Nuntiaturen  in  Wien  und  München  geben
lann,  ist  im  gegenwärtigen  Augenblicke  zu  sagen
  unmöglich,  weil  Italien  den  freien  telegrarhischen
  und  brieflichen  Verkehr  nach  Deutschland
  und  Oesterreich  mit  Beginn  des  Krieges
aufheben  dürfte  und  somit  auch  dem  Natitan
jede  Möglichkeit  einer  Korrespondenz  mit  seinen
  Nuntiaturen  abgeschniltten  wäre.  (M.=A.

  A

·  e
Die  sitiegslage.
WVTB.  Grohzes  Hauptquartiet,  den
21.  Mai,  vormittags.  Amtlich.
Westlicher  Kriegsschauplatz.

Nördlich  von  BDpern  griffen  farbige  Franrosen
  nachts  unsere  Stellungen  östlich  des  Kanals
  an.  Der  Kampf  ist  dort  noch  im  Gange.

Ein  am  späten  Abend  beginnender  Angriff
der  Engländer  südlich  Neuve  Chapelle  in  der
Gegend  La  Quinque  Rue  brach  in  unserem  Feuer
zusammen.

Nordöstlich  Arras  schossen  wir  bei  Fresnoy
ein  seindliches  Flugreug  herunter.

Ein  weiterer  von  den  Franwsen  gestern  nachmittag
  im  Walde  von  Ailly  begonnener  Angriff
  scheiterte  unter  erheblichen  Verlusten  für
den  Feind,  der  einige  Gefangene  in  unserer
Hand  ließ.

Oestlicher  Kriegsschauplatz.

In  der  Gegend  Zzawle  sanden  nur  lleinere
Gefechte  statt.  An  der  Dubissa  gelangte  unser
Angriff  östlich  von  Podubis  bis  Betygola  und
brachten  uns  weitere  1500  Gefangene  ein.

Auch  östlich  Miloszascie  wurden  die  Russen
über  den  Fluß  zurückgeworfen.  Weiter  südlich
sleht  der  Kampf.

die  Reste  der  rudlich  des  Miemen  geschlagenen
  rurrischen  Krälte  retten  ihre  flocht
in  der  Richtung  Kowno  fort.

Südstlicher  Kriegsschauplatz.

Die  Lage  bei  den  deutschen  Truppen  ist  unverändert.


alich  Jaroslau  wurden  gestern  Gelangene
  gemacht,  die  nicht  mit  Gewehren,
londern  nur  mit  elichenkculen  ausgerun#et
waren.

Von  der  Armee  des  Generalobersten
v.  Mackensen  und  den  übrigen  im  Verbande
des  österreichisch  ungarischen  Heeres  lämpfenden
deutschen  Truppen  wurden
TsehtI.  Mal  10#000  Gefangene  gemacht  und
72  Geschüse,  sowie  293  maschinengewehre
erdeutet.

Diese  Zahlen  sind  in  den  bereils  veröffentlichten
  Gesamtzahlen  enthalten.

Oberste  Heeresleitung.
·  ·  □UJ
Der  amtliche  österreichische  Berlicht.

WITB.  Wien,  21.  Mai.  Amtlich  wird  gemeldet:
  Die  Kämpfe  an  der  Front  in  Mittelgalizien
  dauern  fort.  Die  in  der  Sanstrecke  abwärts
  Sieniawa  noch  am  westlichen  Fluhufer
haltenden  russischen  Abteilungen  wurden  über
den  Fluß  zurückgeworfen.  Oestlich  Jaroslau
wiesen  die  verbündeten  Truppen  vereinzelte  Vorstöße
  stärkerer  feindlicher  Kräfte  blutig  ab.  Die
Hefangenenzahl  nimmt  weiter  zu.

 

Pfings##  1915.

 

 

JIn  hestigen  Nadllümpien  erlürmten  unsere
4  -

Truppen  östlich  Drohobuc:  eine  russische  Stel.
lung  und  eroberten  den  Ort  Neudorf.  Hierbei

wurden  1800  Gefangene  gemacht.

die  ruflische  SGegenoffensive  über  den
dnser  in  ongallalen  kam  an  der  Ppruth-Unie
  zum  Stehen.  die  seindlichen  durchbruchsversuche
  bel  Kolomea  nnd  gescheitert.
Alle  Angrifle  degen  dielen  Brükenkopf  wurden
  umer  schwersten  verlußen  des  feindes
abgeschlagen.  In  den  Kämpfen  im  bergland
  von  Kielce,  die  Nellenweise  noch  andäuern
  n#nd  bisper  4000  Gefangene  gemacht.

Selt  dem  16.  Mal  in  die  Gelamifumme

der  Gefangenen  um  weitere  20.000  Mann

gestlegen.  Sie  beiragt  seit  dem  ꝛ.  Mai
194  000  Mann.

Chef  des  Generalstabes:
v.  Hösfet.
·  ·  4

1385000  Kriegsgefangene.

Frankfurt,  21.  Mai.  Nach  einer  Berechnung
  der  „Frankf.  Ztg.“  sind  in  deutschen
und  österreichischen  Gefangenenlagern  unterge-1017000

  Mussen
245  000  Franzosen
24000  SEngländer
30  000  Belgier
30000  Zeiben
1283008
Der  Rückschluß  auf  die  Höhe  der  russischen
Gesamtverluste,  die  eine  geradezu  phantaitische
Höhe  erreichen  müssen,  liegt  nahe  genug.  Die
Gefangenenzahl  ist  um  melr  denn  100,0000
Köpfe  stärker  als  die  Bevöllerung  des  ganzen
Großherzogtums  Hessen.  Das  sind  Zablen,  denen
  die  Kriegsgeschichte  nichts  Aehnliches  zur
Seite  zu  stellen  hat.  (..)

Algemeines  vom  Krieg.

Derenglische  Munitionsmangel.

London,  21.  Mai.  In  einem  Leitartilel
schließen  die  „Times“  aus  Kitcheners  Rede  im
Oberhause,  daß  augenblicklich  eine  nichl  befriedigende
  Lage  bexüglich  der  hoche#xplosiven  Geschosse
  für  Fragsschute  besteht.  Die  Regierung
habe  in  früheren  Stadien  des  Krieges  die  Warnungen
  wegen  Mangels  an  Munition  nicht  beachtet,
  Kitchener  habe  Anteil  an  der  Verantwortung.
  Bei  dem  Kampse  um  die  Kuppe
Aubers  vor  10  Tagen  seien  die  Soldaten  hausenweise
  gefallen,  weil  es  den  Foldgeschutzen
ernstlich  an  Munition  sehlte.  Die  Angebote
Industrieller,  Munition  zu  fabrizieren.  seien
vom  HKriegsamt  kühl  abgelehnt  worden.  Das
Kriegsamt  habe  geglaubt,  die  heutigen  Formen
  der  Kriegführung  besser  zu  verstehen  als
die  Männer  an  der  Front.  Die  englische  Geschütze
  blieben  auf  Schrapnells  angewiesen,  anstatt
  hochexplosive  Heschesse  zu  bekommen.  Die
Enthüllungen  über  die  Verwirrung  bei  der  Herstellung
  der  Munition  wären  in  großem  Maße
die  Ursache  der  politischen  Erregung  der  letzten
Tage.  Die  Episode  in  der  Admiralilät  habe
nur  den  Ausbruch  der  Krise  herbeigesührt.  Im
Unterhaus  sagte  Asquith,  eine  Erörterung  der
Munitionsfrage  sei  inopportun  und  vielleicht  für

 

Der  stellvertr.

die  strategische  Lage  nachteilig.  Gelegenheit
Dierzn  werde  später  zu  einer  günstigeren  Zeit
lommen,  augenblicklich  aber  sei  er  mit  Nücksicht
  auf  die  Interessen  des  Landes  entschieden
gegen  einc  derartige  Debalte.

Revolutionärer  Anschlag
in  Pehereburg  e

Stockholm,  21.  Mai.  Die  in  russischen
Zeitungen  mitgeteilten  Angaben  über  die  neulich
  erfolgte  Explosion  in  der  Sprengstoffabrik
in  der  Umgebung  von  Petersburg  entsprechen
keineswegs  den  Tatsachen.  Ein  Geschäftomann,
soeben  zurück  aus  Petersburg,  erzählt,  er  habe
selbst  die  Kalastrophe  aus  einer  Entsernung  von
3  Kilometer  gesehen  und  nachbher  die  Unglücksstelle
  besucht.  Der  Schaden  ist  enorm.  Die
gane  Fabrik  liegt  in  Schutt  und  Asche.  150/“
Arbeiter  sind  verunglückt.  Es  handelt  sich  nicht
um  eine  Feuersbrunft,  sondern  um  den  wohlüberlegten
  Anschlag  der  revolutionären  Partei.
Ein  Oberst  soll  an  dem  Anschlag  beteiligt  sein.
20)  Personen  wurden  verhaftet.  (.3.)

·

#om  wesllichen  Kriegsschamlat.
Die  französische  Offensive
bei  Arras.
Paris.  21.  Mai.  Der  Militärberichterstatler
  des  „Matin“,  Kommandant  Decinrieut,  bespricht
  die  Offensivc,  welche  die  ersten  englische
Armec  am  9.  Mai  auf  der  Front  Armentibres
Beihune  unternabm.  Der  Mitarbeiter  erklärt
die  Osfensive  als  gescheitert,  da  der  Mangel
an  Munition  für  die  Artillerie  weitere  Operationen
  unmöglich  machte  und  da  ohne  Artillerievorbereitung
  und  =  Unterstützung  nennenswerte

  Fortschritte  der  Insanterie  unmöglich
seien.  (3.)

Der  Kampf  z  See.

Eine  Seeschlacht  in  de  n  östlichen
Gewässern.

Stockholm,  21.  Mai.  Die  Zeilung  „„Stolholms
  Tidningen“  meldet:  Reisende,  die  am
Miltwoch  aus  Südfinnland  nach  Haparanda
lamen,  erzählen,  daß  im  Finnischen  Meerbusen
ein  so  heftiges  Bombardement  gehört  worden
sei,  daß  der  Erdboden  und  die  Häuser  Helsingfors
  zitterten.  Ferner  wird  erzählt,  daß  ein
russisches  Kriegsfahrzeug  in  schwer  beschädigtem
Zustande  nach  Helsingfors  gekommen  sei.  (Z.)
Ein  russisches  Panzerschiff

pernichtet.

Bukarest,  21.  Mai.  Wie  das  Bukarester

Tageblatt  meldet,  ist  das  russische  Linienschiff
„Panteleimon“  gesunken.  Aus  Galaz  wird  dazu
gedrahtet:  Laut  Erjählungen  hier  eingetrofsener
  Russen  wurde  der  Lonteleimon  als  er
auf  der  Höhe  von  Midia  kreuzte,  torpediert.
Er  soll  binnen  wenigen  Minuten  gelunken  und
die  Besatzung  von  ungefähr  1400  Mann  ertrunekn
  lein.  Wie  es  heiht  soll  el  eine  Trup-Fenabteflung
  an  Bord  gehabt  baben.  Gerettet
soll  niemand  lein.  Bekanntlich  Lielte  der
„Panteleimon“  unter  dem  Namen  „Votemlin“
eine  gohe  Rolle,  als  vor  etwa  zehn  Jahren
die  russische  Schwartc  Meerflotte  revoltierte.
Z.)  —  „Vanteleimon  ((rüber  „Knjas  Patjomlin
  Tawrischesli.)  ist  19000  vom  Stapel
gelausen,  hat  12780  Tonnen  Wallerverdrän.

–

 

gung.  Seine  Atmietung  belcht  aus  vier  30
1

15·2.,  vie  7,5-,  sechs  4.7.-Sentimeter-Geschützen

  und  zrei  Maschinengewehren.

Er  hat  741  Mann  als  Besatzung.  Die  Meldung
  von  der  Torpedierung  des  Schiffes  ist

wenig  glaubwürdig,  #o.  lange  keine  amtliche  Beitätigung
  des  Gerüchts  vorliegt.

Die  amerikanische  Protestnole  an
England.

London,  21.  Mai.  Die  „Morning  Post“
meldet  aus  Waoshington:  Das  Staatsdepartement
  sliellie  eine  Note  an  England  fertig;  es
fehlt  nur  noch  die  Bestäligung  des  Prasidensten.
  Die  Note  wird  keine  angenehme  Leltüre
sein.  Sie  wird  in  den  gewöhnlichen  liebensmwürdigen
  Phrasen  gelalten  sein  und  die  ul
lichen  freundlichen  Beiiehungen  erwähnen;  aber
der  Ton  wird  keinen  Zweifel  an  der  gereizten
Stimmung  der  amerilanischen  Regierung  lassen.
Die  Regierung  argwöhnt  eine  absichtliche  Virichleppungspolitik
  bei  der  Behandlung  beschlag
nal  mier  Schifse;  außerdem  schiebt  sie  England
rie  Beweisführung  daruber  M,.  daß  eine  La
dung  für  den  Feind  beflimmt  sei,  anilatt  jetlbft
den  Beweie  zu  übernehmen.  Die  amerilanische
Regierung  spricht  mit  Selbstbewußtsein  und
sordert  Achtung  vor  den  ihr  zusteljenden  Rech
len.  Es  wäre  eine  Abweichung  von  der  Neutralitäl,
  wenn  sie  nach  der  Note  an  Deutsch
land  wegen  der  „Lusitania“  nicht  ebenso'  kräftig
gegen  die  englischen  Uebergrifie  protektierte.
Nole  wird  von  vielen  Amerikanern  mit  großer
Genugtuung  gelesen  werden,  weil  sie  das  un
angenehme  Gefühl  entsernen  wird,  als  ob  die
Regierung  scharf  gegen  Deutschland,  aber  milde
gegen  England  auftreten  würde.  (3.,

bon  den  —  —————

Der  Siegeszug  in  (Halizien.

London,  21.  Mai.  Dem  „Dailny  Tel
graph“  wird  aus  Petersburg  gemeldet:  Auo
autorikativ  militarischer  Quelle  wird  mitgeteüt,
daß  die  deutsch  österreichische  ÖOffensive  in  Galitien
  mit  31  35  Armeekor##  ausgesuhrt
wurde.  Das  Vorrucken  findet  in  verschiedenen  Koionnen
  slatt,  die  so  dicht  neben  einander  mar
schieren.  daß  sie  fast  eine  zufammenhängende
Masse  bilden.  Augenblicklich  rast  der  Kampf
auf  einer  Strede  von  2101  Meilen  längs  des
San  Flusses.  Gefangene  Honvedoffisiere  erählen,
  daß  die  O  ffensive,  die  jent  im  Gange
ist,  den  letzten  Versuch  bildel,  die  Macht  Rußlands
  vollständig  zu  brechen  und  Rußland  zu
zwiUngen,  um  Frieden  zu  bitten.  (3.)
Die  russischen  Verluste  in  Galizjien.

Berlin,  21.  Mai.  Der  Kriegsberichterstatier
  des  „Berliner  Tageblanes“  meldet  aus
Exerjes:  Die  seit  der  deutschen  und  österreichisch=
  ungarischen  Offensive  in  Westgalizien,  die
am  1i.  Mai  begonnen  hat,  von  den  Russen  er.
litlenen  Gesamiverlune  belragen  nach  der  Meinung
  hober  Offi  iere  an  Gefangenen,  Verwundeten
  und  Toten  mehr  als  31//11000  Mann.
Die  höchsten  Verluste  hatten  Dimitriews  J.  und
Brussilows  8.  Armee,  ebenso  die  6.  krussische
Armee.  (.3.)

Die  Umzingelung  von  Przemysl.

Wien,  21.  Mai.  „Az  Est“  berichtel:  Die
lereinigten  deutschen  und  österreichisch-ungariischen
  Streilkräfte  haben  in  dieser  Stunde  Przemysl
  bereits  derart  umzingelt,  daß  nur  der
östliche  Teil  der  Stadt  in  der  Richtung  gegen
Lemberg  offen  ist.  (.3.)

Die  zweite  Maischlacht.

Wien,  21.  Mai.  Die  zweite  Maischlacht
ist  an  der  ganzen  Front  im  Gange.  Brenn-Funkie
  lsind  nach  wie  vor  die  von  den  verbün.
deten  Truppen  besetzten  Bruckenköpfe  von  Sieniawa
  und  Jaroslau,  gegen  die  sich  die  ver
geblichen  Angriffe  der  Russen  in  unverminderter
Heftigkeit  wiederholen.  Im  Raume  sudöstlich
Przemysl  hat  der  Angriff  der  verbüundelen
Truppen  wieder  Raum  gewonnen,  wobei  zahlreiche
  Gefangene  gemacht  wurden.  Im  Raume
Strii  steht  der  Kampf.  An  der  Pruthlinte.
namentlich  bei  Kolomca,  unternahmen  unsere

ruppen  an  mehreren  Stellen  Gegenangriffe
mit  gulem  Erfolge  und  brachten  zahlreiche  Gesangene
  ein.  (

Die  englische  Enttäuschung
über  Rußland.

London,  21.  Moi.  Der  militärische  Milarbeiter
  der  „Times“  schreibt:  Die  Früchte  des
russischen  Winterfeldzuges  in  den  Karpathen
sind  großtenteils  verloren.  Wir  hoffen,  daß
die  beruhigenden  Versicherungen  aus  Rutzland
sich  als  wahr  erweisen  werden.  Aber  es  desteht
die  Möglichkeit,  daß  die  Lage  noch  schlimmer
wird,  ehe  sie  sich  bessert.  Wir  müssen  offen
unsere  Entlauf  Kung  bekennen.  Es  ist  schwer
zu  verstehen,  daß  ge.  eine  Offensioe,  die  einen

 

Monat  vorher  vorauszuset.  War,  nicht  entspre- 



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