Full text : Kaiser Wilhelm II als Schloßherr auf elsässischem und auf lothringischem Boden.

Sonne  des  hohengelagerte

  Bergkegel  von  der  aufsteigenden
staufischen  Kaisertums  verklärt.

Von  nun  an  wurde  die  staufische  Burg  als  königliches  Lehen
einem  schwäbischen  Adelsgeschlecht  übertragen,  das  als  das  Geschlecht
der  Herren  von  Königsberg  in  der  Geschichte  auftritt.  Daß  drei
Brüder  dieses  Hauses  im  12.  Jahrhundert  als  hohe  Reichsbeamte
auch  in  Italien  die  Sache  des  Kaisers  Rotbart  vertraten,  gereicht
der  nach  unserer  elsässischen  Burg  benannten  Familie  wahrlich  zum
Ruhme.  Einer  derselben,  Berthold  von  Königsberg,  war  mehrere
Jahre  hindurch  kaiserlicher  Legat  und  begleitete  später  seinen  Kaiser
und  Herrn  auf  jenem  Kreuzzuge,  der  dem  Heldenleben  dieses  großen
Herrschers  ein  so  frühes,  so  tragisches  Ende  bereiten  sollte.  Nicht
als  einer  der  vielen  Fahrer,  „die  durchs  heilige  Land  gezogen
kamen“,  gewahren  wir  Berthold  von  Königsberg  auf  dem  Kreuzzuge.
  Ihn  hat  vielmehr  der  Kaiser  wiederholt  mit  ehrenvollen  und
schwierigen  Aufträgen  in  Griechenland  und  in  Palästina  betraut

berg  am  Kaiserlichen  Hofe  genoß,  mag  auch  daraus  ersehen  werden,
daß  er  bei  Kaiser  Heinrich  VI.  in  gleicher  Gunst  stand  wie  bei
dessen  Vater  und  von  ihm  mit  ähnlichen  Vollmachten  und  Missionen
und  zwar  für  ganz  Italien  ausgerüstet  wurde.  Er  hat  das  Ver—
trauen  der  beiden  Kaiser  nicht  getäuscht.  Als  siegreicher  Feldherr
drang  er  in  Apulien  ein,  wo  ihn  bei  einer  Belagerung  ein  feind—
liches  Wurfgeschoß  tödlich  traf.  Die  Marbacher  Annalen,  eine  auf
elsässischem  Boden  entstandene  Geschichtsquelle,  haben  uns  vom
Ruhme  dieses  wackeren  Berthold  von  Königsberg  Kunde  gegeben.
In  der  ersten  Hälfte  des  13.  Jahrhunderts  scheint  das  kaisertreue
Geschlecht  erloschen  zu  sein,  das  in  Heinrich  von  Königsberg  noch
einen  letzten  würdigen  Vertreter  und  Zeugen  einer  großen  Zeit
gefunden  hatte.

Aus  der  Stauferzeit,  in  welcher  Elsaß  und  die  Hohkönigsburg

gleichsam  im  Mittelpunkt  des  Machtbereiches  des  großen  Herrscher—