Metadata: Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen. Zweiter Band: Von der Mitte des sechzehnten bis zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. (2)

192 Der siebenjährige Krieg. 
zogen hatte, wurde er nach der Oder abberufen, um die preu- 
ßischen Lande gegen die Russen schützen zu helfen; außer Dres- 
den blieben nur Leipzig, Torgan und Wittenberg von den 
Preußen besetzt. Diese günstige Gelegenheit wollte der Herzog 
von Zweibrücken nicht vorübergehen lassen um sich Sachsens 
zu bemächtigen. Leipzig übergab General Hausen 6. August 
gegen freien Abzug, Torgau Wolfersdorf erst nach mehreren 
abgeschlagenen Stürmen wegen Mangels au Munition am 14ten, 
Wittenberg öffnete den alsten die Thore. Nach diesen Erfolgen 
stieß die Reichsarmee zu den Oesterreichern unter Macquire und 
Guasco, welche seit dem 9. August Dresden eingeschlossen hielten. 
Obgleich Schmettau den 28000 Angreifern kaum 5000 Mann 
entgegenzustellen hatte, rüstete er sich doch zur äußersten Ver- 
theidigung, räumte die Neustadt, ließ die Brücke unterminiren 
und abermals, ohne Rücksicht auf des Herzogs Drohung, an 
Halle und Berlin Vergeltung üben zu wollen, einen Theil der 
Vorstädte, 85 Häuser, anzünden, 30. August. Aber nach der 
schrecklichen Niederlage bei Kunnersdorf, 12. August, an der 
Möglichkeit Dresden zu behaupten verzweifelnd, befahl ihm 
Friedrich, wenigstens die 5,600000 Thaler enthaltende Kasse, 
des Landes Mark und Saft, und das reiche in der Stadt auf- 
gehäufte Kriegsmaterial durch Kapitulation zu retten. Am 
4. September wurde diese unterzeichnet. Bereits hatte die 
Näumung begomen, wobei von der Besatzung nicht weniger 
als 1443 Mann desertirten, als ein zweiter Befehl des Königs 
vom 25. August die Stadt unter allen Umständen zu halten 
gebot und General Wunsch mit 8000 Preußen zwei Meilen 
von derselben eintraf. Aber Schmettau war nicht in der Lage 
die bereits in Ausführung begrissene Kapitulation rückgängig 
zu machen, Dresden war unwiderbringlich verloren und damit 
Friedrichs Stellung in Sachsen tief erschüttert 1); nur Leipzig 
und Wittenberg nahmen Fink und Wunsch wieder ein, nachdem 
1) Schmettau's Leben, S. 412 ff. — Diarium von der Belagerung 
der Residenzstadt Dresden 2c. vom 22. August bis 9. September (Histor.= 
geogr. Nachricht von Dresden).
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.