IV Naaturlehre. 53
Bogenlampen ein Uhrwerk angebracht, durch das der obere Kohlenstift langsam und
gleichmäßig nach unten geschoben wird. — Während das Glühlicht zur Beleuchtung
der Wohnräume dient, verwendet man das Bogenlicht, um Straßen, Anlagen,
große Säle usw. zu erleuchten. Das grelle Licht mildert man durch Glocken aus
Milchglas. Zur herstellung des erforderlichen elektrischen Stromes benutzt man jetzt
nicht mehr galvanische Batterien, sondern zumeist Dynamomaschinen (S. 58).
5. Chemische Wirkungen des galvanischen Stromes (Ausscheidung von
Metallen). a) Um zu untersuchen, ob durch den elektrischen Strom auch chemische
Wirkungen hervorgerufen werden, befestigen wir an den Enden der CLeitungsdrähte
einer galvanischen Batterie kleine Platinbleche und hängen sie so in eine Lösung
von Kupfervitriol (einem blauen Salze), daß sie sich nicht berühren. Nach kurzer
Zeit ist die Hlatte, die wir an den neg. Sinkpol angeschlossen haben, mit einer roten
Kupferschicht überzogen: wir haben sie „verkupfert". Verwenden wir zu dem Ver—
suche die Lösung eines andern Metalles, z. B. Gold, Silber, Nickel usw., so zeigt sich
gleichfalls, daß der elektrische Itrom Metallösungen zersetzt, und zwar
scheidet sich das Metall stets an dem neg. Dole ab. — hängen wir statt des
Dlatinbleches einen andern metallischen Körper (z. B. eine Kupfermünze) in die Lösung,
so bedeckt er sich mit einem Uberzuge von Gold, Silber, Nickel usw. („galvanische
Metallplattierung“).
b) Wir können daher den elektrischen Strom verwenden, um genaue Kbdrücke
und Nachbildungen von Münzen, Medaillen u. dgl. herzustellen. Sunächst verfertigen
wir uns von einer Münze einen Eipsabdruck (S. 76). Dieser zeigt die
Erhöhungen der Münze vertieft, die Dertiefungen aber erhöht. Da Gips die Elektrizität
nicht leitet, überziehen wir den Kbdruck mit einer feinen Schicht von Eraphit
(S. 68) und befestigen ihn dann an dem neg. Pole der Batterie. An dem pos. Pole
bringen wir eine Metall-, z. B. eine Kupferplatte an. Hängen wir nun beides in
eine Lösung von Kupfervitriol, dann setzen sich an dem Eipsabdrucke so viele Kupferteilchen
ab, daß im Laufe von etwa 24 Stunden eine dünne Schicht entsteht. Lösen
wir diese ab, so haben wir einen Kupferabdruck der Münze erhalten. In ähnlicher
Weise werden die Formen für Zbbildungen u. dgl. hergestellt.
6. Ablenkung der Magnetnadel. a) gühren wir den Schließungsbogen
eines galvanischen Elementes wagerecht über oder unter einer Magnetnadel vorbei,
so wird sie abgelenkt. Der elektrische Strom übt also auch außerhalb seiner
Leitung Mirkungen aus („Hernwirkungen“).
b) Wir bringen zwischen zwei kleine, dünne Dapptafeln eine Magnetnadel und
wickeln um die Täfelchen einen mit Seide umsponnenen Kupferdraht mehrere Male
so auf, daß die Windungen dieselbe Richtung wie die Magnetnadel haben. Ceiten
wir denselben Strom, den wir zu unserm vorigen Versuche benutzt haben, durch den
Draht, so beobachten wir, daß die Ablenkung der Magnetnadel weit größer
wird, wenn der Strom sie in möglichst vielen Mindungen umkreist. —
Mit hilfe eines solchen Strommessers (Galvanometers) können wir daher nicht
nur das Dorhandensein sehr schwacher Ströme nachweisen, sondern auch an der
Größe der Kblenkung der Magnetnadel die Stärke des Stromes messen.
7. Elektromagnetismus. a) Um zu untersuchen, ob der galvanische Strom
auch auf gewöhnliches Eisen Wirkungen ausübt, wickeln wir um einen schmiedeeisernen
Uagel in Spiralen einen Kupferdraht, durch den wir einen elektrischen Itrom