Metadata : Realienbuch nebst einem Anhange für Deutsch und Raumlehre.

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die  bei  der  Reife  mit  einem  Deckel  aufspringt  (Büchsenfrucht).  Die  schwarzen  Sa—
menkörner,  sowie  die  ganze  Pflanze,  sind  sehr  giftig.  A  6—10  an  Zäunen,  auf
Schutthaufen.

Andere  Tollkräuter  —  gefährliche  Giftpflanzen  —  sind:  der  schwarze  Nacht—
schatten  mit  weißen  Blüten,  in  denen  die  gelben  Staubfäden  zusammengeneigt  stehen,
und  schwarzen,  erbsengroßen  Beeren,  der  großblätterige  Tabak,  die  kirschenartige  Früchte
tragende  Belladonna,  der  Stechapfel  mit  stacheligen  Samenkapseln.

11.  Die  Kartoffel.  Ihre  unterirdischen  Zweige  verdicken  sich  zu  fleischigen
Knollen,  deren  Augen  oder  Knospen  unentwickelte  Blätter  sind.  Die  Stengel  sind
krautartig,  die  Blätter  unterbrochen  gesiedert.  Die  Blüten  bilden  eine  Doldentraube.
Die  Blume  ist  radförmig  und  hat  5  Staubgefäße.  Die  Pflanze  stammt  aus  Amerika.
Ihre  Knollen  sind  ein  Hauptnahrungsmittel  der  ärmern  Menschen.  O  7—8.

12.  Der  gemeine  Flieder  ist  ein  bekannter  Zierstrauch  mit  dicken,  herzförmigen,
zugespitzten  Blättern.  Die  blaurötlichen  oder  weißen,  wohlriechenden  Blüten  bilden
straußartige  Rispen.  Der  Kelch  ist  4  zähnig,  die  unten  langröhrige  Blumenkrone
1  blättrig,  oben  4  spaltig.  In  ihr  befinden  sich  2  Staubgefäße  und  1  Stempel.  Die
holzige  Fruchtkapsel  ist  2  klappig.  A  4—5.

Andere  Olbaumgewächse  sind:  der  immergrüne,  bis  10  m  hohe  Olbaum  in  warmen
Ländern  mit  weidenartigen  Blättern  und  pflaumenartigen  Früchten  (Oliven),  aus  denen
das  Baumöl  (Provencer-Ol)  gepreßt  wird.  Auch  unsere  Esche  gehört  in  diese  Familie.

13.  Der  Flachs  oder  Lein  hat  runde,  dünne,  oben  ästige  Stengel  und  zerstreut
stehende,  lanzettliche  Blätter.  Die  Blüten  bestehen  aus  5  eiförmig-spitzigen  Kelchblättern,
  die  Krone  aus  5  rundlichen,  himmelblauen  Blütenblättern.  In  der  Blüte
stehen  5  Staubgefäße,  die  an  ihrem  Grunde  in  einen  Ring  verwachsen  sind,  und  5
Stempel.  Die  Frucht  ist  eine  kugelige,  gestreifte,  5  klappige,  10  fächerige  Kapsel.
Jedes  Fach  enthält  1  bräunliches,  plattes  Samenkorn.  (Lein  —  Leinöl.)  Legt  man
die  Flachsstengel  etwa  8—  14  Tage  in  Wasser  (rösten),  so  lassen  sich  die  Bastfasern
von  den  holzigen  Stengelteilen  durch  Brechen,  Schwingen,  Hecheln  scheiden.  Die
reinen  Bastfasern  können  nun  zu  Garn  gesponnen  werden.  O  6—8,  auf  Feldern
angebaut.

14.  Die  rundblättrige  Malve.  Der  niederliegende  Stengel  hat  unten  herzkreisförmige,
  gewöhlich  5  oder  7lappige  Blätter  mit  rundlichen  Lappen,  oben  doppelt
sägezähnige.  Die  weißen  oder  rötlichen  Blüten  erscheinen  in  den  Blattwinkeln  auf
weichhaarigen,  einblütigen  Stielen.  Der  5  spaltige  Kelch  ist  von  einer  3  blättrigen
Hülle  umgeben,  die  5  Kronenblätter  sind  verkehrt  herzförmig.
  Die  zahlreichen  Staubgefäße  bilden  eine  am
Grunde  verwachsene  Röhre.  Nach  dem  Verblühen  neigt
sich  der  Blütenstiel  abwärts  und  es  entstehen  daran
glatte  oder  schwach  runzelige  Kapseln,  in  welchen  die
Früchte  kreisförmig  um  ein  Mittelsäulchen  gestellt  sind.
A  7—10  an  Wegen  und  Zäunen.

Verwandte  Malvengewächse  sind  die  in  Gärten  gezogene
  Stockrose  und  die  sehr  wichtige  ausländische
Baumwollenstaude  (Fig.  28),  ein  Strauch,  der  in  walnußgroßen
  Samenkapseln  die  Baumwolle  trägt,  welche  ein

so  wichtiges  Material  zu  Gespinsten  und  Zeugen  aller  Art
abgiebt  und  Tausenden  lohnenden  Verdienst  gewährt.

15.  Der  Löwenzahn.  Die  starke,  weiße,  spindelförmige
  Wurzel  enthält  neben  den  glatten,  röhrigen
Blütenschäften  einen  weißen,  milchigen  Saft.  Die
Pflanze  hat  nur  schrotsägeförmige,  kahle  Wurzelblätter.
  Der  Schaft  ist  einblumig.  Auf  einem  gemeinschaftlichen
  Fruchtboden  stehen  eine  Menae  einzelne,  gelbe  Blumenkronen,  so  daß  das