Metadaten : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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Nummer  220

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Sonntag,  3.  Oktober  1916

 

Der  Weltkrieg.

«  Armes-lage

WVTB.  Großßes  Hauptquartier,
4.  Oltober,  vormittags.  Amtlich.

Westlicher  Kriegsschauplatz.

Gestern  früh  erschienen  vor  Zeebrügge  fünf
Monitore  und  legten  ein  wirlungsloses  Feuer
auj  die  Küste.  Drei  belgische  Bewohner  sielen
dem  Feuer  zum  Opfer.  Unsere  Küstenbatterien
trafen  einen  Monitor,  der  schmer  beschädigt  abgeschleppt
  werden  mußte.

Gegen  die  englische  Front  nördlich  von  Loos,
aus  der  nachts  ein  vergeblicher  Ausfall  gegen
unsere  Stellungen  westlich  von  Heisnes  unternommen
  wurde,  machten  die  Angriffsarbeilen
weilere  Fortschritte.

Südlich  des  Souchezbaches  konnten  sich  die
Kranzosen  in  einem  lleinen  Grabenstück  an  der
DHöbe  nordwestlich  Givenchy  sestsetzen.  Südlich
Uieser  Höhe  wmurden  französische  Angriffsversuche
  abgeschlagen.

Das  40  Meter  lange  Grabenstück  nordöstlich
von  Neuville  wurde  von  uns  wieder  genommen.

In  der  Champagne  setzten  gestern  nachmit-.
  die  Franzosen  in  der  Gegend  nordwestlich
ren  Massiges  und  nordwersilich  von  Ville-fur-Tourbe
  vergeblich  zum  Angriff  an.  Ihre  An-—

  —

santnlungen  wurden  unter  lonzentrisches  Feuer

gendinmen.

den

 

Ein  starler  Nachtangriff  gegen  unerte
  Stellungen  nordwestlich  von  Ville-fur#Tq
Teurbe  brach  im  Artillerie=  und  Maschinen
acu  ehtjeuer  unter  schmeren  Verlusien  zu-#emmen.


er  Bahnhof#  von  Chalons,  der  Hauntiamhlat

  für  die  französischen  Angrsifsolruppen
in  der  Champagne,  wurde  heute  Nacht  mit
nantlichem  Erfolg  von  cinem  unserer  Luftschiffe
mit  Bomben  belegl.

Cestlicher  Krlegsschauplatz.
Beeressruppe  bes  cheneralfeldmarschalls  :
von  Bindenburg.

Die  Russen  schritlen  gestern  nach  ausgiebiger
Trtillerievorkreitung  fasi  auf  der  Lanzen  Sront
I.  #schen  Postawy  und  Smorgon  in  dichten  Masre#n
  zum  Angriff,  der  unter  ungemöhnlich  Uarsen
  Verlusten  zusammenbrach.  Nächtliche  Teilwiternehmungen

  blieben  ebenso  erfolglos.

Auch  süduestlich  von  Lennewaden  (an  der
Dnna)  murde  ein  feindlicher  Vorsloß  abgewiesen.

Rei  den  anderen  Heeresgruppen  ist  die  Lage

nverändert.

 

 

 

Oberste  Heeresleltung.
Die  Engländer  bei  Loos.

ihrer  großen  lle  ermacht  machten  i####  leinen  Augrisf
  mehr.  Oestlich  Dpern  brachte  eine  beulsche
Ostensive  den  Engländern  furchtbare  Veriufte
bei.  Der  Vorteil,  den  die  Engländer  bei  Loos
errungen  hatten,  wird  ihnen  schrittweise  wieder
entrissen.  Der  große  Durchbruchoversuch  zwischen
  Reims  und  den  Argonnen  ist  völlig  ersolglos.
  Neue  Schanzarbeiten  der  Franzosen
lassen  e#  zweifelhaft  erscheinen,  ob  der  Feind
cinen  neuen  Vorstoßversuch  in  breiter  Front
machen  wird.  (.).)

Die  Cholera  an  der  Isonzofront.

Wien,  4.  Oit.  Unter  den  Truppen  an  der
italienischen  Isonzofront  ist  die  Cholera  ausgebrochen.
  Es  kommen  auch  Nälle  schmerglicher
Dysenterie  vor,  denen  die  Aerzte  hilflos  gegenüberstehen.
  (G.,

Ausodehnung  der  Ausstände  in

Italien.

Mailand,  4.  Okt.  Der  „Secolo“  erfährt
aus  Gallarate,  daß  zur  Weberbemegung  in
Busslo-Arügzio  jett  auch  die  der  Hüttenarbeiter
sich  gesellie.  Sie  überreichten  den  Industriellen
eine  „Deulschrift,  in  der  sie  30  Proz-  L  Lohnerhöhung
  verlangen.  Sse  begründen  din  Kordetung
  mil  der  Teucrung.  (.).4
Das  russische  Ultimatum

an  Bulgarien.

Petersburg,  4.  Olt.  (Petersburger  Telegraphenagentur.)
  Der  russische  Gesandte  in
Sofia  wurde  beaustragt,  unverzüglich  dem  Mimisterpralidenten
  Nadoslawow  solgende  Note  zu
überreichen:  „Die  Ereignisse,  die  sich  gegenwärtig
  in  Bulgarien  abspielen,  begeugen  den  endgültigen
  Entschluß  der  Regierung  des  Königs  Ferdinand,
  das  Schicksal  des  Landes  in  die  Hände
Deutschlands  zu  legen.  Die  Anwesenheit  deul.
scher  und  österreichischer  Offiziere  im  Kriegsministerium
  und  bei  den  Generalstäben  der  Armee,
die  Zusammenziehung  der  Truppen  in  den  an
Serbien  stoßenden  Gebietsleilen  und  die  weitgehende
  finanzielle  Unterstützung,  welche  das  Kabinett
  in  Sosia  seitens  unserer  Feinde  annahm,
lassen  keinen  Zweifel  mehr  über  das  Ziel  der
gegenwärtigen  militärischen  Vorbereitungen  der
bulgarischen  Regierung  zu.  Die  Mächte  der  Entente,
  die  sich  die  Verwirklichung  der  Bestrebungen
  des  bulgarischen  Volles  hatten  angelegen
sein  lassen,  machten  Radoslawow  zu  verschiedenen
  Malen  darauf  aufmerksam,  daß  sie  jede  serbenfeindliche
  Hallung  als  gegen  sich  gerichtet
ansehen  würden.  Die  von  dem  Vorsitzenden
des  bulgarischen  Kabinetts  als  Antwort  auf
diese  Warnungen  reichlich  abgegebenen  Versicherungen
  sind  durch  die  Tatsachen  widerlegt.
Der  Vertreter  Rußlands,  das  mit  Bulgarien
durch  die  unvergängliche  Erinnerung  an  Bulgariens
  Befreiung  vom  türkischen  Joche  verbunden
ist,  lann  nicht  durch  seine  Anwesenheit  die  Vorbereitungen
  zu  dem  brudermörderischen  Angriff

 

den  Anstrag,  Bulgarien  mit  dem  gesamten  Personal
  der  Gesandtschaft  zu  verlassen,  wenn  die
bulgarische  Regierung  nicht  binnen  24  Stunden
offen  die  Beziehungen  zu  den  Feinden  der  flavischen
  Sache  und  Rußlands  abbricht  und  wenn
sie  nicht  unverzüglich  dazu  schreilet,  die  Offiziere
  zu  entsernen,  welche  Armeen  der  Staaten
angehören,  die  sich  mit  den  Mächten  der  Entente
  im  Kriege  befinden.“

Die  Wassen  sollen  sprechen.

Genf,  4.  Olt.  Der  heutige  „Mozedonien“
belilelle  Leitarlilel  des  „Temps“  ist  eine  endgültige
  Absage  an  Bulgarien.  Wntentbrannt
erilärt  er  die  Verbindung  mit  dem  Kabinett
Nadoolamow  für,  ausgeschlossen.  Bulgarien
habe  alle  Vorschläge  hinfällig  gemach:.  Mithin
  hätle  der  Vierverband  Sofia  nichts  mehr
zu  sagen.  Die  Waffen  würden  sorechen.  Die
Anlunft  französischer  und  englischer  Truppen  in
Mazedonien  werden  Zar  Ferdinand  keinen  Zweijel
  mehr  über  die  Wbsichten  des  Vierverbandes
lassen.  (Z.)

Truppenlandungenauf  dem  Balkan.

Lugano,  4.  Okt.  Jtalienischen  Blättern  zufolge
  ist  die  Balkanaktion  bereits  im  Gange.
Nalürlich  werden  die  hierzu  nöligen  Truppen
dem  Dardanellenheere  entnommen.  Nach  der
„Tribuna“  begannen  bereits  Truppenaueschif.
sungen  in  einem  griechischen  Hafen.  Auch  siehen
  russische  Landungen  in  Warna  und  Burgas
bevor.  In  Schastopol  und  Odessa  werden  ausgedehnte
  militärische  Vorbereitungen  gerroffen.
Griechenland  müsse  auf  alle  Fälle  der  Landung
  in  Salonili  ruhig  zusehen.  (3.)

Saloniki  als  Einfallstor.

Koustantinopel,  4.  Oit.  Es  tritt  mit
jedem  Tag  deutlicher  hervor,  daß  die  Entente
Saloniki  zur  neuen  Operationsbasis  wählt.  General
  Loro  Hamilton  mit  seinem  Stab  weilt  seit
gestern  in  Salonili,  ebenso  Teile  des  französischen
  Dardanellenst  abes.  Es  gewinnt  den  An
schein,  daß  die  Entente  der  achtmonatigen  Kamp#.
fe  auf  der  Halbinsel  Gallipoli,  die  sämtlich  an
dem  heroischen  Widerstand  der  ottomanischen
Armee  zerschelllen,  müde  geworden  ist.  Mit
wacksendem  Mißtrauen  und  Ungeduld  beobachtet
  man  in  Athen  das  Vorgehen  der  Enrente  in
Saloniti.  Sie  gebärdet  sich  in  der  mazedonischen
  HLauptstadt  als  Sonverän  ohne  Rücisicht
auf  die  griechischen  Interessen.  (Z.)

Bern.  4.  Okt.  Die  italienische  Presse  übernimmt
  allgemein  die  Mitteilungen  des  „Tempst,
monach  französische  Truppen  nach  Mazedonien
gesandt  werden  sollen  und  eine  Landung  in
Salonili  bald  zu  erwarten  sei.  (JZ.)

Di

e  Haltung  der  Balkanländetr.

Sofia.  J.  Okt.  Nadoslamow  empfing  eine
Abordnung  der  mit  der  Ghenadiewpartei  abermals
  vereiniglten  Stambulowgruppe.  Radoslaw
  ow  erkiürte  solgendes:  Bulgarien  kann  mit
Viecht  hoffen,  daß  seine  Sitnation  sich  vorteilhafter
  als?  bisher  gestalten  wird.  Bulgarie  n

 

 

nien  ist  herzlich.  Der  zwischen  Rumänien  und
den  Zentralmächten  ausgetauchte  Konflikt  ist
bereito  beigelegl.  Rumänien  wird  während  der
ganzen  Dauer  der  Osfensive  der  Zentralmächte
gegen  Serbien  neutral  bleiben,  auch  für  den
Fall,  daß  am  Ballan  neue  Komplikationen  entsiehen
  sollten.  Die  rumänische  Regierung  gab
eine  Erklärung  ab,  wonach  sie  bezüglich  Serbien
  desinteressiert  sei.  Griechenlands  Haltung
während  der  Offensive  der  Zentralmächte  gegen
  Serbien  werde  identisch  mit  der  Rumäniens?
sein.  (3.)

Zurüdhaltung  der  Bulgaren  in
Hrankreich.

Paris,  4.  Okt.  Die  französische  Regierung
hat  angeordnet,  daß  sämtliche  in  Frankreich  sich
aufhaltenden  Bulgaren  Jrankreich  nicht  verlassen
  dürfen.  (3.)

Kert#tberichte.

München,  3.  Olt.  Am  Freitag  hatte  der
Grohviehmarkt  die  gleiche  mittelmäßige  Zufuhr
nie  am  „Sreitag  der  vorigen  Woche.  Der  Haudel
  für  den  PlatzLedarf  gettaltete  sich  ein  wenig
lebhafter  ale  an  soniligen  Kreilagemärkien.
Auch  die  Nachfrage  zu  Aussuhrzwecken  hatte  ansangs
  etmas  lebhafter  eingesetzt,  war  aber  ĩrx
ter,  als  zu  Exporizu:  eclen  geeignete  mittlete
Ware  ziemlich  vergriffen  war,  etwas  abgeflau!.
Die  an  den  beiden  früheren  Markttagen  dieser
Woche  teilmweise  schmac  angezogenen  Vrelonnten
  durchnm.#g#  gehalien  werden.  In  der
Hauxtfache  gallen  der  Jeniner  benenicht:
Ochsen  52  79  Mk.,  Builen  4  52  Mkl.,  Küde
sowie  Kalinn#  23  .  und  Jugvich,
26  64  Mk.  Der  Kälbermarlt  hatte  nur  wäßiges
  Angebot.  Infolge  der  durch  das  ver:
spälete  Eintrefsen  eines  Teiles  der  Beflande
berbeigeführ  ten  ziemlich  unsicheren  Morktlage

 

 

gestallete  sich  der  Handel  lebhaf:,  cs  mußten
neuersich  um  durchuegs  2  Mk.  ner  #ner
höher:  Preife  angeiegt  werden.  In  der  Hauri-#sache

  galten  lebende  Ticre  Mi.  der
Zentner.  Der  Schweinemarlt“  war  der  Hahi
nach  um  nahezu  vov.  H.  bester  beschiät  als
am  Freilag  der  vorigen  Woche.  Nachdem  nur
elma  10  v.  H.  von  der  Heeresrerwaltung  jür
Nauchfleisch  benönigt  wurden,  nar  eine  seit
langem  nicht  mehr  so  große  zahl  dem  Planubedarf
  übern  ieien.  Der  Handel  gestaltete  sich
elmas  zurückhaltend.  so  daß  die  Preise  um  2
bis  3  Mk.  per  -enner,  und  spater  noch  mehr
ermäßigl  nerden  mwusse".  Ju  der  Hauglfache
galten  lebn  ide  Tieie  115  bisS  122,  geschlachlete
110  bis  148  Ml.  Beste.  insbesondere  nschige,
  mittelschwere  Tiere  erziellen  leb#end  b#
1  125  Ml.  geschlachtete  bie  152  Mit.  der
ZDentner.  Der  Schafmarlkt  haite  Mittelangeben.
Bei  mittelmäßigen  Geschäftegang  kTurde  zu
Unveränderten  Preifen  gebendett,  es  galten  3
schlachtete  Tiere  33  96  Ml.  der  Zeutner.  Im
Vergleich  zur  vorigen  Woche  find  in  diger
Woche  die  Preise  für  Großvieh  und  Schafe
ziemlich  unverändert  gebliehen.  Die  Kälberpreise
  haben  um  8  „Mk.  per  Heutner  angzogen,
  dagegen  find  die  Schweinepreifse  um
ebensoviel  zurückgegangen.

 

 

 

 

Berlin,  4.  Olt.  Die  Ossfensive  der  Erg-  auf  ein  flavisches  Volk  und  einen  Verbündelen  vird  seine  (renzen  gegen  Nordwe#ten  und  Su-  Wetterbericht  für  Dienstag,  5.  Oktober.
länder  ist  zum  Stillstand  gekommen.  Trog  gutheißen.  Der  russische  Ge'onndle  erhieli  derum!  den  ausdehnen.  Unifer  Verhältnis  zu  Rumä-  Noch  leine  Aenderung.  i
MEDIUM-m  WAqu  MERHGZHMMMM
Graus  0870  in  r  m  Vöbe,  mit  Ein  verlößiger

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Puescen  7  n  4  —

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fand  am  21.  September  1915  Iinfolge  selner  schweren  Verwurdung
  lim  Peldlazaren  lm  26.  Lebessjahre  unser  unvergemallcher,  braver
Schs,  Enkel,  Bruder,  Schwager,  Neffe  und  Oakel

Martin  Kurz

gepr.  Kameralpraktikant  und  K.  Rentamtssekretär
Einjährig.Freiwilliger  Unteroffizier  beim  13.  JInfanterie-Regiment

Kiefersfelden,  Oberaudorf.  Ruhpoldlsg,  Aurach  (Tirol),  4.  Okt.  1915.

Im  Nemes  der  neferauersdes  Hlaterbllebenen:

Andreas  Kurz.

Der  Trauergottesdlenst  findet  Montag,  11.  Oktober  1915  vormiliegs  8  Uhr

der  Plarrklrche  zu  Kleferefclden  statt.

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ist  billig  abzugeben.  Näh.  Exp.

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Widerruf!

Wbe  dis  degen  Anna  Bruckbener
gemachte  Beleldlgung  zurück,  da  1c
ca.  10  Ztr.,  zu  Most=  u.  Einkoch-  .  Ebrilchkeit  als  erwiesen  esen

7#.  Hete  Kolbermon.

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