Konkurs. Eingebrachtes der Ehefrau. Haupteid. 27
rathgute zum Zuge komme, aus welchem sie nach
c. 29 Cod. de jure dot. (5, 12) den verarmten
Ehemann mit zu unterhalten hätte, während nach
bayerischem Landrechte p. 1 c. 6 §. 12 Nr. 7 die
Frau den unvermöglichen Mann sogar aus ihrem
anzen Vermögen zu ernähren und zu unterhalten
pan. Gerade diese für die Gläubiger bestehende
Gefahr ist es aber, welche den Gesetzgeber bestimmt
hat, dem einfachen Geständnisse des Mannes keine
die Illatenforderungen der Ehefrau beweisende Kraft
im Konkurse beizulegen (Anmerk. zur G. Kap. XX
§. 6 lit. e.), gleichwie denn auch die ältere Praxis
hieran festgehalten hatte und Freiherr von Schmid
in seinem Kommentar zum bayerischen Landrechte
Th. 1 Art. 20 Nr. 12 und zum Gantprozesse
T. 2 Art. 132), worauf Kreittmayr in den
Anmerk. zur GO. Kap. XX F§. 6 lit. c Bezug
nimmt, selbst das beschworene Geständniß des
Ehemannes für sich allein als beweisunkräftig ansieht.
Offenbar aber ist kein Grund vorhanden, die
Konkursgläubiger dem Eide der für die Illation
kämpfenden Ehefrau gegenüber für schlimmer gestellt
zu erachten als dem die Illation eidlich erhärtenden
Manne gegenüber, und insbesondere könnte auch die
Rechtsregel: in ambiguis Dro dotihus respondere
melius est — I. 70 Dig. de jore dol.
(23, 3), I. 85 Dig. de reg. Jur. (50, 17) —
2) Schmid ad ediel. proc. Til. 2 Arl. 12 Nr. 11: Observandum
esl sedlo, duod confessio marili, eliam
jurala, credilonbus nocere non possil. Covar.,
Schneidewin, Vigel., duamvis conlrarium velit
Gail lib. 2 Nr. 9. Quis enim non aphrehendu, perduam
bericulosum essc. si alicni poleslas lierel, ut
in favorem proprium, cum marilus Sil dominus
dolis, ei in Ihvorem ugxoris sune. juramento
suo crcliloriboes — Praejudiciom sacere possel?
Quot non frauqibus et dols per ejusmodi nimis
favorabilem licenliam locus darelur?