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förmigen Werthrelation von 15½: 1 gegen Gold zu prägen, und das
Silber würde sofort den alten Preis wiedererlangen, die franzöfischen
5-Franksthaler wären wieder eine vollwerthige, anständige Münze, das
Problem wäre also gelöst ohne die geringsten Kosten und Unzukömmlichkeiten.
Auf Grund dieses klar und nett aufgestellten Dilemma's können Sie
selbstverständlich nicht umhin, ihrem patriotischen Schmerze darüber Ausdruck
zu verleihen, daß der französische Finanzminister Leon Say es
unterlassen habe, dem großherzigen, von der tiefsten wirthschaftlichen Einsicht
und Uneigennützigkeit diktirten Vorschlage der amerikanischen Minenbesitzer
— will sagen der amerikanischen Regierung — beizupflichten und
mit aller Energie der Etablirung eines universellen Münzbundes zuzusteuern.
Das wäre nun Alles richtig und unanfechtbar, wenn eben das von
Ihnen aufgestellte Dilemma bestünde; dies ist aber glücklicherweise — und
zwar glücklicherweise für Frankreich — durchaus nicht der Fall. Weder
führen nur die zwei Wege, die Sie als die einzig möglichen bezeichnet
haben, zur Wiederherstellung der französischen Valuta, noch ist es richtig,
daß die von Ihnen bezeichneten Wege beide zu diesem Ziele führen. Die
als so bequem, einfach und unfehlbar geschilderte bimetallistische Methode
hat nämlich den kleinen Uebelstand, daß sie den franzöfischen Silberthalern
ihren Charakter als unterwerthig ausgeprägtes Zeichengeld gar nicht nehmen
würde. Sie könnte das Uebel vertuschen, verkleistern, dem oberflächlichen
Beobachter verbergen; beseitigen aber könnte sie es nicht. Dagegen würde
die monometallistische Methode allerdings zu den von Ihnen mit so gräulichen
Farben ausgemalten Konsequenzen führen, wenn man sich bei ihrer
Befolgung streng an das von Ihnen vorgezeichnete Recept halten wollte.
Sie übersehen aber in der Hitze des Streites, daß dies gar nicht so nothwendig
ist. Wer sagt Ihnen denn, daß irgend ein ernsthafter Staatsmann
der Goldwährungspartei Ihrem Lande den aberwitzigen Rath ertheilen
wollte, sich seiner 2½ Milliarden Franks mit einem Schlage zu entledigen?
Ist Ihnen denn wirklich niemals, wenn Sie die deutschen Staatsmänner
darob verhöhnten, daß Sie noch immer und immer nicht die
Silberthaler sämmtlich verkauft hätten, ist Ihnen noch niemals der Gedanke
gekommen, daß dies vernünftigerweise anders gar nicht sein könne,
und daß für die deutsche Regierung ein zwingender Grund durchaus nicht vorliege,
die Verkäufe zu forciren, indem ja die Goldwährung trotz der noch
immer vorhandenen provisorischen Silbercirkulation mit allen ihren Konsequenzen
für Deutschland errungen ist? Die deutsche Reichsregierung hatte
allerdings gefehlt, daß fie sich anfänglich mit den Silberverkäufen nicht
mehr beeilte; jetzt aber, nachdem die Goldcirkulation einmal zur Wahrheit
geworden ist, wäre es thöricht, den noch vorhandenen Silberbestand gewaltsam
zu verschleudern. Das Leben der Nationen bemißt sich nicht
nach Jahren und eine so großartige Reform und Umwälzung wie es ein
Währungswechsel ist, darf immerhin ein Decennium und nöthigenfalls auch
darüber hinaus zu ihrer vollständigen Durchführung beanspruchen. Damit
will ich keineswegs gesagt haben, daß meiner Ansicht nach die deutsche
Münzreform nicht in diesem Decennium ganz gut durchgeführt werden