und Kuchen. Zuletzt putzte er sich den Mund, dankte vielmals und
ging seines Weges auf Düsseldorf zu.
Am andern Tage saß der hohe Herr wieder an seiner reichen
Tafel, aber die vornehmen Speisen wollten ihm nicht schmecken wie
Speck und Erbsen im Bauernhause. Da rief er seinen Koch herbei
und befahl: „Koche Speck und Erbsen; das ist das köstlichste Essen
von der Welt!“ Aber Speck und Erbsen wollten ihm hier auch
nicht schmecken. Da mußte ein Eilbote hinausreiten und die Köchin
aus dem Königsforst bestellen. Die Bäuerin wurde von Bensberg
mit einem herrlichen Wagen ins Schloß geholt. Sie hatte ein Hafer—
brot mitgebracht und fürchtete sich nicht vor dem fremden Jägersmann,
der über Nacht ein bekannter Fürst geworden war.
Die gute Frau kochte Speck und Erbsen, so gut sie es nur vermochte,
und legte auch wieder ein Stück Haferbrot hinzu. Der Kurfürst
kostete von allem, aber er aß nicht ordentlich davon. Es wollte
ihm gar nicht schmecken wie in der Bauernhütte, weil er keinen
Hunger hatte.
Diese Geschichte haben sich die Leute im Bergischen Lande noch
oft erzählt. Sie machten auch ein Sprüchlein dazu und sagten:
„Wer sich vor Arbeit nicht tut schrecken,
dem wird's wie dem Jan Wellem schmecken."“
244. Johanna Sebus.
Der Winter des Jahres 1809 war sehr hart. Der Schnee lag
hoch, und die Eisdecke über die Bäche und Flüsse war so stark,
daß man mit schweren Wagen darüberfahren konnte. In der ersten
Hälfte des Januar trat Tauwetter ein, und die dicke Eisdecke des
Rheines setzte sich bald in Bewegung. Mit schauerlichem Toben
wälzte die starke Strömung die gewaltigen Eisblöcke und Eisschollen
übereinander hin. Das Wasser stieg unerwartet rasch und hoch;
denn im Oberland lag hoher Schnee, der schnell abging. Bald
wurde oberhalb der Stadt Cleve die niedere Gegend völlig unter
Wasser gesetzt und ebenso die ganze untere Stadt. Ja, die Flut stieg
in der Stadt so hoch, daß viele Häuser mit ihrem ersten Stockwerk
ganz im Wasser standen. Auf dem Lande war's noch viel ärger.
Die armen Bauern saßen mit ihren Frauen und Kindern auf den
Firsten ihrer Dächer in Nässe und Kälte. Für sie gab es keine
Rettung; denn unter ihnen wühlte das Wasser die Mauern ihrer
Häuser auf, und sie mußten in jeder Minute gewärtig sein, daß sie