49 abwandeln abwehren. abweichen — abwersen. 50
Luc. 24, 2; bildlich: sorge, steuern (indem dic mahl- politik abzuwchren Preußen i. B. 1, 45; einem ctwas:
steucr von ihnen auf andre abgewälzt wird Bismarck schlaf nur, ich wehre die fliegen dir ab!; mit Dat.: der
Reden 1, 207), verantwortung (2, 238) auf jemand; ein kunftig drohenden gelahr abzuwchren Goethe 16, 19.
fluch . den keine weisheit und stärke abwälzen kaun] Abweichen, einen verlassen: weichet nicht binter
Freytag Valent. 4,2. — abwaudeln, intrans. hinweg= dem herrn ab 1. Sam. 12, 20; sie weichen binter ihm
wandeln: ich wandelte allein ab; Verwandlung durch= ab seine getreuen Schiller Fiesko 5, 5; von etwas
sführen, im 17. 18. Ih. grammatischer Ausdruck, ein sich entfernen: vom rechten wege. von der tugend; dasz
Zeitwort, hauptwort abwandeln; abwandelung Flerxion Sie manchmal von ihren cingeführten strengen gesetzen
Schottel Sprachk. 25; Verwandlung durchmachen: abgewichen sind Gellert 4, 196; eine von der unsern
einen jetzt in das gegenteil eb eande#ten mehrbetrag abweichende ansicht; unendlich viele abweichcende grade
Zeitung 1887. — abwarten, 8 warten bis zum Ersolg: und schattirungen Goethe 52, 335; Part. abgewichen
einen, ctwas; die verkäufer abwarten; ich .. wartetc von der Zeit, jüngst vergangen: im abgewichnen jahr
einc gute stunde zb Goethe 7, 140; warte ab. bis es Goethe Recens. v. 1773. Ent. Inf. das abweichen
morgen wird Schiller Kab. 5, 1. 2) völlige Sorgfalt bezeichnet in Oberdeutschland heftigen Durchsall. — abverwenden,
in älterer Spr. mit Gen.: seiner geschäfte weichen, weih machen und dadurch entfernen, das pflaster
abwarten Stieler, oder Dat.: dem alten Herzdruder von der wunde; weich werden und losgehen, das pflaster
in seiner krankheit abzuwarten Simpl. 1, 201; später ist abgeweicht. — abweisen ((rüher schwach, jetzt' stark
mit Acc.: seinen beruf, seine geschüfte; wenn der patient conj., s. weisen), wegweisen, zurückweisen, betiler, forsich
rubig hielte und sich abwartete Goethe W. Meister dernde, forderungen; einen freier, die armen Stieler;
4, 9. 3) — erwarten: ich wüunschte ich könntc dich abweischde geberde Heyse Par. 2, 173; kugeln ababwarten
Lenz Waldbrud. 70. — Ahwartung, l. vor= weisen (Stieler) durch Besprechung machen, daß sie
nehmlich nach dem Vor. 2: abwartung seiner geschafte,, machtlos abprallen; er (ein Besuch) läszt sich nicht abeines
kranken. — abwärts, Adv. 1) in der Richtung weisen Freytag Valent. 5, 1; pfahl oder stein der
von oben nach unten, mit Verben der Bewegung, geben, einen wagen abweist, ihn hindert, einen andern als den
steigen. fiegen, flieszen u. a.; der weise . sinkt ab-gewiesenen Weg zu fahren. — Abweiser, m. Abweiswürts
Schiller 2, 352. 2) zur Seite, mit Verben der stein, m. Prallstein, Wagen abzuweisen: wenn das vorder-Bewegung
und Haltung: ihm schwärmen abwürts die rad nicht an einem abweisstein stunde J Gotthelf
gedanken nach seines vaters hallen Goethe Iphig. Schuldenb. 284.— abwelken, völlig welk werden, blume,
1, 1; aber Amalia stand abwärts um gesimse des fensters jugend, schönbeit welkt ab; mit abgewelkten kränzen
Voß Luise 3, 1,446. — ahwaschen, 1) waschend weg-AUhland Ged. 174. — abwendbar, was abzuwenden
schaffen und reinigen, schmutz, farbe, tinte; tische, ist. — abwenden, t) tranf. wegwenden, andere Richtung
stühle, diclen; wusch jnen die strimen ube Ap. Gesch. geben, sinnlich: auge, obr, blick, antlitz, auch um da-16,
33; bildlich: abwaschen deine sunde 22,16; aber durch Empfindungen zu bezeichnen: wer sein ohre abir
seid abgewaschen, ir seid geheiliget 1. Cor. 6, 11. wendet zu hören das gesetz Spr. Sal. 28, 9; ihr ant-2)
waschend abnützen: zerrisz# die bemdkrausc an litz wenden verklürte (verachtend) von dir ad Goethe
seinem alten abgewaschenen hemde Hebel 2, 225. Faust 1; unsinnlicher: das sein herz nicht abgewand
Abwechselu, 1) intrans. wechselnd anders werden, werde 5. Mos. 17, 17; menschen abwenden, treulos
zu anderem gelangen: er wechselt in, mit seiner thötig- machen, 2. Kön. 17, 21; ihr hadt das land von Ostreich
keit ab; siè wechseln beide in seiner pflege ab; die abgewendet Schiller Tell 1, 4; wird ihm dagegen die
witterung hat bisber meist von sechs zu sechs tagen abgewendeten menschen .. vieder zufuhren Goethe
abgewechselt Goethe 27, 237; die bäume wechseln im Du W. 10. 2) refl. sich abwenden, sinnlich, seinen Körper:
tragen ab, gluck und ungluck wechseln ab Steinbach; dies lächeln und sich abwenden Freytag Journ. 4,1;
das regiment wechsclt ab, Imperium per omnes iz vom Einschlagen anderer Richtung: wir mussen uns
orbem it Stieler. Das Part.: abwechselnd singen, gleich von Linz links abwenden Eichendorsf Taugen.
reden; das zeug hat abwechselnd weisze und schwarze!2#; unsinnlich, nach Empfindung, Anhänglichteit:
streifen; mannigfaltigkeit von abwechselnden berg- und wandten sie sich von jm abe 2. Chron. 18, 32; wird
thalufern Gocthe 18, 111. 2) wechselnd anders machen,sich mit ekel von einem solchen anblick abwenden
Wcchsel bringen: dasz einer die widerwertige sache ab-Schiller 10, 97; vom ernst der zeit sich abzuwenden
wechslo (bald die eine, bald die andre treibe) Schup= Lenthold Ged. 91; Part. mit Dat.: dem göttlichen
pius 769; wir wechseln . das freche mit dem ernsten In kunst und leben abgewendet 208. 3) ein Ubel verab
Gotter; dic kbnigliche leibwache abgewechselt hüten, schlimmes, untergang, verlust, zorn abwenden;
Schiller 9, 312. — Abwechselung, f. Handlung des seinen grim abzuwenden Pf. 106, 23; disz opfer wird
Abwechselns; Wechsel: abwechselung in etwas bringen: von uns ubwenden alle pein AGryphius 1, 511.—
dasz abwechselung dic seele des lebens ist Bismarck abwendig, Abwendung habend, sich abwendend, mit
Brief 1859. — Abweg, w. vom richtigen wegführendermachen schon 16. Ih.: weib und gesind dem nechsten
Weg, eigentlich wie bildlich: welche jren weg verkercu, abwendig machen H Sachs ungl. Kind. 3; jemand von
und folgen jrem abwege Spr. Sal. 2, 15; die tugend sciner uberzcugung abwendig zu machen Bismarck
ist dic mittclstrasze zwischen zwei abwegen Wieland Neden 4, 175.
Agath. 5, 7; auch aus dem man vom Hauptwege einen Abwerfen, 1) wersend von sich bringen oder besei-Abstecher
macht: indem ich so abwege suchte Simpl.#igen, den ranzen vom rucken, last von der schulter,
1. 387; der abweg ist zum gluck nicht weit Wieland bürde, joch; da sie aber schrien, und jre kleider abder
Vogelsang. Gen. Sing. als Adv.:; abwegs geben,worfen Ap. Gesch. 22, 23; das pferd hat den reiter abstehen;
als ich mich nun abwegs machen wolte Simpl.geworfen; wie ein olebawm seine bluet abwirft Hiob
1. 171; im 17. Ih. auch abweg. — abwehen, durch den5, 33; brucke abwersen, abbrechen, Ausdruck des 15. Ih.
Wind sorttragen: falbe blumen, abgewehte haare Gocthe i Städtechr. 5, 224), und noch bei Schiller 8, 170;
45, 16; zur Seite tragen: und selbst des fegfeurs fam- bildlich: abgeworfen jede fesscl der kunstelci und der
men wehet sein athem kuhlend von ihr ab Wieland mode 3, 521; so wirf denn ab, was mit beschwerden,
Sixt I. — Abwehr, k. neuer (bei Voß u. a.) für ab-o seele, dich gefesselt hielt Geibel 2, 55; in derbem
wehrung; zur abwehr von angritten Bismarck RedbenScherze: ein paar uber die kanzel abwersen (Simpl.
2, 71. — abwehren, wehrend sernhalten, angrick, sturm, 1, 341), anfbieten. Bei Jägern: der birsch wirft ab,
feinde, gegner; die sonne abzuwehren Heyse Par. 2,8; sein Geweih: hundin. wöllin wirft ab. gebiert. 2) erden
indirekten angriff auf die preuszische handels- |tragen, als Gewinu bringen (wie ein Früchte abwerfender
M. Hepne, Deutsches Werterduch, 1. 1