Hessen -= Homburg — Hessen-Kassel.
ursel abtrat, wofür es Nauheim erhielt.
Der Verlust betrug etwa 740 qkm mit
35,000 Einw. Mit seinen nördlich vom
Mainbelegenen Gebietsteilen Oberhessen)
trat H. dann dem Norddeutschen Bund
bei. Durch die Militärkonvention mit
Preußen (7. April 1867) wurde die hessische
Division ein Teil des deutschen
Bundesheers, zugleich wurde ein Schutzund
Trutzbündnis mit Preußen geschlossen.
Am deutsch-französischen Krieg nahmen
die hessischen Truppen erfolgreichen
Anteil; während desselben erfolgte gemäß
dem Vertrag vom 18. Nov. 1870 der Eintritt
Hessens in das Deutsche Reich. 1871
wurde Dalwigk entlassen, und 1872 trat
Hofmann an die Spitze des Ministeriums;
derselbe veranlaßte sofort die Annahme
eines neuen liberalen Wahlgesetzes und
später von Kirchengesetzen nach dem Muster
der preußischen Maigesetze. 1876 schied
Hofmann aus hessischem Dienst aus und
wurde durch v. Starck ersetzt. Nach Ludwigs
III. Tod (13. Juni 1877) bestieg sein
Neffe Ludwig IV. (s. Ludwig 5b) den
Thron. Vgl. Steiner, Geschichte des
Großherzogtums H. 133 r3, 5 Bde.);
Buchner, Das Gro herzogtum H. in seiner
politischen und sozialen Entwickelung
(1850); Dieffenbach, Das Großherzogun
Fiin Vergangenheit und Gegenwart
ö5 ff.).
Hessen= Homburg, bis 1866 deutsche
Landgrasschaft, fiel 1596 Friedrich I. aus
dem Haus Hessen-Darmstadt zu, der hier
eine Nebenlinie gründete. Sein Nachfolger
Friedrich II. (gest. 1705 stand zuerst
in schwedischen, dann in bran nurgischen
Diensten und kämpfte unter dem Großen
Kurfürsten Friedrich Wilhelm mit Aus-Wichnung.
Sein Nachfolger Friedrich III.
1 — )erlangte durch einen Vergleich
mit sien-Darmstad die Landeshoheit in
H. Friedrich V. (seit 1751) wurde durch
die Rheinbundsakte (1806) mediatisiert
und sein Land in Hessen-Darmstadt einverleibt.
Doch erhielt er durch den Wiener
Kongreß 1815 sein Land wieder, das durch
die Herrschaft Meisenheim vergrößert
wurde. Nach seinem 1820 erfolgten Tod
übernahmen die Regierung nacheinander
seine fünf Söhne. Der letzte von ihnen,
203
Ferdinand (seit 8. Sept. 1848), vereinbarte
mit einem dazu berufenen Landtag eine
Verfassung, welche 3. Jan. 1850 veröffentlicht,
aber 1852 wieder aufgehoben wurde.
Die 1849 infolze Bundestagsbeschlusses
geschlossene Spielbank in Homburg wurde
wiedereröffnet und hat bis 1872 bestanden.
Als Ferdinand 24. März 1866 starb,
fiel sein Ländchen an den Grabtergo Ludwig
III. von Hessen-Darmstadt. Derselbe
mußte es im Frieden vom 3. Sept. 1866
an Preußen abtreten, das es der Provinz
Hessen-Nassau einverleibte.
essen-Kassel, zunächst Landgrafschaft,
daun bis 1866 Kurfürstentum, fiel bei
der Teilung der hessischen Lande nach dem
Tod Philipps des Großmütigen (1567)
seinem ältesten Sohn, Wilhelm IV., zu.
Sein Nachfolger Moritz (1592—1627)
trat zur reformierten Kirche über und
wurde während des Dreißigjährigen Kriegs
durch das siegreiche Heer der Liga sehr bedrängt.
Außerdem befand er sich in unaufhörlichem
Zwiespalt mit der Ritterschaft
und überließ 1627, der Herrschaft müde,
diese seinem Sohn Wilhelm V. (gest.
4637), der 1628 das Erstgeburtsrecht einführte.
Dessen Bruder Hermann stiftetedie
Nebenlinie Hessen-Rotenburg, der
jüngste Bruder, Erntche |# sen-Rheinfels
(s. d.). Wilhelm 1637—63) erwarb
im Westfälischen Frieden den größten
Teil der Grafschaft Schaumburg und
die Abtei Hersfeld als Fürstentum. Während
sein dritter Sohn, Philipp, die Nebenlinie
Hessen-Philippsthal (s. d.) stiftete,
setzte der zweite, Karl (1670—1730),
das Geschlecht in H. fort. Ihm folgte sein
Sohn Friedrich I., welcher infolge seiner
Vermählung mit Ulrike Eleonore, der
jüngsten Schwester Karls XII. von Schweden,
schon 1720 als Erbprinz den schwedischen
Thron bestiegen hatte. Derselbe ernannte
1735 seinen Bruder Wilhelm zum
Statthalter in H., der, als Friedrich 1751,
ohne Erben zu hinterlassen, starb, als
Wilhelm VIII. die Regierung übernahm.
Sein Sohn Friedrich II. (17 5), der
zum Katholizismus übergetreten war,
vermehrte das Heer bedeutend und ließ
1776—84) 22,000 Mann in englischem
old in Nordamerika kämpfen, was ihm