601 Dreimaster — dreist.
dreimaliger besuch. — Dreimaster, m. Schiff mit drei
Masten; übertragen auf einen dreieckigen Hut. — dreimastig,
drei Masten habend: dreimastige Schitle
Seume m. Sonm. 129. — Dreischlag, m. dreifacher
im Takte geschehender Schlag, z. B. beim Dreschen auf
der Tenne; bei Pferden sanfter Paßgang. — dreischneidig,
drei Schneiden habend: ein dreischneidiger dolch. —
dreischürig, dreimal die Schur erlanbend: eine dreischurige
wiese. — dreiscitig, drei Seiten habend: dreiseitige
sigur. — dreisilbig, drei Silben habend: dreisilbige
wörter. — Dreispänner, m. mit drei Pferden
bespannter Wagen. — Dreispitz, m. u. was drei Spitzen
hat; solcher Sper, Dreizack; Fußangel: werfend sie.
ein dreispitz hincin Wickram Nachb. 24; dreieckiger
Hut. — dreispitzig, drei Spitzen habend: dreispitziges
cisen; wühle wir einen dreispitzigen degen Schiller
Räub. 3,2. — dreistimmig, in drei Stimmen ausgeführt:
dreistimmige lieder; etwas dreistimmig setzen. — Dreistutzer,
m. dreieckiger Hut: der einen alten dreistutzer
auf dem kopfe hatte Eichendorsf Tangen. 119. —
dreiteilig, drei Teile habend: dreiteiliges werk, dreiteiliger
tukt; drcitheilige gliederung Geibel 5, 28.—
dreiviertel, zusammengerückt aus drei viertel, drei Vierteile;
dazu dreivierteltakt. — Dreizack, m. n. Gabel,
Speer mit drei Zacken. — Dreizahl, k. Zahl von drei:
die heilige dreizahl. — dreizehen, zehn und drei; dazu
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dreistes kind Abelung; ich habe ihm sehr dreist die
wahrbeit gesugt ebb.; die können dreist zu ihm gehen
Lenz 1, 220; leichtfertig dreust Schiller Fiesko 4, 12;
mit tadelndem Nebensinne, milder als unverschämt oder
frech: durch falsche botschaft Troja zu verderben mit
dreister stirn Schiller Zerst. v. Troj. 10; gegen seive
dreiste stirn Freytag Handschr. 2, 239; in dreister Prah--lerei
Treitschke 1, 62; schenkte der dreisten betheuerung
willig glauben 2, 361; Sie werden wich wiederum
dreist schelten Benedix Gefängn. 2, 11. — Dreistigkeit,
.. dreistes Wesen, Zuversichtlichkeit, Beherztheit: unt.
gutem muth und frommer dreistigkeit Goethe Du W. 16;
Dreistigkeit — dreschen.
.mit übelm Beisinne: welch neue dreistigkeit Schiller
M. Stuart 1, 1. — dreistweg, in dreister Weise: dreistweg
erklürte er Treitschke 3, 600; bei Schiller noch
getrennt: die meisten bebaupteten dreist weg 1, 208.
Krell m. mit drei Fäden gewebtes Leinenzeug, vgl.
Tiich.
Dreschen, Körner der Feldfrüchte aus den Ahren
schlagen oder treten; gemeingerm. Wort, goth. Priskan,
altnord. briskja, altengl. Perscan, ahd. dreskan, mhd.
dreschen; urverwandte Worte, wie litt. trasketi rasseln,
klappern, altbulg. trosku Krach, troska Donnerschlag
weisen darauf hin, daß die Arbeit nach dem damit verbundenen
Geräusch benannt ist. Die starke Form des
Prät., mhd. drasch, Plur. druschen, Part. geuroschen,
der dreizebente; ein dreizehentstel. — dreizöllig, drei setzt sich im Nhd. als drasch, draschen und drosch.
Zoll habend: dreizöllige planken. droschen, Part. gedroschen fort, wovon die erstere die
Dreier, m. Münze, Dreipsennigstück: dreier, drei- älterc und edlere ist: drasch weizen Richt. 6, 11; man
Pfenniggröschlin Henisch; kann ##. berzog .. hand- drasch in den berrenhöfen auf vielen tennen Seume
lungen müunzen, wie seine dreier Schiller Kab. 2, 3: Spaz. 1, 20; ihn im finstern so 2erdraschen Goethe
die letzten dreier, — die (etzten Heller: wegen meiner W. Meister 3,9; die andere fast die üblichere: sie mit
letzten sechs dreier Seume Spaz. 2, 131; die sache der ofengabe! . veidlich durchdrosch 4, 18; wenn er
ist nicht einen dreier wert, gar nichts. — Dreiheit, I.
dreifache Zahl und dreisaches Wesen; erwächst.. zur
dreiheit Geibel 5, 28; in älterer Spr. auch — Dreialtigkeit:
die heilige dreiheit Keisersberg Post. 2, 30.
— Dreiling, m. Münze, wie dreier: vier dreilinge
machen einen groschen Stieler; Maß für Getreide,
Bier oder Wein, als dritter Teil eines Ganzen, von
verschiedenem Umfang; mhd. driling. vgl. auch drilling.
— dreißig, dreimal zehn; in Verbindung mit Substantiven
unflectiertes Zahlwort: dreiszig menschen, in
dreiszig tugen, kein einziger der dreiszig tage wur trube;
allein stehend flectierte die ältere Spr. das Wort gern
in allen Fällen: gewaltig . uber dreiszige 1. Chron.
13, 1 (gegen: dreiszig waren unter jm 12, 42); den
heubtman unter dreiszigen 13, 18; die neuere nur noch
im Dat.: unter dreiszigen kaum einer; bei Altersbestimmungen
mit weggclassenem jahr: ein mann in
den dreiszigen, uber die dreiszig binauvs. Dazu ein
dreisziger, der von dreißig bis vierzig Jahr alt ist; der
dreiszigste, als Ordnungszahl; bei den Katholiten der
seierlich begangene dreißigste Tag nach der Beerdigung:
das dreiszigstel, der dreißigste Teil.
Drein, s. darein.
Treist, zuversichtlich, beherzt aus Selbstvertrauen;
ein erst im ältern Nhd. aus dem Niederd. ausgenommenes
Wort, altsächs. thristi, altengl. briste, mud. drist; bei
Kilian aber neben drijst auch driest, im brem. Wo.
1, 248 dricst, welcher letzterem Form die im 18. Ih.
nicht ungewöhnliche, jetzt abgekommene hochd. Schreibung
dreust näher steht. Herkunft des Wortes ist dunkel; bei
Henisch driesz und dryste, bei Schottel driest, dreist,
bei Stieler drust, driest, dreist; ohne tadelnden Beisinn:
ein treuster soldate Steinbach; wurdest du
dreust genug sein, die wurfel zu schutteln Schiller
Fiesko 1, 14; dir fehlt ein dreistes wagen Goethe
Dr. 4. 18; kurz angebundene, dreiste entschlossenbeit
Treitschke 2, 231; in Bezug auf gesellschaftliche Form
und Betragen, nicht zaghaft oder blöde: bei groszen
herrn musz man nicht allzu driest sein Stieler; ein
des abends drosch Voß Luise 3, 2, 29; unterdessen
man in der tenne drosch JGotthelf Uli 163; Versuche,
die schwache Form einzuführen, sind in älterer wie
in neuerer Spr. gemacht: eine tennc, wenn man drauf
dresehet (statt des starken drischt) Jer. 51, 33; mache
dich auf und dresche (statt drisch) Mich. 4, 13; wie
viel hast gersten getrescht? Garg. 78; da .. oft ein
arm gedrescht, der sonst den stab gefuhrt Haller
„verdorb. Sitt. 40; jetzt ganz aufgegeben. Verwendung
im eigentl. Sinne, intrans. in der scheune, auf der
tenne (Jer. 51, 33), mit dem ficgel, der dreschmaschine
dreschen; vor einem etadele dà man drasch Haupts
Btschr. 7, 381; du solt dem ochsen der da drischet,
nicht das maul verbinden 5. Mof. 23, 4; der da dreschet,
sol auf hoffnung dreschen 1. Cor. 9, 10; über die ganze
lunge des korns . dreschen JGotthelf Uli 163; nicht
mehr zu sechsen, sondern höchstens zu viercn dreschen
165; trans. getreide, bafer, korn, weizen dreschen;
man dreschet die wicken nicht mit egen Jes. 28, 27;
das korn war schlecht gedroschen JGotthelf Uli 161;
auch lachs dreschen, blauen; bildlich und übertragen:
leeres stroh dreschen, Unnützes und Vergebenes thun:
ledig stro dreschen, aetum agere, spiit agere Henisch;
merken, dasz sie lüer stroh dröschen Simpl. 1, 128;
was willst du dich das stroh zu dreschen plagen?7
Goethe Fanst; akten dreschen, sagen scherzend Richter
und Anwälte, wenn sie viel Akten lesen müssen; spicler
dreschen karten. skat, bei eisrigem Spiel; mit der zunge
dreschen, klatschen: mancher hat an der hochzeit am
ürgsten gedreschet Chr Weise böse Cath. 3, 6, vgl.
zungendrescher; dreschen, in derber Rede auf einen
losschlagen, hanen, prügeln: das sic Gilcad mit eisenen.
zacken gedroschen haben Amos 1, 3; dreschen unverdrossen
so hageldichbt Wieland Ob. 3, 15; wenn ich
ihm nicht leib und seele breiweich zusammen dresche
Schiller Kab. 2, 4; edler von dem Niederschlagen durch
Not und Unglück: dasz der mensch durch oflentliches
und hüusliches geschick zu zeiten gräszlich gedroschen
wird Goethe Maximen u. Refl. 3. — Zusammen-