Sagen. 793
Grund und Boden zu gewinnen, gebrauchte sie eine List. Sie bat ihre Söhne,
es möchte ihr zu diesem Zwecke so viel Raum gegeben werden, als man an
einem Tage mit einem Pfluge befahren könne. Nun fuhr sie selbst, einen
goldenen Pflug im Busen verbergend, auf einem Wagen um den Bezirk
herum, den sie für das neu zu gründende Kloster wünschte. Ihre Söhne,
Konrad und Wernher gaben sich dessen zufrieden und betheiligten sich selbst
an dem Klosterbau. So entstand das Kloster Wettenhausen.
Heinrich II. von Lechsgmünd hatte sich vorgenommen, zum Heile
seiner Seele ein Kloster zu gründen. Lange war er noch unschlüßig, wo die
Stiftung geschehen sollte. Da entschloß er sich, die Entscheidung darüber
seinem Pferde zu überlassen. Er ritt hinaus in den Wald, des Willens, an
dem Orte das Kloster zu erbauen, an welchem sein Pferd ohne einen äußern
Anlaß würde stehen bleiben. Er kam dahin, wo jetzt Kaisheim steht. Hier
hielt das Pferd still und war nicht mehr weiter zu bringen. Heinrich stieg
vom Pferde, bezeichnete sich den Ort und begann alsbald den Bau des Klosters.
Dann berief er zwölf Mönche aus dem Kloster Lützel im Bisthume
Basel nebst dem Abte Ulrich. Im Jahre 1133 kamen diese Mönche an und
zogen in das neugebaute Kloster ein.
Frau von Imhof verirrte sich einst auf dem Rückwege in ihr Schloß
zu Untermeitingen. In ihrer Angst gelobte sie, an der Stelle, auf der sie
sich gar nicht mehr auskannte, und die sie durch den Geiselstecken des Kutschers
kennzeichnete, ein Kloster zu bauen, wenn sie wieder unversehrt heimkomme.
Dieß geschah, und in Folge dessen wurde das Kloster Lechfeld gegründet.
Dasselbe wurde durch eine List vor der Verheerung durch die
Schweden verwahrt. Ein Bauer eilte in größter Hast den auf das Kloster
anrückenden Schweden entgegen und rief unabläßig: „Die Kroaten, die Kroaten
sind im Anzug!"“ Auf dieß hin kehrten die Schweden um, und das Kloster
blieb verschont.
In der Nähe von Ottobeuren wurde eine kranke Frau im Gebete gemahnt,
in den nahen Erlenwald zu gehen und dort vor einem Muttergottesbilde
zu beten, dann werde sie ihre Gesundheit wieder erlangen. Sie that
dieß und ward gesund. Nun wurde über diesem Orte ein Kirchlein gebaut
und das Muttergottesbild darin aufgestellt. Unzählige Kranke verlobten sich
zu diesem Bilde und so entstand die Wallfahrt zur Muttergottes im Erlenwalde,
die bis zur Säkularisation bestand. Jetzt ist die Kirche abgebrochen,
und das Bild in die Kirche nach Ottobeuren transferirt.
In Nördlingen entfiel einmal dem Priester, als er den Kranken providirte,
ein Theil der hl. Hostie, und zugleich brach der Boden, der auf einem
Gewölbe ruhte ein. Trotz alles Nachsuchens konnte man die Partikel nicht
mehr finden. Um sie vor Verunehrung zu verwahren, verbrannte man
sämmtliches Erdreich, auf das die Hostie gefallen war. Nun wollte kein Thier