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sein. Demgegenüber beliefen sich die deutschen auf
zwei Verwundete an Bord der »Gneisenau«.
Nach einem Aufenthalt von wenigen Stunden in
Valparaiso zur Aufgabe der Post ging Graf Spee
wieder in See. Im Laufe des November hat-Dresden«
den englischen Dampfer »North Wales« (36914)
und das große französische Segelschiff »Balentine-(3120
t) versenkt. = Leipzig am 6. Dezember den englischen
Segler »Drummuir« (1844 t).
Die Schlacht bei den Falklandinseln. Die
britische Admiralität sandte sofort nach dem Eintreffen
der Nachricht von dieser Niederlage eine #bbeere Anzahl
starker Schiffe unter dem Befehl des Admirals
Sturdee nach dem südatlantischen Ozean. Dieser
sammelte seine Schiffe in Port Stanley auf den Falklandinseln;
denn nach eingegangenen Nachrichten war
anzunehmen, daß das deutsche Kreuzergeschwader nach
dem Atlantischen Ozean gehen werde. Admiral Graf
Spee befand sich in schwieriger Lage. Von allen Seiten
sah er sich beobachtet und durch seinelangsamen Troßdampfer,
ohne die er nicht leben konnte, am schnellen
Vorwärtskommen behindert. Seine Munitionsvorräte
aufzufüllen, war keine Möglichkeit. Er mußte
sich sagen, daß etwaige Sendungen ihn um so eher
erreichen würden, je mehr er sich der Heimat nähere.
Deshalb hatte er sich entschlossen, in den Atlantischen
Ozean zu gehen. Mit seinen fünf Kreuzern und drei
Troßdampfern sichtete er am 8. Dezember die Felsen
der Falklandinseln. In Port Stanley lagen — wenigstens
— die Schlachtkreuzer „-Invincible-und -Inflexible
(1907, 20 300 t, 26,6 Knoten, acht 30,5-cm-,
sechzehn 10,2-cm-Schnelladekanonen, fünf 45-cm-Torpedorohre),
das Linienschiff= Canopus-, die Panzerkreuzer
Carnarvon= (1903, 11000t, 23,5 Knoten,
vier 19,6-Cm., sechs 15,2-ecm., zwanzig 4,7-m-Schnellladekanonen,
zwei 45-cm-Torpedorohre),-Cornwall=(1902,
9950 t, 23,5 Knoten, vierzehn 15,2-cm-, acht
7,6-em-, drei 4,7-cm-Schnelladekanonen, zwei 45-em-Torpedorohre),
der Kleine Kreuzer Bristol- (wie
„Glasgow.), die Hilfskreuzer „Macedonia-, -Otranto«
und „Orissa= (meist mit acht 15,2-cm-= und einer
Anzahl leichter Schnelladekanonen bewaffnet). Vor
dem Hafen als Sicherung: Panzerkreuzer -Kent= (wie
* Cornwall.) und der Kleine Kreuzer „Glasgow#, der
seine Schäden inzwischen in Rio de Janeiro ausgebessert
hatte. Es ist Grund zu der Annahme, daß
damit die Liste der Schiffe noch nicht erschöpft ist,
aber auch die hier angegebenen stellten eine Macht
dar, die die des deutschen Kreuzergeschwaders um
etwa das Sechsfache übertraf. Ansch#eren Geschossen
allein wiesen= Inflexible: 3080 kg.„Invincible= 3080,
„Canopus= 1540, Carnarvon, 363 kg, insgesamt
8063 kg Breitseitgewicht gegen die 1500 kg der deutschen
Großen Kreuzer auf; noch ungünstiger war für
letztere das Verhältnis der Stärke an mittleren Kalibern.
Die weit größere Geschwindigkeit der britischen
Schlachtkreuzer schloß auch ein Ausweichen oder die
Wahl der Gefechtsentfernung völlig aus. Soentschloß
sich Graf Spee, seine leichten Kreuzer anzuweisen, sich
nach verschiedenen Richtungen zu zerstreuen, während
er selbst mit den Großen Kreuzern ihren Rückzug
deckte. Das gelang aber nur so lange, bis die britischen
Schlachtkreuzer in See waren und das Feuer
gegen ihn um 1 Uhr eröffneten. Vorher hatte= Cornwalle
von -Scharnhorst= einen Unterwassertreffer
erhalten, der ihn zwang, die Jagd auf den deutschen
Kleinen Kreuzer = Dresden außzugelen, der denn
auch entkam. Im übrigen stand jedoch dem Admiral
II. Kriegsgeographie und Kriegsgeschichte
Sturdee eine so bedeutende Anzahl von Schiffen zur
Berfügung, daß er gegen jedes deutsche Schiff weit
überlegene Kräfte ansetzen konnte.
Das Wetter war klar, der Wind wehte schwach aus
Nordost, die See war ruhig. Auf 14 km Entfernung
nahmen von 1 Uhr ab-Invincible„ Inflexible und
ICarnarvone die beiden deutschen Panzerkrenzer unter
Feuer, die mit einem gut gezielten ruhigen Feuer antworteten;
denn bei den knappen Munitionsvorräten
hieß es haushalten. Die anderen Schiffe nahmen die
Verfolgung der Kleinen deutschen Kreuzer und Troßdampfer
auf, von denen Prinz Eitel Friedriche entkam.
Es wird berichtet, daß auch ein japanisches Geschwader
teilgenommen habe, das den Deutschen vom
Kap Horn her gefolgt war, was jedoch von den Engländern
bestritten wird. Ein weiteres britisches Geschwader
soll außerdem zwischen den Falklandinseln
und der Magalhäesstraße gestanden haben.
Die deutschen Panzerkreuzer faßten ihr Feuer auf
das feindliche Flaggschiff= Invincible= zusammen, das
23 Treffer erhalten hat. Aber die übermacht war zu
groß. Als um 3 Uhr das Feuer der -Scharnhorstschwächer
wurde, forderte Sturdee den Grafen zum
Streichen der Flagge auf, was dieser selbstverständlich
ablehnte. Drei von den vier Schornsteinen des
Schiffes und beide Masten waren weggeschossen, die
Geschwindigkeit wesentlich vermindert. Um 4 Uhr sank
er, bis zum letzten Augenblick feuernd. Kein Mann
der Besafung wurde gerettet, obgleich die Wetterverhältnisse
günstig waren. Nunmehr vereinigten die
drei feindlichen Schiffe ihr Feuer auf die „Gneisenaue,
die nach weiteren zwei Stunden um 6 Uhr abends
unterlag. Alle ihre Kanonen waren unbrauchbar, die
Munitionskammern leer, der Kommandoturm über
Bord geschossen, beide Maschinen zerstört, das Hinterschiff
brannte. Als das Schiff in den Wellen verschwunden
war, ließen die Engländer ihre Boote zu
Wasser, um von den etwa 400 Mann, die auf dem
Wasser trieben, einen Teil zu bergen. Die große Kölle
des Wassers ist wohl die Ursache gewesen, daß nur
17 Offiziere und 170 Mann gerettet wurden. . Nürn.
berg« sank um 7½⅛½ Uhr, -Leipzige um 9 Uhr, bis zum
letzten Augenblick feuernd. Von ersterer wurden ?7
Mann, von letzterer 4Offiziere und 14 Mann gerettet.
Wiehier vorgreifend bemerkt sei, ist= Dresden durch
die Magalhäesstraße in den Stillen Ozean gelangt
und hat dort am 27. Februar 1915 den englischen
Dampfer-Conwaycastle-(1694t) versenkt. Der Kreuzer
mußte dann, da seine Maschinen dringend der Ausbesserung
bedurften, die chilenische Insel Juan Fernandez
anlaufen. Ohne Kohlen und mit unbrauchbarer
Maschine lag er hier in neutralem Gebiet, als
er am 14. März von den britischen Panzerkreuzern
Kente, = Glasgow und -Orma angegriffen wurde.
Der Kommandant ließ den Kreuzer sprengen; die
Besatzung wurde in Chile interniert. Ein Protest
seitens Chiles wurde formell erledigt, und die „Timesschrieben
aus dieser Veranlassung: „Wir haben um
Untschuldigung gebeten- und der deutsche Kreuzer
liegt auf dem Meeresgrund.=S.
M. S.-Emden-. Der geschützte Kleine Kreuzer
Emdene. befand sich bei Kriegsausbruch in Tsingtau,
lief sofort aus, nahm in der Japanischen See den
russischen Posidampfer -Rjäsane weg und brachte ihn
nach Tsingtau, wo er als Hilfskreuzer ausgerüstet und
auf den Namen „Cormorane umgetauft wurde. Er
ist nach einer längeren Kreuzfahrt in Guam interniert
worden.