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Vortrag des Lyrischen.
Auf das geliebte reine Haupt der Blitz,
Der mich zerschmetternd wollte niederschlagen. —
Laßt uns einander nicht erweichen. Weinen will ich
So lang noch Leben in mir ist; nie soll
Ein Lächeln diese Wangen mehr erheitern.
Nie will ich dieses nächtliche Gewand
Mehr von mir legen, ewig will ich trauern.—
Es ist der Weg des Todes, den wir treten,
Mit jedem Schritt wird meine Seele stiller.
Als ich Apollen bat das gräßliche
Geleit der Racheschwestern von der Seite
Mir abzunehmen, schien er Hülf' und Rettung
Im Tempel seiner vielgeliebten Schwester,
Die über Tauris herrscht, mit hoffnungsreichen,
Gewissen Götterworten zu versprechen.
Und nun erfüllet sich's daß alle Not
Mit meinem Leben völlig enden soll. —
Am Ufer steh' ich lange Tage
Das Land der Griechen mit der Seele suchend,
Und gegen meine Seufzer bringt die Welle
Nur dumpfe Töne brausend mir herüber. —
§ 89. Die mehr oder weniger stille und sanfte Klage der
Beispiele in dem vorigen 8 wird in den folgenden Beispielen
zur lauteren, zur heftigern Klage. (S. 8 61.)
Unsel'ges Licht, du rufst mich auf zum Leben,
Mich zum Bewußtsein dieser Welt zurück
Und meiner selbst. Wie öde, hohl und leer
Liegt alles vor mir da und ausgebrannt,
Ein großer Schutt die Stätte meines Glücks!
Warum o laßt ihr die bekannten Wände
Mit Farb' und Gold mir noch entgegenscheinen.
Die mich an gestern, mich an ehegestern,
An jenen Zustand meines vollen Glücks
Mich kalt erinnern! O warum verhillt
Ihrnicht Gemach und Saal mit schwarzem Krepp
Daß finster wie mein Innres auch von außen
Ein ewig nächt'ger Schatten mich umfange! —
Sie war die Seele dieses ganzen Hauses!
Wie schwebte beim Erwachen sonft das Bild
Des holden Kindes dringend mir entgegen!
Hier fand ich oft ein Blatt von ihrer Hand,
Ein geistreich herzlich Blatt zum Morgengruß! —