Contents : Illustrierte Geschichte der Sächsischen Lande und ihrer Herrscher. II. Band, 1. Abteilung. Das Albertinische Sachsen von 1500 bis 1815. (3)

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mißgestaltetes  Kalb,  dessen  Kopf  eine  Platte  und  zwei  Warzen  zeigte
und  dessen  Haut  wie  eine  Kutte  aussehen  sollte.  Dieses  „Mönchskalb"
  wurde  zur  Verhöhnung  der  Geistlichkeit  öffentlich  gezeigt;
sogar  Luther  widmete  dem  Mirakel  seine  Feder.  Die  geistlichen
Schauspiele  kamen  in  Wegfall,  die  Klöster  leerten  sich.

Die  politische  Erstarkung  des  Luthertums  durch  die  Begründung
  des  Schmalkaldischen  Bundes  (1531)  ermutigte  Katharina  und
Heinrich  im  gleichen  Maße,  wie  sie  Herzog  Georg  bei  der  Machtlosigkeit
  des  Kaisers  in  dieser  Zeit  zu  vorsichtigem  Zuwarten  veranlaßte.
  Heinrich  gab  1531  die  wegen  Übertretung  der  Fastengebote
gefänglich  Eingezogenen  frei,  gestattete  dem  früheren  Mönche  Georg
Schumann  das  Abendmahl,  wenn  auch  zunächst  nur  heimlich,  in
beiderlei  Gestalt  auszuteilen  u.  a.  m.  Ferner  verheiratete  er
1533  seine  Tochter  Emilie  mit  dem  evangelischen  Markgrafen
Georg  von  Brandenburg,  was  Herzog  Georg  veranlaßte,  die  seiner
Nichte  versprochene  Aussteuer  von  10000  Gulden  nicht  zu  zahlen.
Eine  ganz  entschiedene  Schwenkung  aber  machte  der  Freiberger
Hof,  seitdem  Anton  von  Schönberg  bei  Heinrich  eine  maßgebende
  Stellung  erlangt  hatte.  1536  kam  er,  wahrscheinlich  vom
Kurfürsten  beauftragt,  nach  Freiberg,  und  um  dieselbe  Zeit,  etwa
im  Juni,  aus  Wittenberg  Dr.  Jakob  Schenk.  Mit  Hilfe
dieser  beiden  Männer  nötigte  Katharina  den  unentschlossenen  Gemahl
  zum  endgültigen  Übertritt.  Vergeblich  suchte  im  Verein
mit  seinem  Rate  Georg  von  Carlowitz  Herzog  Georg  den  Bruder
daran  zu  hindern.  Am  Neujahrstage  1537  predigte  Schenk  zum
ersten  Male  öffentlich  in  der  Domkirche  und  verteilte  unter  großem
Zudrange  das  Abendmahl  unter  beiderlei  Gestalt.

Nun  fehlte  bloß  noch,  daß  Heinrich  dem  Schmalkaldischen
Bunde  beitrat.  Es  geschah,  wenn  auch  unter  gewissen  Kautelen,
  am  27.  Februar  1537  auf  dem  Bundestage  zu  Schmalkalden.
  Als  jedoch  bald  danach  Herzog  Georg  auf  dem  Erbeinungstage
  zu  Zeitz  seinen  Austritt  aus  der  Erbeinung  und  damit
  den  völligen  Bruch  mit  seinen  lutherischen  Verwandten  erklärte,
  wurden  am  7.  Juli  1537  Herzog  Heinrich  und  sein  Sohn
Moritz  bedingungslos  ausgenommen.  Sie  traten  jedoch  wegen  der
Kleinheit  des  Freiberger  Gebietes  nur  dem  einen  der  Bundesverträge