Aummer 152
Danach kann bei unserer Flottenleitung lein
Zweisel mehr darüber herrschen, daß wir der
rolllähliz versammelten englischen Flot enmacht
Cegenüberstehen. Die weltgeschichtliche Entseidung,
ob Deutschlands junge Flotle den Kampf
mit der fast doppelt überlegenen Seemachr
Englands aufnehmen soll i# auf dis Messeis
Schneide gestellt. Die Zeit türmt sich. Minuten
erweitern sich zu ewiger Bedeutung. Ein
Völkerschicksal ist in die Hand des Führers
gelegt. Der Augenbli4 fordert den Enlschlust-Der
ihn faßte, kannte Waffen und Streiter.
Er lautete: Angriff. Da die feindlichen Linienichiffsgeschwader
den nach dem Angriff ablaufenden
Booten in der sie umlagernden Dunftwolke
wieder aus Sicht kommen, hält unser
Linienschiffsgros zunächst auf diese Dunstwolke
und die mitten in schweren Einschlägen
lie zende Wiesbaden zu. Unser Torpedoboots-Angriff
auf die im N gesichteten Linienichiffe
trifft auch auf feindliche Zerflörer, die
unter Führung eines kleinen Kreuzers nach
Weiten durchzubrechen versuchen. In dem sich
ent. pinnenden Artilleriegefecht werden zwei
Jerstörer, darunter einer mit der Bezeichnung
zum Sinken gebracht. Der lleine Kreuzer
und zwei weitere Zerstörer werden rcmmer
beichäoigt. Unsere Panzerkreuzer baben sich
vor die Spitze unseres Gros gesetzt. Im weiteren
Vorlaufen sioßen sie auf die aus der
Qualmwand erneut auftauch ende feindliche Linie,
mit der sie nach Süden abbiegeno sofort
in ein ungleiches sehr beftiges Artulerieduell
rerwidelt werden. Ein in dieser Zeitipanne
wohl vom englischen Gros aus in der Richtung
Ver treidenden Wiesbaden angesetzter
schneidig durchgefül hrier Angriff kleiner Kreu-#er
und Zerstörer, der durch ein vom feindlicken
Gros her in Richtung der treibenden
Wiesbaden vorbrechendes Geschwader von fünf
Panzerkreuzern der Minotaur-Achilles= und
Duke of Edinburgh-Klasse gestützt wird, trifft
wohl infolge des Dunstes. überraschend auf
unfere Panzerkrerzer und auf das Gros. Von
den kleinen Krenrern wird ourch Schiffe des
Spiben-Geschwaders einer versenkt, ein anderer
schwer beschädigt. Der Rest cnikommt.
Der Stoß der feindlichen Panzerkreuzer bricht
unter schweren Verlusten zusammen. Defence
und Black Printe werden nich heftizen durch
Treffer hervorgerufenen Explosionen bewegungsunfähig
und sinken. Der Panzjerkreuzer
Warrior erreicht als Wrack noch oie eigene
Linie und mun später aufgegeben werden.
Die Handlungen des diitten Abschni tes entwickeln
sich zu ihrer criten Hauptphase. Der
ichwere Artilleriekampf der Spitze gegen die
gewaltige Front des feindlichen Gros pflanzt
sich von unferen Pan: erkreuzern durch das vorderste
Gesälwader von Schiff zu Schiff weiter
jort. während das folgende Geschwader die
vördlich sterende Queen Eli- abeth-- *□i on uner
Feuer nimmt. Auf englischer Seite find
über 500 38 Zentimeter Geschutze und je elwa
120 31,3 und 30.5 Zentimeter Geschütze in
voller Tätigleit. An briden Enden der englischen
Hauptlinie, die sich auz drei Cerck wadern
zu je etma 8 Schiffsen, also ungefähr 21
Groskampfschif en zusammemeetzt, seten #helle,
Divisionen, auf dem nördlichen Flügel drei
Schlachtk eu er des Jnvincibl:-Tyrs, auf dem
füdlichen 3 der eben fertiggestellten Ropcl. Sovereign-Klasse.
Unsere Panzerkreuzer und der vordere Teir
unserer Linie verschwinden zeitweise in Won
sersäulen und Sprengwolken. Aber auch ###
Feinde wird gute Wirkung beob acktel. A.,
unseren Schiffen kommen alle Wafsen zum Tragen.
Besonders zwischen 8 Uhr 2½1 Minuten
und 8 Uhr 30 Minuten werden viele Tseen:
zum Teil von mächtigen Sticfliammenerihe
nungen und Erviosionen begleitet. deutlich ge.
tehen. Von mehreren Stellen wird einwandfrei
beobachtet, daß 8 Uhr 320 Minuten ein
Schiff der Queen Elizobetb= Klosse unter ganz
ahnsichen. Symptomen in die Luft flieg: wie
vorher Queen Marny. Ferner sinlt in dieser
Phase der Schlachtkreus er Invincible schwer
getroffen in die Tiefe. Ein Schiff der Iron
Duke-Klasie hat schon vorher einen Torpedotreffer
erhalten, eins der Queen E. Zabeih-Klasee
ist anscheinend in der Ruder-Einrichtung getroffen,
es fährt einen Kreis und ieine Artillerie
schweigt. Auf unserer Linie vermag von
3 Uhr 45 Minuten an der Panzerkreuzer Lützom
seinen Platz in der Linie nicht mehr zu
behaupten. Nach wenigstens 15 schweren Tressern
muß er Fahrt vermindern, bleibt aber
bewegungs= und schwimmfähig und zieht sich
aus dem G Der Befehlshaber der Auftlärungsstreitkräfte
Vizeadmiral Hipper schifft
sich in schwerent Feuer an Bord eines Torpedoboots
aeseP einen anderen Panzerkreuzer um.
Etwa um diese Zeit werden Teile unferer Flonllen
auf das feindliche Gros zum Angriff
gebracht und kommen gut zu Schuß. Detonationen
werden gehört. Eine Flotille verliert
eines ihrer # durch schweren Treffer.
Ein feindlicher Zerstörer wird. durch einen
Torpedo getroffen, sinkend gesehen.
Nach diesem heftigen Stoß mitten in den
überlegenen Feind hinein verlieren die GSegner
*) Anm. Die Bezeichnungen sind unter den
Gefechtsverhäktnissen nicht immer burchaus li-————————————
A—4—————
cinander in Nauch und Pulverqualm aus Sicht.
Als das Artilleriegefecht dabei lurze Jeit volllommen
verstummt, setzt der Flottenchef alle
zur gersuans stehenden Kräfte zu einem neuen
Stoße an.
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Den Panzerkreuzern, die mit Flotillen-Geleit-
Kreuzern und Torpedobooten wieder an
der Spitze stehen, schlägt bald nach 9 Uhr aus
dem Dun#schleier erneut hefliges Feuer enigegen,
das sich kurz darauf auch wieder auf die
vortere. ee Lidision des Spi enges bwaders legt.
Die Panzerkreuzer, die während der Unschiffung
des Admirals Hieper vorübergeheno vom
Kommandanten des Deifflinger geführt werden,
werfen sich jetzt mit rücksichtslosem Einsan,
höchste Fahrt laufend, zum Heranbringen der
Torpedoboote auf die feindliche Linie. Ein
dichter Geschoßhagel überschütiet sie auf ihrem
ganzen Wege vorwärts.
Der Sturm wird bis auf 6000 Meter herangetragen.
Mehrere Flotillen brechen zum
Torpedoangriff vor und verschwinden bald in
dichtem Qualm. Sie kommen zu Schuß und
kehren, trotz schwerster Gegenwirkung, mit dem
Verluste nur eines Bootes zurück.
Nach diesem zweiten wuchtigen Sloße reißt in
der von Ceschützgualm und Rauchqualm erfüllten
Luft der erbilterte Feuerkampf abermal
ab.
Der ersten Angriffswelle unserer Torpedoboote
folgt wenig später eine zweite. Sie
durchbricht die Qualmwolle und findet das
feindliche Gros nicht mehr vor. Nur in nordöstlicher
Kichtung werden noch eine große Jall
lleiner Kreuzer und Zeritörer bemerkt. Auch
als der Flollenchef die Kampflinie etwa in
gleicher Ordnung auf südlichem und füdwestlichem
Kurse, auf dem der Feind zuietzt gesehen
worden ist, entwickelt und heranführt,
wird der Gegner nicht mehr angetroffen. Wohin
er vor dem vorbereileten drilien Stoß
ausgewichen in, kann nicht festgeiteilt werden.
Mit dem Verstummen der Geschüte um 9
Uhr 30 Minuten abends kann man oie Tagschlacht
als beendet ansehen. Das materielle
Ergeb nis des dritten Akschnilt it auf Seiten
E Cee#s der Verlun eines seiner neu'-sien
Linienschiffe der Queen Elizaveth Klasse,
eines Schlachttreuzers vem Inein seje. Typ,
dreier Panzertreuzer — Desence, Blat Prince
und Warrior — eines Kleinen Kreuzers und
ron wenigitens ꝛwei Derförern. Andere
Schiffe, cra u ter ein: —e. Elizebbet#= Kl.
und das Schlachtschiff Malborough, zwei kleine
Kreuser und mehrere Zerstörer haben erhebliche
Beschädigungen erlitten. Auf unserer
Seite werden 2 Torpedoboote verseri#t. Wiesbaden
bleibt auf dem Kampf plat liegen und
sinkt später. Der Panzerkreuzer Lützow wird
gefechtsunfähig. Schon nach dem leciglich materieilen
Mabstabe gemeseen, schließt dieser
Hauptgefechtsabschnitt der Tagschlacht mit einem
vollen Erfolge unserer Waffen.
Nur noch einmal, von 10 Uhr 30 Minuten
abends lebt in der späteren Dämmerung der
Kampf für kurze Zeit wieder aus. Unsere
Panzerkreuzer sichteten in südlicher Richtung 4
seindliche Großtampsschiffe, auf oie sie sofort
das Feuer eröffneten. Als zwei unserer Linienschiffsgeschwader
in das Artilleriegefecht eingreisen,
dreht der Feind ab und verschwindet im
Dunkel. Unsere älteren Kleinen Kreuzer der
4. Aufllärungsgruppe geraten mit älteren feindlichen
Panzerkreuzern im ein kurzes Feuergesecht,
das im Dunkel abreißt.
——5
münchen, 2. Juli. Die Milchnot in München
ist in der letzten Zeit so arg geworden, daoß
vom Kreismolkereiinspektor Fehr der Vorschlag
gemacht wurde, der mämlichen Bevöllerung den
Milchbezug vollständig zu entziehen. Dadurch
würden täglich 50 000 Liter Milch eingespart, so#
daß u Frauen und Kinder Milch bekommen
können. Vorschlag soll demnächst im
städt. tes far Lebensmitteloersargung. eröre
———————————.—
nen
Werische Nachrichten.
Glonn, 2. Juli. Auf einem Grundstücke der
Erziehungsanstalt Piusheim bei Glonn wuroe
bei Entwässerungsarbeiten im Moor ein Bronzedepotfund
gemacht, eine Anzahl spangensörmiger
Bronze= bezw. Kupferbarten aus der früheren
Bronzezeit, vielleicht 1060 Jahre vor Christus.
Die intercessanten Stüce d der Staatssammlung
eingeliefert worden.
Regensburg, 2. Juli. Der aus dem Felde
beurlaubte Braugehilfe Anlon Plötz hat durch
Gas einen Mord und Selbstmordversuch verübt.
Seine Frau ist lot. Plötz liegt sczwer krank
darnieder.
Ausbach, 2
Maria Botsch ist
Juli. Die Spezercihändlerin
in ihrem Laden erwordet
aufgefsunden worden. Als Täter ist der 17=jährige
Fabrikarbeiter Büchele rerhaftet worden.
Er hat die Tat bereits eingestanden und erllärt,
zu dem Ranubmord angestiftet worden
zu sein. Nach einer weiteren Meldung i't der
zweite Bursche, der Büchele zu der Tat angestiftet
hatte, ebenfalls sestgenommen. Büchele
stammt aus Wiesensteig in Würktemberg.
Beyerisches Obeecland.
Hrien, 2. Juli. Die Königin beehrte gesiern
von Wüdenwart aus mit den Prinzessin=Wiltrud,
Helmerud, und Gundelinde den
Reicherat und die Freifrau von Cramer-Klett
in Hohenaschau mit ihrem Be uch. Die Köniein
besichtigte bei dieser Gelegenheit auch leuer das
[Vazareti des Freiherrn von Cramet-Klett, in
dem sich gegenwärtig 24 Ofiriere und 74
kranke oder verwundete Unteroffiziere und
Mannschaften befinden. Der leilende Arzt Dr.
Knorz hatte die Führung übernommen. Die Königin
beschenkte, ron Vett zu Bett gehend, alle
Soldaten und unterhielt sich mit ihnen. Auch der
Kleinkinderbewahrani#a“! in Niederaschau, die
Freil#rr und Freifrau von Cramer Klett unierhalten,
wurde ein Besur) abgenlatte#t.
Traunstein, 2. Juli. Der Arbeiter Jakob
Siiegler, beschäftigt in der Holzwollfabrik der
(bratI. Gustsbelwelung Stiin, wurde von einem
Stück Holz, das rvon der Säge absprang, derart
gelrossen, daß er bald darauf rerschied. Er
war ledig.
Krieg und Krankenkassen
Es bestehen Linsichtlich der mit dem Krieg
im Zusammenhang sliehenden, für die Kranlenkassen
güitigen Bestimmungen vielfach Unllarheiten.
Im Nac stehenden sei rersucht, die
wichtigsten Joschriften kurz z# eriru'ern.
I. Versicherungsrechtliche Stellung
der beurlaubten Kriegsteilnehmer.
Perionen des Soldatenstandes, die in Priratbetrieben
beschäf.i- t werden, un erliegen der
gefeblichen Kranlen-, Invalikew. Unfall und
Anie#- ellt- we sikerung dann, wenn ie „beurlaubt“
jind. Die Ver- icherungenflicht tritt bei
der Kranken= und IJlwalidenversicherung dann
ein, wern von vornherein beilimmi ist. daß
die Beich tiaung länger als 3 Tage dauert,
sowie auch in jedem Falle, wenn eie Dauer
der Beschäfltigung unb##timmt in. Ve# icherungesreiheit
steht also nur dann, wenn die
Lohnarbeit nach der Natur der Sache oder
durch Arbeitevertrag von pernherein auf hörsteus
3 Tage beschränkt ist. Dagegen kommt
lei einer, Kommandierung"“ die gesetzlih Versicherung.
nicht in Betracht. Sie d.uf daher
in solchen Fällen werer von dem „ Kommandierten“
noch der die Kommandierung erlassenden
Militärstelle gejordert werden.
II. Freiwilliger Wiedere intritt beurlaubter
oder entlasisener Kriegsteiluehmer
in die Kranken versicherung.
Bekanntlich ist den Kriegoteilnehmern, die
bei der Einberufung von dem Recht der freiwilligen
Weiterversicherung keinen Gebrauch gemacht
haben oder die Versicherung während
der Abwesenheit im Felde verfallen ließen, das
Recht eingeräumt, binnen 6 Wochen nach Rückkehr
in die Heimat in die Krankenversicherung
wieder einzutreten. Es ist nun Streit
entstanden, wann eine „Rückkehr in die Heimat“
ammunehmen ist. Während manche Kassen
zu der Ansicht neigten, daß eine solche
nur vorliegt, wenn der Betrefsende aus dem
Soldatenstand enasaen en in. hal die Tages pre se
zum Teil eine „Rückle schon dann angenommen,
wenn eine W ron ganz
kurzer Jeit, etwa von 10—14 Tagen vorhanden
war.
Die Ansichten beider dürften versehlt sein
im Hinblick auf eine Enlscheidung des Reichsversicherungsamtes,
das den Grundsatz aufstellie,
daß „eine Racklehr in die Helmat“ dann
vorliegt, wenn ein Kriegsteilnehmer für längere
Zeit zurücklehrt und infolgedessen sein bürgerliches
Leben wieder aufnehmen kann. In
vorerwähnter Enischeidung drehte es sich um
eine Frist von 3 Fpe und dor Oiec
rersicherungsamt hat entschieden, daß hler eine
Wefeinneeinr uhrn ahenn
— — —.
das Nichtige tressen, wenn man im allgemei
nen den in der Neich-versicherungsordnung ösu
bersn zangewendeten Zeitraum von 6 Wochen
(i. § 313) annimmt. Bei einem, in La—
Fckern befindlichen Kregztellnehmer,
. B. im Kaiseibad, kann al'o überhaupt nicht
Rhsenr- in die Heimat gesprochen werden, da
der Betreffende fein früheres bürgerliches Leben
ja nicht wieder ausgenommen hat. War
ein Kriegsteilnehmer vor der Einberufung sesb.
sländig und bei einer Krankenkasse freiwillig
rersichert, dso hat er nach der „Rückkehr“ in
oben geschildertem Sinne ebensalls das Rech:
zur Wiederaufnahme der Versicherung.
Ist ein Kriegsteilnehmer nach Rücäkkehr in
die Heimat infolge Krankheit oder Verwundung
albeitzunsäl ig, so hit er bei Vorhanden.
sein der sonstigen Voraussetzungen wohl das
Recht zum Wiedereintritt in die Krankenkasse,
jedoch für die die Arbeitsunfähigkeit beim
Eintritt bereits verursachende Kronlheit keinen
Auspruch an die Kasie. Selbstverständlich is,
daß die freiwillige Versi cherung nur immer
bei der früheren Kasie betätigt werden kann.
Cosolnachrichien.
Die Wirkung der nenen Tabokabgaben.
Am 1. Juli traten die neuen Kabalabgaben
in Kraft, und für die seit dem 16. Mai 1916
verzollten oder versteuerten Tabakblätter hat
eine Nachver#rollung oder Nachversteuerung slattzusinden
zum Ausgleich des Unterschiedes zwischen
den gegenwärtigen und den neuen Gewichts#2öllen.
Unler dem Einfluß der infolge des
Krieges eingetretenen außerordentlichen Verteuerung
des Tabaks, die noch nicht zum Still.
stand gelommen ist, waren bereils bisher die
Preise der Tabakerzeugnisse sehr erheblich ge
stiegen. Inzwischen ist den Arbeitern des Tabakgewerbes
eine Loynerhöhung von 25 Prozent
unter Einrechnung der während des Krieges
bercits gewährten Teuerungszulagen zugestanden,
wodurch naturgemäß eine weitere
Verteuerung der Erzeugnisse eingetrelen ist.
Und nun tritt dazu der erhöhte Gewichtszoll.
Die Folge dieser verschiedenen die Fabrikation
verteuernden Ursachen wird ein Preisaufschlag
auf Jigarren von durchschnitllich minde.
siens 50 v. H. sein. Aber auch dieser Aufschlag
wird nur solange auereichen, als noch ältere,
billigere Rohtabale verarbeitet werden. Sobald
ausschlie#lich Tabalte zu den hohen Kriegspreisen
und mit der neuen Belastung zur Verarbeitung
gelangen, wird der Preisaufschlag sich
noch weiler erhöhen. Dabei werden die untersten
Preislagen die slärlste Steigerung erjahren.
Gegenwärtig wird es noch möglich sein,
im Kleinhandel eine Jigarre für 10 Pmfg. zu
beziehen, in alse ehbarer Zeit dürfte aber die
12. Pfa. igarre die unterie Preislage bilden.
Die bisherige 10-Pig. igarre kostct gegen
wärtig noch 15 Afg., ir Preis wird aber
demnächst noch weiter sleigen. Ueber die Gestallung
der Klei anhandel preise für Zigaretten ist
zwischen Fab. i.anten und Händleen noch kiire
Einigung nen obwohl der Reitpunkt für die
Erhebung des neuen Krir Lsausschiages bereits
da in. Die Zigarelten= Industrie, welckh
durch die Kontingentierung nicht in der bisherigen
Weise vom Kleinhandel abhängig isl, wül
diesem Verlaufspreise vorschreiben, die ausschließlich
der Rabatte dem Händler einen
Nutzen von 14 bis 20 v. H. lassen, während ec
früher einen solche n ron 35 bis 40 v. H. hatte.
zu einer Einigung über di: Verlauf preise in
, wie gesagt, noch nian gelommen. Jedenfalls
arn die bieherige 1- Pfg.- Zigarelte ganz verschwinden
und an ine Steile triit als billigste
Sorte die 2-Pfg.-Zigaretle. Eine sit##re Folge
der Neubelastung der Zigareitenindustrie wird
sedensalls darin bestehen, daß die bisherige
Preieschleuderei, unter der der solide Zigare!-tenhandel
stark gelitlen hat, für immer ihr Ende
erreicht.
*„ "„ "„
Rosenheim, den 3. Juli.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Josef Koch, Schlosser aus Rosenheim, Soldat
in einer Pionierkompagnie; Werner Frhr. v
Reitzenstein aus Traunstein, Sohn des Oberstleutnants
a. D. Philipp Frh. v. Reizenstein
in Traunstein, Dipl.-Ing. und Leutnant d. R.
im Inf.-Leibregiment, Inhaber des Militärverdienstordens
mit Schwertern, des Eisernen Kreuzes
2. Klasse und des österr. Verdienstkreuzes mit
Kriegsdekoration; Georg Huber, Bindersohn
von Obertaching, Soldat im 3. Jägerregiment:
Josef Liebhart, Gütler und Postbote in Mating,
Pf. Erharting,
Auszeichnung im Felde. Der Fuhrwerksbesitzer
Andreas Huber aus Rosenheim,
Schwiegersohn des Privatiers Paul Lechner in
Rosenheim, Landwehrmann im 1. Landw.-Inf.
Reg., wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
Alsvermißt gemeldet wurde heute den
Bauer Peler Baumann zum Rieder in Pfafsenhofen.
Er stand im 20. Inf.-Reg. im Felre.
Oberbayer. Schul dienst. Versetzt mur“
den Hauptlehrer Ludwig Daimer von Po a
rang, BA. Wasserburg, nach nseren.
Bl. Tal Gauntlehrer Frienrich Mirugruber