Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1849. (40)

Finanzielle  Kriegführung

 

besuchte.  Lohmann  ließ  auf  Grund  unserer  Unterhaltung
von  der  Weserwerft  in  Bremen  Pläne  für  ein  Handelstauchboot
  konstruieren.  Die  Pläne  waren  Anfang  Oktober  fertig
und  wurden  dem  Reichsmarineamt  vorgelegt,  dessen  
Einverständnis  wegen  der  möglichen  Konkurrenz  mit  dem  Bau
von  Kriegstauchbooten  erforderlich  war.  Es  ergab  sich,
daß  zu  gleicher  Zeit  auf  Veranlassung  der  Firma  Krupp  die
Germaniawerft  in  Kiel  Pläne  für  ein  Handelstauchboot  
ausgearbeitet  hatte.  Die  Pläne  der  Germaniawerft  sahen  eine
größere  Tonnage  vor;  außerdem  konnte  die  Germaniawerft
für  zunächst  zwei  Handelstauchboote  eine  Fertigstellung
schon  für  April  und  Mai  1916  in  Aussicht  stellen.

Risiko  und  Gewinnaussichten  des  Unternehmens  waren
ungewöhnlich  groß.  Das  Risiko  wurde  dadurch  erleichtert,
daß  sich  die  Firma  Krupp  bereit  erklärte,  eines  der  beiden
U-Boote  unentgeltlich  zur  Verfügung  zu  stellen  lediglich
unter  der  Bedingung,  daß  dieses  U-Boot  auf  seinen  zwei
ersten  Reisen  gegen  Zahlung  einer  hoch  bemessenen  Fracht
eine  bestimmte  Menge  Nickel,  die  für  Krupp  in  Amerika
lagerte,  nach  Europa  befördere.

Zur  Durchführung  des  Unternehmens  wurde  zwischen
Herrn  Lohmann  und  mir  die  Gründung  der  „Deutsche
Ozean-Rhederei  G.  m.  b.  H.‘  vereinbart.  Das  Reich  nahm
der  Gesellschaft  das  Risiko  ab  und  behielt  sich  andererseits
  die  großen  Gewinnaussichten  vor.

Im  Juni  1916  konnte  die  „Deutschland“  in  aller
Stille  ihre  erste  Reise  antreten.  Das  Geheimnis  war

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