Der Sreiherr vom Stein bei der Nachricht vom
Brande Moskaus.
Ernst Moritz Arndt erzählt:
.. . Er (Stein] war der unerschütterlichste Fürst und
geldherr des Mutes. Kls die Nachricht von der Schlacht
von Borodino und bald von dem Brande Moskaus ankam,
und Sar Konstantin umhersprengte und Frieden! Frieden!
rief, als die Kaiserin-Mutter und Romanzoff Frieden flüsterten,
trug er sein haupt mur desto heiterer und stolzer. Ich habe
ihn gesehen, diesen heiteren Mut. Ich war den Tag nach der
eingelaufenen Kunde von jenem Brande mit dem tapfern
Dörnberg ldem westfälischen Freischarenführer] und mehreren
wackern Deutschen bei ihm zur Tafel. Nie habe ich ihn herrlicher
gesehen. Da ließ er frischer einschenken und sprach: „Ich
habe mein Gepäck im Leben schon drei., viermal verloren;
man muß sich gewöhnen, es hinter sich zu werfen:
weil wir sterben müssen, sollen wir tapfer sein.“
(Arndt, Erinnerungen aus dem äußeren TLeben.)
Kus dem 26. Bulletin der Großen Krmee.
Borowsk, 23. Oktober 1812.
Napoleon berichtet über die kriegerischen Ereignisse vom
14. September, dem Tag des Einzugs in Moskau, bis zum 17. Ok.
tober, dem Dorabend des Rückzugs von Moskau. Dann fährt er fort:
... Moskau ist heute nichts als eine ungesunde, schmutzige
Kloake. Eine Bevölkerung von 200000 Seelen irrt, vom
hunger gepeinigt, in den benachbarten Wäldern umher und
dringt in die Trümmer ein, um dort nach einigen Resten und
nach etwas Gemüse in den Gärten zu suchen. lle Magazine
in der Stadt wurden sorgfältig aufgesucht und geräumt, den
Kreml ließ der Kaiser unterminieren. Der herzog von Treviso
(Marschall Mortier] sprengte ihn am 23. lOktoberl, um
2 Uhr morgens, in die Luft. Das Krsenal, die Kasernen, die
Magazine, alles ist zerstört. Diese alte Burg, die seit der
Gründung der Monarchie bestand, der erste Palast der Saren,
— sie sind nicht mehrv! .. Die Bewohner Rußlands staunen
über das gute Wetter, das seit 20 Tagen herrscht. Die Sonne
scheint, und wir haben die schönen Reisetage von FJontaine-20