Full text : Die Gründung des Deutschen Ordenstaates in Preußen.

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stellten  die  kirchliche  Pflege,  dieser  die  Eroberung  voran,  jene  vertrauten
  dem  Bischofe,  dieser  den  Rittern  das  Volk  an;  —  er  glaubte,
in  der  Lehnshoheit  den  Einfluß  der  Kirche  gesichert  zu  haben,  hatte
sie  aber  dadurch  prineipiell  bereits  der  Politik  untergeben,  —  der
Politik  des  Ordens.

Schon  am  21.  Februar  des  Jahres  1234  hatte  Gregor  den
nordischen  Völkern  gemeldet,  daß  er  den  Bischof  Wilhelm  von  Modena
  abermals  als  Legaten  des  Apostolischen  Stuhles  zu  ihnen  senden
  werde;  auch  an  die  Preußen,  wo  Wilhelm  bisher  noch  nicht  gewesen,
  war  die  Botschaft  gerichtet.  1)  Als  nun  darauf  die  Nachricht  von
der  Unterwerfung  Pomesaniens  in  Rom  angelangt  und  die  Belehnung
  des  Ordens  mit  Preußen  erfolgt  war,  fand  Gregor,  der  nach
den  ihm  von  vielen  Seiten  zugegangenen  Siegesberichten  schon  die
vollständige  Eroberung  des  Landes  nahe  glauben  mochte,  für  noth-231)

  Die  Gesandtschaft  galt,  wie  der  Brief  Gregors  vom  21.  Febr.  1234  bei
Raynald.  ad  h.  a.  n.  45.  sagt,  „Universis  Christi  felibus  per  IJävoniam,
Prusssam,  Cothlandiam,  Vinlandiam,  Estoniam,  Semigalliam,  Curiandiam
  et  ceteras  neophytorum  et  paganorum  provincias  et  insulas  constitutis.“
  Ueber  den  Charakter  dieses  für  Preußens  älteste  Geschichte  so  wichtigen
Mannes  hatte  sich  schon  Honorius  III.  (Rayn.  1224.  38.)  rühmend  ausgesprochen.
  Noch  glänzenderes  Lob  spendet  ihm  Gregor  in  dem  eben  bezeichneten  Briese:
„Idem  episcopus  —  ad  spirituales  doliciss,  conversionem  videlicet  gentis
elusckem  (nämlich  in  Livland  besonders,  wo  er  auch  1225—1227  und  1229—
1231  hauptsächlich  gewesen)  totis  desiderüs  totisque  animi  wedullis  suspirans
nobis,  qui  locum  illius,  licet  immeriti,  tenemus  in  terris,  qui  discipulis
auis  ait:  Rogate  Dominum  messis,  ut  mittat  oPp######oe  In  Mmassem  enam  —
enm  multa  precum  instantia  et  lacrymarum  affluentia  aupplicavit,  ut,
eum,  expertus  curae  laboriosa  certamina  pastoralis,  quamquam  possit
dicere  eum  Apostolo  Bonum  cerfamen  Cerfa#  —  cursum  cCupiat  perfectioris
  operis  consummare,  ut  ei  oorona  iustitiae  in  reliquo  reponatur,  ipaum,
  episcopatu  propter  vos  Mutinenei  G#misso,  paratum  pro  vobis,  si  opu#
fuerit,  etiam  calicem  bibere  passionis,  in  messem  domini  mittere  dignaremur.“
  Von  einem  solchen  Manne  durfte  Gregor  die  pünktlichste,  beharrlichste
Ausführung  seiner  Besehle  erwarten.  Mit  Kaiser  Friedrich  II.  stand  Wilhelm  ebensalls
  auf  gutem  Fuße  (Veal.  Bohmer  Regg.  S.  127)  und  war  an  dessen  Hofe  gewiß
auch  mit  dem  Hochmeister  bekannt  geworden.

Watterich,  Orensstaat.  8