Metadata : Bismarck und das päpstliche Rom.

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eine  andere.  Damit  sei,  wie  er  selbst  an  Voltaire  schreibt,  den
Fuchsen  der  Schwanz  abgeschnitten  worden,  so  daß  sie  nicht
mehr,  wie  diejenigen  Samsons,  die  Getreidefelder  der  Philister
niederbrennen  könnten.  Auch  die  päpstliche  Bulle,  welche  den
Orden,  als  den  Frieden  in  Kirche  und  Staat  gefährdend,  aufhob,
durfte  im  Preußischen  nicht  veröffentlicht  werden.  Jetzt  aber
waren  Friedrich  die  von  der  Kurie  Ausgestoßenen  dienlich,  um
den  römischen  Klerus  im  Zaume  zu  halten.  Sie  durften  indes
keine  Körperschaft  bilden.  Er  machte  sich  gleichsam  selbst  zu
ihrem  General.  Als  d’Alembert  ihn  daran  erinnerte,  wie  sie
ihm  im  Siebenjährigen  Kriege  mitgespielt  hatten,  und  ihm  sogar
wegen  dieser  so  beschränkten  Duldung  des  ‚verderblichen  Gewürms‘‘
  Vorhaltungen  machte,  erwiderte  er,  in  königlicher
Laune,  daß  man  keinen  Pardon  gewähren  könne,  wenn  nicht
gesündigt  worden  sei.  Ihmseienalle  Verfolgte  eoipso—Schutzbefohlene.
  Übrigens  habe  er  bei  der  Übernahme  Schlesiens  im
Dresdener  Frieden  beschworen,  die  römisch-katholische  Kirche
in  ihrem  Bestande  nicht  anzutasten,  und  solcherweise  die  Jesuiten
mit  übernommen.  Ein  Ketzer  müsse  sein  Wort  halten.  Indes
habe  er  die  Einwände  gegen  die  Jesuiten  gelesen  und  sie  zu
einem  guten  Teil  „wohlbegründet  befunden“.

Im  Reichstag  war,  wie  es  scheint,  zur  Klarlegung  dieses
Tatbestandes  kein  zureichend  Geschichtskundiger  zur  Stelle.
In  bezug  auf  die  Morallehre  der  Jesuiten,  nach  der  der  Mainzer
Seminar-Regens  die  angehenden  Priester  selbst  heranzog,  ist
man  ihm  die  Antwort  nicht  schuldig  geblieben.

Die  Ironie  des  Schicksals  hat  gewollt,  daß  in  der  damaligen
Reichstagsdebatte  keiner  den  Jüngern  Loyolas  unerbittlicher
und  vernichtender  heimgeleuchtet  hat,  als  ein  —  Windthorst!
  der  Namensvetter  und  zugleich  Antipode  der  ‚schwarzen
  Perle  von  Meppen‘,  mit  Vornamen  Eduard,  Kreisrichter
aus  Werne  a.  d.  Lippe  und  Abgeordneter  für  den  3.  Berliner
Wahlkreis.  Seine  Rede  gegen  den  Jesuitenorden  war  eine  der
sachkundigsten  und  schlagfertigsten,  die  jemals  gegen  die  Jünger
Loyolas  gehalten  worden  ist.  Die  Staatsgefährlichkeit  des
Ordens  wies  E.  Windthorst  nach,  indem  er  einfach  die  bezüglichen
  Lehrsätze  in  den  maßgebenden  Schriften  verlas.

„Die  weltliche  Macht  ist  der  geistlichen  untergeordnet  und  muß
unbedingt  nach  dem  Verfahren  und  den  Anordnungen  der  letzteren  sich
richten.  Die  römische  Kirche,  deren  Herrschaft  unterworfen  zu  sein,  für