Metadata : Gesetzsammlung für die Fürstlich Reußischen Lande Jüngerer Linie. Dritter Band. 1835-1838. (3)

9

5.  44.

Der  anzuberaumende  Werstelgerungstermin  muß  wenigstens  etne  Feist  von  ache  Wochen,
von  dem  Tage  an  gerechner  emhalcen,  an  welchem  das  Versteigerungspatene  angeschlagm
worden  und  der  erste  Abdruck  im  ossticlellen  Wochenblatte  ersolge  ist.  Die  subbaftlrenden
Gerichtöbebörden  baben  bei  Bestimmung  des  Termines  und  bei  Erlaslung  der  diesfallsigen  Requistelonen
  an  die  Zeicungs-Expedirionen  die  geeignete  Rücksicht  darauf  zu  nehmen,  daß  zwischen
  dem  ersten  Abdrucke  der  Bekanntmachungen  und  dem  Termine  eine  Frist  von  acht  Wochen
  inne  liege  und  sie  haben  deshalb  einen  Tag,  an  welchem  die  Insertion  patestens  erfolgen
  muß,  zu  bestimmen.  Soflte  der  erste  Abdruck  der  Bekanntmachung  in  elnem  oder  dem
ondern  Blatte  zu  spär  ersolgen,  so  soll  dieß  den  Forcgang  bes  Termines  nicht  bindern,  wenn
nur  der  Anschlag  des  Patents  und  der  Abdruck  im  öffentlichen  Wochenblatte  bewieke  worden
  ist.

Die  von  Seiten  der  Behörden  bierbei  unterlaufenden  Versehen  zlehen  Ordnungsstraseen
  von  Fünf  bis  Zehn  Thalern  nach  sich.

Nach  Ermessen  des  Richters  kann  übrigens  auch  elne  längere  Feist  angenommen  werden,
  so  wie  es  umgekehrt  den  sämmelichen  Betheiligeen  in  einer  Sache,  in  sosern  ste  über
ihre  Angelegenheiten  selbstständlg  disponlren  können,  freisteher,  eompromißweise  elne  kürgere
Subhaftationsfeist  zu  bestimmen.

 

6.  15.

In  dem  anberaumeen  Blekungstermine  werden  bis  12  Uhr  alle  Geboke  zugelassen  und
sind  dieselben  mit  Benemnung  der  Biekenden  einzeln  in  das  Prokokoll  niederguschreiben.

Nach  Verlauf  der  zwölsten  Sumde  wird  das  bis  dahin  erfolgte  Höchsle  Geboe  bei  offenen
  Thüren  ausgerusen  und  damit  so  lange,  als  vor  dem  dritten  Ausruse  eines  Gebotes
und  vor  dem  Zuschlage  noch  höhere  Gebote  geschehen,  auctionsweise  foregesahren,  bis  das
Hochste  letzte  Geboc  dreimal  ausgerusen  und  nicht  weiter  überboten  worden  ist,  worauf  der
Zuschlag  erfolge.  Nach  12  Uhr  sind  blos  diejenigen  zu  liritiren  berechtige,  welche  schon
vor  12  Uhr  Gebote  geihan,  oder  sich  zum  Licikiren  angegeben  haben.

Wenn  an  einem  Orte  mehr  als  eine  Uhr  vorhanden,  so  ist  gleich  bei  Eröffnung  des
Termines  diesenige,  nach  welcher  sich  gerichtet  werden  soll,  zu  bestimmen  und  im  Prowokolle
nahmhaft  zu  machen.

JIcl  gar  kelne  Uhr  lm  Orte  vorhanden,  so  bat  der  Dileigenk  des  Geriches  zu  verfügen,
daß  eine  Uhr  in  die  Gericheestube  gebracht  und  nach  dieser  sich  gerlchtet  werde.