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Cholerine, sagten die Aerzte. Die Sache schien ganz ungefährlich,
so daß König Max sogar seine gewöhnlichen Herbstjagden im
Gebirge abhalten zu können meinte. Am 25. Oktober, eine
halbe Stunde vor seiner Abreise nach der Rieß, begab er sich
in den Wittelsbacher Palast, um sich über den Zustand der
Mutter zu vergewissern. Auf seine Bemerkung, daß er unter
keiner Bedingung abreisen würde, wenn auch nur die geringste
Gefahr zu befürchten sei, erwiederte der Leibarzt des Königs
Ludwig, es sei an keine Gefahr zu denken. Der König reist
guten Muthes ab, Befehle hinterlassend, daß man ihm möglichst
oft Nachricht über die zu erwartende Besserung in dem Zustande
seiner Mutter senden solle. Die Besserung trat nicht ein, auch
keine Verschlimmerung. Mehrere Kuriere wurden mit dieser
Meldung abgeschickt. Nach zehn Uhr Nachts aber änderte es
sich rasch. Die Königin-Mutter kämpfte den Todeskampf. Ein
unheimlicher Sturm umraste die hohen Fenster des Palastes.
Der tiefste Schmerz lastete krampfhaft auf den um das Krankenbett
Versammelten. Unaussprechlich litt der greise König Ludwig.
Das Weh des Abschiedes für diese Welt war ihm zu überwältigend.
Da legte sich um vier Uhr am noch dunkeln Morgen
des 26. Oltober der Sturm. Die letzten Blumen des Herbstes
hatte er abgestreift und auf gesenkten Schwingen entführte er
die edle Frauenseele.
Als König Max am nämlichen Morgen um sieben Uhr
die ersten Nachrichten empfing, daß keine Verschlimmerung, aber
auch keine Besserung im Befinden seiner Mutter wahrzunehmen
sei, hatte er keine Ruhe, ließ packen und trat um acht Uhr schon
die Rückreise an. Von der später wirklich eingetretenen Verschlimmerung
wußte er noch gar nichts. Um so härter traf ihn
der Schlag auf der Station Holzkirchen, wo ihn die Trauerbotschaft
erreichte. Bis eine Stunde von München kam ihm
dann auch die Königin entgegen, um ihn zu trösten. Sofort
*