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4 EE Ms3 a Ê
Dienstag, 28. April 1814
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Der Anschluh des Blaferschen Anwesens it
der rl wasg an das rltadtse R
trigtätswerk mit 520 Mark wird gegen
Anlagekapitals durch die Besitzer
genehmigt.
Die Miete fü elektrische Zähler soll neu geregelt
werden. koejheniege wurden beschlofsen:
Bei einer Einrichtung v6 0,5 Milowatt 50
vig „his 1 Kilow „bis 3 ##h
I., bis 3 Kilowatt 1 2Fa#nr# 5 Kilo
Ln 1.50 Mk., bis 10 Kllowatt i. 3 Een 2)
Mark, bis 25 Kilowatt 2 Mk., bis 50 Kikowatt
2.50 Mk. Ueber 50 Mlat 2 besondere
Vereinbarungen Plotz. Bei Feßssetzung der Zählermiete
für #en wird die en einem
Kilowatt gleichgesetzt. Für Büfeleilen soll ein
Umschaltezähler zur Einführungkommen.Dadurch
wird für Bügeln bei Tag der Kraftstrompreis geschert.
Für Bügeln bei Nacht wäre indessen
ber Lichtpreis zu zahlen. Das elektrische Bugeln
wird also in Zukunft billiger. Die no#te Bestimmung
lautet: „Bei Anwendung eines Lichturd
Kraftzählers mit Handumschaltung für Bügeleisen
und andere kleinere — Wentilatoren)
wird der Tagesverbrauch caft
mit 10 Pfg. (bisher 20 v h) für 4 25
stunde berechnet.“ Zur Kontrolle sind bei ####
sten Motoren jetzt schon Deltenshler auf
Antrag der Stromabnehmer eingeführt. In Zutunft
soll die Aufstellung der seefar. Iandezm
Teil obligatorisch gemacht werden. Neu
deschlossen wurde zu Paragraph 7 folgende Vestimmung:
„Bei unbeschränktem Betriebe, d.
b. zu jeder Tages= und Nachtzeit, kommen bei
eänskonr unter 10 Pferdekräften auf Antrag
der Stromabnehmer und bei Motoren von 10
Pferdestärlen und darüber in allen Fäen Derreitarifzähler
in Anwendung. Der Preis für die
Kilowattstunde während der Sperrezeit beträgt
20 Pig. ohne Rücklicht auf den Verbrauch“.
Diese Aenderungen sollen am 1. Juli 1914 in
Rraft treten.
Sieben Grohkraftstromabnehmer führen Bestwerde
über die einseitige Begünstigung der
Firma Otto Huber im Preis. Sie ersuchen um
Ei mräumung des gleichen Bezugspreises, wie
ihn die Firma Otto Huber genießt. Die Großabnehmer
zahlen jetzt bei einem Verbrauch von
670 000 Kilowatt 3800 Mk., von 92 000 Lilowatt
740 Mk., von 240 000 Kilowatt 1800 Mk.,
ron 429 000 Kilowait 2400 Mk., von 137000
Kilowatt 1100 Mk., von 113.000 Kilowat! 900
Mk., von 5470000 Kilowatt 2188 Mk. Der
arößte Abnehmer isi die Firma Klöpfer u.
Königer mit 1010 850 Kilowatt um 5329 Mk.
Tielse Firma gehört nicht zu den sehigen Gesuchstellern,
weil, wie der Referent R. Hasenbrädl
meint, sie wohl wisse, was in anderen
S:tädten für Kraftstrom bezahlt werde. Die
Städte in den Industriegebieten hätten wesentlich
höhere Preise. Keine Stadt habe so
Tillige Preise wie Rosenheim. Jetzt nehme die
Stadt aus Kraftstrom etwa 42000 Mk. ein.
Wenn sie die gleichen Preise wie andere Städte
bätte, würden sich die Preise um 100——50 Prozent
erhöhen und der Stadt 90—100 000 Mk.
s#a'! 42 000 Mk. einbringen. Die Firma Otto
HOnber genieße einen Ausnahmepreis. Im Jahre
1902 habe sie sich bereit erklärt, statt der Dawpfmaschine
den elektrischen Betrieb einm#führen.
Dadurch sei dem Werk eine größere Einnahme
grantiert worden. Der Preis stelle sich auf 4
Pig. Der Vertrag wurde auf 10 Jahre geschloisen
und lief im Jahre 1912 ab. Im Anschluß
daran wurde er auf ein Jahr werlängert. Dann
criuchte Herr Huber um eine 10jährige Verlärgerung
ab 1. Juli 1913 nach, wenn ihm der
gleiche Preis eingerunt würde. Andernfalls
würde er zum Dampfbetrieb übergehen. Die
Direstion legt dar, daß Huber in verschiedenen
Velangen Entgegenkommen zeige; die Firma
babe dei Störungen auf Wunsch den Motor wiederbolt
stille stehen lassen. Die Erneuerung des
Vertrages sei indessen nicht auf 10, sondern ouf
J Jahre erfolgt; das erste Jahr laufe jetzt schen
ab. Es handle sich um einen Ausnahmefall, aber
es sei nicht gerechtfertigt, daß man eine noch
gröbere Verminderung des Kraftstrompreises
bei anderen Betrieben eintreten läßt. Die Kommission
beantragt daher, das Gesuch der lieben
ehrekabnehmer abzulehnen. Der Magistrat ist
einstimmig und debattelos damit einverstanden.
(Schluß folgt.)
Freiwillige Feuerwehr Rosenheim.
Rosenheim, 27. Aoril.
„Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr!““ Dielen
edlen Wahlspruch hat sich die Freiwmilige Feuerwehr.
Rosenheim auch im abgelaufenen Jahre wieder zum
Ziele ihres Sirebens gesetzt, wovon dle am Samstag-Abend
slattgefundene Generalversammlung dos ideolste
Bild entrollte. In stattlicher Anzahl waren dle Wehrmänner
und die Vorstandschaft im Vereinssolal er,
schienen und bekundeten so schön äußerlich regstes Interesse
für die unelgennützige Sache des Vereins.
Erster Kommandam Hasenbrädl hieb die Versammelten
herzlich willkommen und gedachte zunächst mehrerer
verslorbener, hochverdienter Mitglieder. Redner oldmete
besonders dem verstorbenen Loftat Dr. Dirr elnen
ehrenden Nachruf. Dieser edle Menschenkreund war seit
1884 Mitglied der biesigen Feuerwehr, gründete dort
deren Sanitätsabtellung, die sich 1998 alco selbständige
Fretwillige Sanitätskolonne lostrennte. Um die Hebung.
der Orgonisatlon der Kolonne hat sich Hoftat Tr.
Dier die größten Verdlenste erworben, so daß die hochite
Stelle seine Brust mit dem BKhuiglichen Ehrenkreuz,
Verzinsung des
som#o#te. So#wohl die Feuerwehr wie auch die von ihm
gegründet# urd in die Höhe gebrachte Kolonne we:rden
dem Verllichenen stets ein dankbares Andenken
S
twahren. .
DsnugedschleRebneknochdisoetftmbenenslqtes
Hatgenmiller, der allzelt nicht nur 35 Jahre lang
als Kreisvertreter von Oberbayern, sondern auch in den
letzten Johren als 1. Vorsitender des Bayer. Landesseuerwehrverbandes
der gröbte Förderer dleses Dienstesder
Rächstenliebe wor. St##eng wor steis seln Urteil,
aber gerecht; er verlangte eben von einem Mehrmann
die Erfallung der Pflicht. Ferner gedachte der erste
Kommandant noch mehrerer verstorbener Mitglieder,
von denen er vor allem Hertn Frachtl-Utz geradezu
als Vorbild eines eifrigen und pflichtgetreuen Feuerwehrmannes
feierte. Alle werden ihm das eheendste
Andenken bewahren. .
Schriftführer Gietl- brachte donn die oangefallenen
Protokolle zur Verlesung, die ohne Beanstandungen genehmigt
wurden. Im Anschlusse daran wurde bekanntgegeben,
daß am 10.. Mai die Gesamtübung und a#n
24. Mai die Hauptübung stattfindet.
Nach dem von Kassler Bensegger erstatteten Kassaberlcht
beträgt das Saldo 73,96 Mark, durch Mitgliederbelläge
gingen 721,60 Mark ein, die Jubiläumsrate
der Stadtgemeinde brachte 100 Mark. Die Gesamteinnahmen
siellen sich auf 1150,56 Mark. An Ausgaben
waren folgende zu buchen: Armaturen und Reparaturcn
6976 Mark, Joppen 81,50 Mark, Feiertagwache 38
Mark, Führer-Kurs 20 Mark us#. Die Ausgaben machen
zusammen 1098,42 Mark aus. so dah ein Aktiorest
von 82,14 Mark in der Barkasse verbleibt. Bei der
Hondelsbank sind angelegt 3152,70 Mark; die Zinsen
t##ragen 127.30 Mark, zusammen 3230 Mack. Die
uUnterstatzungskasse besitzt bei der Bank ein Guthaben
von 1294,65 Mark, während die Zinsen 63.95 Mark
betargen, in Summa 1476.60 Mark. Der Vermögens-.
sltand übersteigt demnach die Summe von 4800 Mark.
Doum erstattete Glasermeister Gletl den Jahresbericht,
dem w'r folgendes entnehmen: Der Mitgliede#eslend hat
wieder einen erfreulichen Zugang erfahren durch dis
Neugufnahme von 27 Mitgliedern, während 7 ordentliche
und 4 außerordentliche ausgetreten kund und 2
ordentliche und 4 außerordentliche dem Vereine durch
den Tod entrissen wurden.
Durch El#werlelbung der Ortschaft Fürstätt in unsere
Siodt ist ne Freimillige Feuerwehr Fürflätt als selbständige
Feuerwehr unter der Bezelchnung J. Komp.
an unsere Wehr angeschlossen worden. Sie zählie zu
Beginn des Jahres 41 Mitglleder, ausgetreten sind 2,
neueingereien dagegen 6, so dab setzt der Stand 45
beträgt. Die Feuerwehr Nosenheim, welche die Auf.
nahme der 5. Komp. einstimmig beschlossen hat, verzeichnet
mit Sichlz diesen ansehnlichen Zuwachs. Der Gesamtmitgliederstand
der Frelwilligen Feuerwehr Nosen
heim stellt sich demnach zusammen aus 8 khren.
mitgliedern, 2579 ordentlichen und 62 auherordentlichen
Mitgliedern, z#esommen 359 Mitgliedemn. Der Mannschoftsstand
der zum Bezirksverband Nosenheim. Stadt,
gehörigen Feueru#ehren hat nunmehr folgende Zisfern:
Freiwillige Feuer##ehr Rosenheim 289 Mann, Freiolllige
Feuerwehr Fürstält 45 Mann, Pflichtfeuerwehr inll.
Ordnungsobteilung 200 Mann, Salinen-Feuerwehr 100
Monn, Fabrikseuerwehr N. T. Stumdeck 20 Mann,
in Summa 684 Mam
Im Berichtslahre #t der Tod wieder empfindliche
Lücken in die Reihen unserer Mitglieder gersssen. So
bellogen wir das Hinscheiden des Gründungsmitgliedes
Simon Fortner sen., von den auterordentlichen Mitgkedern
Thomas Gillitzer, Joh#e#n Auer, Heinrich Dofmonn,
Josef Jergang sen. und Josef Nenshuder sen.,
von den ordentlichen: Hochreiter Mor, welche die Wehr
im ehrenden Andenken beholten wird. Einen schweren
Verlust erlitt die Wchr auch durch den ollzufrühen
beimgang des Korpsarzter Hofrat Dr. Maz Dirr,
welcher seit dem W 1884 dem Komwande als
Korpsarzt angehört
Ueber die Käua#en der Wehr läßt sich der Bericht
wie folgt vernehmen: Alarmiert wurde die Wehr am
9. Februsr zum Brande eines Heustadels in Kosenheim.
om 29. Februar zum Brande des Oekonomiegutes in
Innleiten, am 22. April zum Brande in der Parkettfabrik
Rosenheim, am 24. April zum Brande in
Hofleiten (Bliyschlag), am 18. Juni zum Btande in
der Schwalg bei Pang, am 24. Juni zum Beande in
der Denglerstallung in Nosenhelm, am 3. Angust zum
Bronde im Tonwerk Mitterhart, am 23. Septemder
zum Brande cines Torfwagens am Bahnhof dahier,
am 28. September zum Brande in der Koiserstroße 10
dahier. Ferner haben je eine Gesamitung am 1.
Junl und am 5. Oktober, eine Hauptübung u#m 12.
Llüô#, endlich bel seder Kompognie durch'chnittlich
5 Spezialübungen staltgefunden. An Versammlungen
wurden abgehalten 4 Chargenversammlungen, 1 Generasversammlung
mit Wohl und 2 Miengliederver.
sommlungen. An dem von der Münchener Feuerwehr
veranstalteten Führerkurs betelllgte sich die Wehe durch
Entsendung des Thargierten Anton Riggiruer jun.
Im Werte der vorhandenen Feuerlöschrequssiten ist
keine Aenderung eingetreten; sie haben einen Gesamt!
wert von 24 126.05 Mark; derjenige der Forstatter
Feuerwehr beläuft sich auf 3215 Mark. An das Alacmwerk
sind 81 Wehrmönner mit 89 Glocken angeichlossen.
Der Mitgliederstand der Wasserwehr siellt sich wisolgt
zusammen: Zu Beginn des Vereinslahres 12
Mann, eingetreten 13, ausgetreten 6 Mann, demmach gehenwärtige#
Stiond 19 Monn. Im Berichtslahr= sanden
27 Uebungen statt. Am 13. Jull unternahm die Wehr
eine Talfahrt von Kiesersfelden nach Nosenheim, wähtend
am 5. Oktober die Hauptübung abgehalten wurde.
Der Inventarwert der Wasserwehr deträgt 931
Mark.
„Wachend und hilssberelt stand die Wehr wieder im
Dieuste des Nächsten; ie Brande eine besonder-Ausdehnung
nicht erreichten, „4o war dies auf die Ein ·
haltung der seuerpolizellichen Vorschristen und auf die
cgule Organsation ver Wehr zurüchuführen. Mögen lich
diese Vorzugt auch im tonnnenben Jahre des goldenen
Jubilämms unserer Stadt geltend machen und die
Stadt Nosenheim vor gröberen Bränden verschont blelben!“
Mitt diesem Wunsche schlieht der Jahresbericht
der Freiwilligen Feuerwehr Rosenhelm unter dem Ausdruck
des Dankes an die städtischen Kolleglen für gutes
Wohlwollen, an die Bürgerschaft und die Lokalpresse
für talkräftige Unterstühung und an alle pflicht jrtreuen
Kameraden, welche in gemeinnüziger Weise mligewmirkr
haben. "„
Der Jahresbericht wurde unter Beifallsbezeugungen,
genehmigt. Hierauf brachte Kaufmann Reich den Jahresbericht
der Sterbekasse zur Kenninis, dem wit nachslehendes
entnehmen: Der Mitgliederstand betrug am
Schlusse des Berichtsjahres in der großzen Versichecung
230, in der kleinen 5, in der prämienfreien mit vollem
Versicherungsanspruch infolge des erreichten 75. Lebens,
iohres 2 und in der prämiensreien mit reduziertem Versicherungsanspruch
1 Mitglied, in Summa 278 Mann.
An Einnahmen und Ausgaben verzeichnet die Kasse den
Betrag von 3787.60 Mark. An die Hinterbliebenen
5 verstorbener Mitglieder wurden 1750 Mork ausbezahlt;
während deren Beitragsleistung nur 914.20
Mark betrug. Die Sterbekasse des bayerischen Land-sfeuerwehrverbondes
hatie im letzten Rechnungsjahre
bei einem Neuzugang von 3353 einen Mitgliederbestand
von 117 897 Mann und ein Barvermögen von
über 6 Millionen Mark, das sich gegen das Vorfahr.
wieder um mehr als 300 000 Mark erhöht hat und in
mündelsicheren Papieren bei der K. Filialbank in Menchen
deponiert, zum kleinen Teil in Kommunaldarlehen
angelegt ist. Bis jetzt hat die Kasse für 29 635 Mitglieder
insgesamt 9 501 031 Mark als Sierbegeldsummg
binausbezahlt und damit viel Schmerz und Sorgen der
iotHr und Waisen gelindert. Kein Feuerwehemannt
und Familienvater sollte diese so vorteilhafte Versicherungsgelegenheit
unbenützt lassen. *
1. Kommandant dankte för diese Ausführungen
und lud die Mannschaft aufs freundlichste zum Beitritt
ein. Hierauf gab er noch die Vorschlagsliste zur Verleihung
von Königlichen Ehrenzeichen für 25jährige und
Diplome für 15jöährige ununterbrochene Feuerwehedienstzeit
bekannt. Sie enthält solgende Namen: für 25
Jahre: Karl Russer, Bauunternehmer; Spickenreuther
Josef, Hafnermeister; Lämmer Franz, Schreinermelster.
Für 15 Jahre: Neff Hans, Kaufmann; Koch Osk.,
Schlossermeister; Siark Laver, Schreinermeisler, und Ficher
Ludwig, Sattlermeister. Bei der Sallnenfenermeh
kür 25 Jahre: Kastner Matth., Sudgehils'; Semnüg!
Max, Verpacker; für 15 Jahre: Erber Andreas, Sudgehilfe;
Frisch Pankratius, Sudgehilfe; Urscher Andreas,
Verpacker; Greckl Balth., Sudgehilse: Weinbauen
Eeorg, Verpacker; Ellinger Joses, Sudgehilse: Gnadl
Josef, Bauzeichner; Wurm Johann. Bei der Fürstätter
Feuerwehr für 25 Jahre: Zellner Quirin, Oekonom und
Daulberger Jolef, Oekonom; für 15 Jahre: Urscher
Gastwirt; Bichler Quirin, Oekonom; Dinzenz
Kaspar, Bauunternehmer und Knoll Gcorg, Heizer.
Im Anschluß an die Vorschlageliste bemerkie 1. Kommandant
Hafenbrädl, daß alle Jahre auch das Feuerwehrverdienstkreuz
zur Verleihung gelangt und zwar treffen
auf Oberbayern jedesmel 5 Stück. Auherdem kann
ees nach jedem Brandsall verliehen werden, wenn sich
dabel ein oder mehrere Feuerwehrleute besonder# ausgezeichnet
haben. Die Distriktspolizei hat dann die Auszuzeichnenden
in Vorschlag zu bringen.
Dann verständigte der Kommandant die Versammlung
davon, daß die Feuerwehr auf der Suche nach einer
neuen Landspritze sei. Weißgerberm. Bauer habe auf einer
Geschäftsreise in Nürnberg Umschau gehalten, nachdem
diese Stadt verschiedene Löschgeräte wegen Ankomobilisiekung
ihrer Wehr billig abzugeben hat.' Herr Bauer
berichtete dorüber und meinte, daß nach seinem Duoförhalten
die hiesige Feuerwehr mil dem Erqwerb dieser
Landspritze einen guten Kauf machen könnte. Ce sei eine
Ommibusspritze, ouf der 10—12 Mann Dlatz nehmen
Innten. Man musse bestrebt sein, das Geschäft dal
abzuschließen, weil auch noch andere Gemeinden die Gelegenheit
nicht unbenützt vorübergehen lassen würden.
Weiterhin teilte der Vorsitzende mit. daß der Aus
lschuß beschlossen hade, 1500 Mark der Unterstützungs.
lasse zuzuweisen, da diese Kasse erst 1500 Mar besitzt,
deren Zinsen aber zu wenig sind, um im Notfalic meh.
vren notdürftigen pflichteifrigen Wehrmännern mo##
mentane Unterstützungen zu gewöhren. / Feuerweha#
eElbst brauche kein Vermögen, mit den 120 Mark Zinse
die dann das um 1500 Mark vermehrte Vermögen abwerfe,
wäre man schon in der Lage. Unterstützungen
zu gewähren. Den bieherigen alljährlichen Zuschuß von
100 Mark läßt man bis auf weiteres der Unterstügungs-=kasse
noch zufließen zur Vermehrung des Stommoermögens.
Die Versammlung war damit einverstonden.
Dann wurde ouch der Borschlag einstimmig angenommen,
dob die Wachmannschaft, die während des ganzen Volkssestes
die Brandwache übernimmt, je gruppenweise 5
Mark als Zehrgeld erhält.
Herr Bauer gab dann die Anregung. es möchten doch
olle, die an das Alormwerk angeschlollen zind, auch an
den Uebungen mit dei Landspritze teilnehmen. Es wurde
bestimmt, die Mitglieder der 1. und 3. Komp. durch
Zirkulare zur nächsten Uebung am 1. Mai 3¾7 Uhr,
einzuladen.
Mit einem frohen „Gut Heil!“ auf das serne Bl#
hen, Wachsen und Gedeihen der Freiw. Feuerwehr Nosen.
heim schloß Kommandant Hasenbrädl die ußerst dat.
monlsch verlaufene Versammlung.
Rosfenheim, 27. April.
Königs Otto vollendet heute Montag sein
66. Lebenriabt Sein Königtum hat während
einer mehr als 27fährigen Regentschaft, dem
glacklichsten Str bayerischer Geschichte,
gedauert, an welchem Tage sich dem Verlangen
wie sie Heigel nennt, bis zum I. November 1913
des Landes entsorechend ein Vetter als Ludwig
III. aum Sdnig p tte. Mit Weh
mut gedent das bayerische Voll des kranken
Königs, deisen Geburtstag heute — zum ersten
Male wieder seit Beendigung der Regentschaft
— un der üÜblichen durch die traurigen Umstände
gebotenen siillen Weise begangen wird. König
Otto lebt nach wie vor in dem vor Münchens
Toren gelegenen Schloß Fürstenried, wohloerpflegt
und unter königlichen Ehren. Eine lange
Lebensdauer scheint ihm nach menschlichem Ermessen
noch vorbehalten, denn sein körperliches
Befinden ist andauernd gut, wenn auch kein
Lichtstrahl mehr seine geistige Nacht erhellt.
Postdienst: Zu Postboten werdender aversionierte
Hilfspostbote Adolf Weser von Großkarolinenfeld
in Oberaudorf, die Hilfspostschaff.
ner Rupert Ratt von München in Traunstein
und Franz Zunhammer von München in Bas
Reichenoll und der S Stellenanwärter im Probedienst
Nikolaus Robl in Westerham (Oby.) ernonnt.
Versetzt wird in etatsmäßiger Eigenschaf
t: ab 16. April der Schaffner Peter Obermaier
von Bad Tölz nach München. In den
Ruhestand versetzt rbd ab 1. April der Post-#adjunkt
Thomas Mayr in Aschau b. Prien für
immer.
Zur Jubiläumsauostellung des
allgemeinen Gewerbevereins sind
Relklamemarken erschienen, die an Gewerbetreibende
und an Interessenten abgegeben werden.
Auf schwarzen Grund ist das Symbol unserer
Stadt, die weiße Rose im roten Feld und in
Gold die Inschrift: „Jubiläumsausstellung! des
allgemeinen Gewerbevereins Rosenheim September
1914.“ Sehr einfach und doch apart.
end die Marke wohl gerne verwendet werden
und den Zweck erfüllen. Sie soll in den weitesten
Kreisen darauf aufmerksam machen, daß wir
im heurigen Jahre ein seltenes Fest begehen.
Eine Bitte wollen wir jedoch noch anfügen.
Möchte aus dem Kreise der Behörden, Beamten
und der Bürgerschaft das Unternehmen
seine beste Unterstützung finden. Das könnte
ensbesonders dadurch geschehen, daß schon jetzt
Aufträge an die Handwerksmeister hinaus gegeben
werden. Die Behörden hätten oftmals
äufträge für öffentliche Gebäude, Kirchen, sowohl
für Fassadenschmuck wie für innere Einrichtung
für die verschiedenen Branchen, wie
Maler, Bildhauer, Schreiner, Schlosser, Gol#-ardeiler,
Glaser usw. Ebenso ist es bei unserer
wohlhabenden Einwohnerschaft. So manche
Brautauestattung in Möbeln und auch Einzelmövel
wie Schreibtische, Divan, Lüster, kurr,
eine Unmasse von Aufträgen könnte hierort?
vergeben werden, die in unserer Ausstellung zur
vollen Zufriedenheit des Auftraggebers prangen
körnte. Unsern Handwerksmeistern wäre 22.
durch geholsen. Mit Lust und Liebe würde das
einzelne Stück gefertigt, weil der Gewerbetreibende
in der angenehmen Lage ist, elwas für die
Ausstellung in Auftrag zu haben., an der er so
gerne mittun will. Die Gewerbeförderung iss
gerne bereit, kofrenlos und ohne Bindung für die
Austraggebenden, von den Handwerkemeistern
Offerte einzuholen, und Aufträge zu vermitteln.
Bei einigem Zusammenarbeiten und Entgegenkemmen
von Seite der Bevölkerung, wird es
unsern Handwerkern leicht sein, eine unserer
Stadt würdige Ausstellung abzuhakten. Darum
möge ein feder sein Schärflein beitragen.
Er ehrt sich selbst als Bewohmer der Stadt und
nützt dem Handwerk.
Die Wohltätigkeitsveranstaltung
des Vereins für Säuglingsfursorge fane am
Samstagabend im Saale des Dotels „Deutscher
Kaiser“ statt. Leider war der Besuch nicht sn
zahlreich, wie er im Interesse der Sache wol.
hätte erwartet werden klönnen. Amdere Veranst
altungen fanden eben zu gleicher Feit noch
sictt. Den Prolog ersetzte diesmal eine kleine
Mrairalishe Aufführung. welche den Abend ven
vorherein auf einen sehr ernsten Grundton
slimmte. Sie schilderte das Elend einer infolge
der Liederlichkeit des Mannes mit großen Sor
gen kämpfenden Familie, bei der zu rechter Zeit
das Erbarmen sich einstellte. Frl. S. Bichlmayr
und Frl. A. Lchhleuthner teillen sich
mil den kleinen Geschwistern Müller mi: qutem
Geschick und dem bestem Wollen in die Aufführung
Besonderem Interesie begegnete de-Vortrag
von Frau Dr. Lutz Munker. Die Mün
chener Frauen- und Kinderärztin referierte im
ersen Teile über Säuglingsernährungund Säug:
lingekrankheiten, im zweiten Teile weckte lie
fetielnde Bilder mit der Schilderung der seilischen
Entwickelung des Kindes. Wenn man
ous dem Vortrag hören mußte, daß noch vor
menigen Jahren die Säuglingssterdlichkeit 4.
Proz. betrug, so daß also eine cnorme Verschwendung
von Frauenkraft und Frauengesund.
beit zu verzeichnen war, wird man das Eintreten
des Vereins für Säuglingsfürsorge wohl nur der
prüßen. Freilich ist jetzt manches besser geworden,
immerhin haben Sachsen und Bayern,
namentlich Niederbayern, mit 20 30 Prozent
noch die höchste Sterblichkeitsziffer. Der wohldurchdochte
Vortrag hat mit seinen gehaltvollen
Dirlegungen dem Gedanken der Säuglingsfür.
sorge auch in unserer Stadt eine weitere Vertiefung
angedeihen lassen. Die Vortragendewurde
dasär mit reichstem Beifall bedacht. Der weibere
Verlauf des Abends war sehr abwechslungsreich
und mannigfaltig. Das Streichorchester der
Shüler der Präparandenschule zeigte namentlich
in der Ouvertüre zu „Carmen“ eine treffliche
Schulung unter Herrn Präparandenhaupt.
lehrer Fauhner. Andererseits fübrte Herr Gym
aeoliolmusiklehrer Siucgel mit seinen Schülern