Contents : Wörterbuch des Bürgerlichen Gesetzbuches. Erster Band. (1)

NAum̃mser  dd

4  EE  Ms3  a  Ê

Dienstag,  28.  April  1814

 

—  ---————————

Der  Anschluh  des  Blaferschen  Anwesens  it
der  rl  wasg  an  das  rltadtse  R
trigtätswerk  mit  520  Mark  wird  gegen

Anlagekapitals  durch  die  Besitzer
  genehmigt.

Die  Miete  fü  elektrische  Zähler  soll  neu  geregelt
  werden.  koejheniege  wurden  beschlofsen:
  Bei  einer  Einrichtung  v6  0,5  Milowatt  50
vig  „his  1  Kilow  „bis  3  ##h

I.,  bis  3  Kilowatt  1  2Fa#nr#  5  Kilo
Ln  1.50  Mk.,  bis  10  Kllowatt  i.  3  Een  2)
Mark,  bis  25  Kilowatt  2  Mk.,  bis  50  Kikowatt
2.50  Mk.  Ueber  50  Mlat  2  besondere
Vereinbarungen  Plotz.  Bei  Feßssetzung  der  Zählermiete
  für  #en  wird  die  en  einem
Kilowatt  gleichgesetzt.  Für  Büfeleilen  soll  ein
Umschaltezähler  zur  Einführungkommen.Dadurch
wird  für  Bügeln  bei  Tag  der  Kraftstrompreis  geschert.
  Für  Bügeln  bei  Nacht  wäre  indessen
ber  Lichtpreis  zu  zahlen.  Das  elektrische  Bugeln
  wird  also  in  Zukunft  billiger.  Die  no#te  Bestimmung
  lautet:  „Bei  Anwendung  eines  Lichturd
  Kraftzählers  mit  Handumschaltung  für  Bügeleisen
  und  andere  kleinere  —  Wentilatoren)
  wird  der  Tagesverbrauch  caft
mit  10  Pfg.  (bisher  20  v  h)  für  4  25
stunde  berechnet.“  Zur  Kontrolle  sind  bei  ####
sten  Motoren  jetzt  schon  Deltenshler  auf
Antrag  der  Stromabnehmer  eingeführt.  In  Zutunft
  soll  die  Aufstellung  der  seefar.  Iandezm
  Teil  obligatorisch  gemacht  werden.  Neu
deschlossen  wurde  zu  Paragraph  7  folgende  Vestimmung:
  „Bei  unbeschränktem  Betriebe,  d.
b.  zu  jeder  Tages=  und  Nachtzeit,  kommen  bei
eänskonr  unter  10  Pferdekräften  auf  Antrag
der  Stromabnehmer  und  bei  Motoren  von  10
Pferdestärlen  und  darüber  in  allen  Fäen  Derreitarifzähler
  in  Anwendung.  Der  Preis  für  die
Kilowattstunde  während  der  Sperrezeit  beträgt
20  Pig.  ohne  Rücklicht  auf  den  Verbrauch“.
Diese  Aenderungen  sollen  am  1.  Juli  1914  in
Rraft  treten.

Sieben  Grohkraftstromabnehmer  führen  Bestwerde
  über  die  einseitige  Begünstigung  der
Firma  Otto  Huber  im  Preis.  Sie  ersuchen  um
Ei  mräumung  des  gleichen  Bezugspreises,  wie
ihn  die  Firma  Otto  Huber  genießt.  Die  Großabnehmer

  zahlen  jetzt  bei  einem  Verbrauch  von
670  000  Kilowatt  3800  Mk.,  von  92  000  Lilowatt
  740  Mk.,  von  240  000  Kilowatt  1800  Mk.,
ron  429  000  Kilowait  2400  Mk.,  von  137000
Kilowatt  1100  Mk.,  von  113.000  Kilowat!  900
Mk.,  von  5470000  Kilowatt  2188  Mk.  Der
arößte  Abnehmer  isi  die  Firma  Klöpfer  u.
Königer  mit  1010  850  Kilowatt  um  5329  Mk.
Tielse  Firma  gehört  nicht  zu  den  sehigen  Gesuchstellern,
  weil,  wie  der  Referent  R.  Hasenbrädl
  meint,  sie  wohl  wisse,  was  in  anderen
S:tädten  für  Kraftstrom  bezahlt  werde.  Die

Städte  in  den  Industriegebieten  hätten  wesentlich
  höhere  Preise.  Keine  Stadt  habe  so
Tillige  Preise  wie  Rosenheim.  Jetzt  nehme  die
Stadt  aus  Kraftstrom  etwa  42000  Mk.  ein.
Wenn  sie  die  gleichen  Preise  wie  andere  Städte
bätte,  würden  sich  die  Preise  um  100——50  Prozent
  erhöhen  und  der  Stadt  90—100  000  Mk.
s#a'!  42  000  Mk.  einbringen.  Die  Firma  Otto
HOnber  genieße  einen  Ausnahmepreis.  Im  Jahre
1902  habe  sie  sich  bereit  erklärt,  statt  der  Dawpfmaschine
  den  elektrischen  Betrieb  einm#führen.
Dadurch  sei  dem  Werk  eine  größere  Einnahme
grantiert  worden.  Der  Preis  stelle  sich  auf  4

Pig.  Der  Vertrag  wurde  auf  10  Jahre  geschloisen
  und  lief  im  Jahre  1912  ab.  Im  Anschluß
daran  wurde  er  auf  ein  Jahr  werlängert.  Dann
criuchte  Herr  Huber  um  eine  10jährige  Verlärgerung
  ab  1.  Juli  1913  nach,  wenn  ihm  der
gleiche  Preis  eingerunt  würde.  Andernfalls
würde  er  zum  Dampfbetrieb  übergehen.  Die
Direstion  legt  dar,  daß  Huber  in  verschiedenen
Velangen  Entgegenkommen  zeige;  die  Firma
babe  dei  Störungen  auf  Wunsch  den  Motor  wiederbolt
  stille  stehen  lassen.  Die  Erneuerung  des
Vertrages  sei  indessen  nicht  auf  10,  sondern  ouf
J  Jahre  erfolgt;  das  erste  Jahr  laufe  jetzt  schen
ab.  Es  handle  sich  um  einen  Ausnahmefall,  aber
es  sei  nicht  gerechtfertigt,  daß  man  eine  noch
gröbere  Verminderung  des  Kraftstrompreises
bei  anderen  Betrieben  eintreten  läßt.  Die  Kommission
  beantragt  daher,  das  Gesuch  der  lieben
ehrekabnehmer  abzulehnen.  Der  Magistrat  ist
einstimmig  und  debattelos  damit  einverstanden.

(Schluß  folgt.)
Freiwillige  Feuerwehr  Rosenheim.

Rosenheim,  27.  Aoril.

„Gott  zur  Ehr',  dem  Nächsten  zur  Wehr!““  Dielen
edlen  Wahlspruch  hat  sich  die  Freiwmilige  Feuerwehr.
Rosenheim  auch  im  abgelaufenen  Jahre  wieder  zum
Ziele  ihres  Sirebens  gesetzt,  wovon  dle  am  Samstag-Abend
  slattgefundene  Generalversammlung  dos  ideolste
Bild  entrollte.  In  stattlicher  Anzahl  waren  dle  Wehrmänner
  und  die  Vorstandschaft  im  Vereinssolal  er,
schienen  und  bekundeten  so  schön  äußerlich  regstes  Interesse
  für  die  unelgennützige  Sache  des  Vereins.

Erster  Kommandam  Hasenbrädl  hieb  die  Versammelten
  herzlich  willkommen  und  gedachte  zunächst  mehrerer
verslorbener,  hochverdienter  Mitglieder.  Redner  oldmete
  besonders  dem  verstorbenen  Loftat  Dr.  Dirr  elnen
ehrenden  Nachruf.  Dieser  edle  Menschenkreund  war  seit
1884  Mitglied  der  biesigen  Feuerwehr,  gründete  dort
deren  Sanitätsabtellung,  die  sich  1998  alco  selbständige
Fretwillige  Sanitätskolonne  lostrennte.  Um  die  Hebung.
der  Orgonisatlon  der  Kolonne  hat  sich  Hoftat  Tr.
Dier  die  größten  Verdlenste  erworben,  so  daß  die  hochite
Stelle  seine  Brust  mit  dem  BKhuiglichen  Ehrenkreuz,

Verzinsung  des

 

 

 

som#o#te.  So#wohl  die  Feuerwehr  wie  auch  die  von  ihm
gegründet#  urd  in  die  Höhe  gebrachte  Kolonne  we:rden
  dem  Verllichenen  stets  ein  dankbares  Andenken

S

twahren.  .
DsnugedschleRebneknochdisoetftmbenenslqtes
Hatgenmiller,  der  allzelt  nicht  nur  35  Jahre  lang
als  Kreisvertreter  von  Oberbayern,  sondern  auch  in  den
letzten  Johren  als  1.  Vorsitender  des  Bayer.  Landesseuerwehrverbandes
  der  gröbte  Förderer  dleses  Dienstesder
  Rächstenliebe  wor.  St##eng  wor  steis  seln  Urteil,
aber  gerecht;  er  verlangte  eben  von  einem  Mehrmann
die  Erfallung  der  Pflicht.  Ferner  gedachte  der  erste
Kommandant  noch  mehrerer  verstorbener  Mitglieder,
von  denen  er  vor  allem  Hertn  Frachtl-Utz  geradezu
als  Vorbild  eines  eifrigen  und  pflichtgetreuen  Feuerwehrmannes
  feierte.  Alle  werden  ihm  das  eheendste
Andenken  bewahren.  .

Schriftführer  Gietl-  brachte  donn  die  oangefallenen
Protokolle  zur  Verlesung,  die  ohne  Beanstandungen  genehmigt
  wurden.  Im  Anschlusse  daran  wurde  bekanntgegeben,
  daß  am  10..  Mai  die  Gesamtübung  und  a#n
24.  Mai  die  Hauptübung  stattfindet.

Nach  dem  von  Kassler  Bensegger  erstatteten  Kassaberlcht
  beträgt  das  Saldo  73,96  Mark,  durch  Mitgliederbelläge
  gingen  721,60  Mark  ein,  die  Jubiläumsrate
der  Stadtgemeinde  brachte  100  Mark.  Die  Gesamteinnahmen
  siellen  sich  auf  1150,56  Mark.  An  Ausgaben
waren  folgende  zu  buchen:  Armaturen  und  Reparaturcn
6976  Mark,  Joppen  81,50  Mark,  Feiertagwache  38
Mark,  Führer-Kurs  20  Mark  us#.  Die  Ausgaben  machen
  zusammen  1098,42  Mark  aus.  so  dah  ein  Aktiorest
  von  82,14  Mark  in  der  Barkasse  verbleibt.  Bei  der
Hondelsbank  sind  angelegt  3152,70  Mark;  die  Zinsen
t##ragen  127.30  Mark,  zusammen  3230  Mack.  Die
uUnterstatzungskasse  besitzt  bei  der  Bank  ein  Guthaben
von  1294,65  Mark,  während  die  Zinsen  63.95  Mark
betargen,  in  Summa  1476.60  Mark.  Der  Vermögens-.
sltand  übersteigt  demnach  die  Summe  von  4800  Mark.

Doum  erstattete  Glasermeister  Gletl  den  Jahresbericht,
dem  w'r  folgendes  entnehmen:  Der  Mitgliede#eslend  hat
wieder  einen  erfreulichen  Zugang  erfahren  durch  dis
Neugufnahme  von  27  Mitgliedern,  während  7  ordentliche
  und  4  außerordentliche  ausgetreten  kund  und  2
ordentliche  und  4  außerordentliche  dem  Vereine  durch
den  Tod  entrissen  wurden.

Durch  El#werlelbung  der  Ortschaft  Fürstätt  in  unsere
Siodt  ist  ne  Freimillige  Feuerwehr  Fürflätt  als  selbständige
  Feuerwehr  unter  der  Bezelchnung  J.  Komp.
an  unsere  Wehr  angeschlossen  worden.  Sie  zählie  zu
Beginn  des  Jahres  41  Mitglleder,  ausgetreten  sind  2,
neueingereien  dagegen  6,  so  dab  setzt  der  Stand  45
beträgt.  Die  Feuerwehr  Nosenheim,  welche  die  Auf.
nahme  der  5.  Komp.  einstimmig  beschlossen  hat,  verzeichnet
  mit  Sichlz  diesen  ansehnlichen  Zuwachs.  Der  Gesamtmitgliederstand
  der  Frelwilligen  Feuerwehr  Nosen
heim  stellt  sich  demnach  zusammen  aus  8  khren.
mitgliedern,  2579  ordentlichen  und  62  auherordentlichen
Mitgliedern,  z#esommen  359  Mitgliedemn.  Der  Mannschoftsstand
  der  zum  Bezirksverband  Nosenheim.  Stadt,
gehörigen  Feueru#ehren  hat  nunmehr  folgende  Zisfern:
Freiwillige  Feuer##ehr  Rosenheim  289  Mann,  Freiolllige
Feuerwehr  Fürstält  45  Mann,  Pflichtfeuerwehr  inll.
Ordnungsobteilung  200  Mann,  Salinen-Feuerwehr  100
Monn,  Fabrikseuerwehr  N.  T.  Stumdeck  20  Mann,
in  Summa  684  Mam

Im  Berichtslahre  #t  der  Tod  wieder  empfindliche
Lücken  in  die  Reihen  unserer  Mitglieder  gersssen.  So
bellogen  wir  das  Hinscheiden  des  Gründungsmitgliedes
Simon  Fortner  sen.,  von  den  auterordentlichen  Mitgkedern
  Thomas  Gillitzer,  Joh#e#n  Auer,  Heinrich  Dofmonn,
  Josef  Jergang  sen.  und  Josef  Nenshuder  sen.,
von  den  ordentlichen:  Hochreiter  Mor,  welche  die  Wehr
im  ehrenden  Andenken  beholten  wird.  Einen  schweren
Verlust  erlitt  die  Wchr  auch  durch  den  ollzufrühen
beimgang  des  Korpsarzter  Hofrat  Dr.  Maz  Dirr,
welcher  seit  dem  W  1884  dem  Komwande  als
Korpsarzt  angehört

Ueber  die  Käua#en  der  Wehr  läßt  sich  der  Bericht
wie  folgt  vernehmen:  Alarmiert  wurde  die  Wehr  am
9.  Februsr  zum  Brande  eines  Heustadels  in  Kosenheim.
om  29.  Februar  zum  Brande  des  Oekonomiegutes  in
Innleiten,  am  22.  April  zum  Brande  in  der  Parkettfabrik
  Rosenheim,  am  24.  April  zum  Brande  in
Hofleiten  (Bliyschlag),  am  18.  Juni  zum  Btande  in
der  Schwalg  bei  Pang,  am  24.  Juni  zum  Beande  in
der  Denglerstallung  in  Nosenhelm,  am  3.  Angust  zum
Bronde  im  Tonwerk  Mitterhart,  am  23.  Septemder
zum  Brande  cines  Torfwagens  am  Bahnhof  dahier,
am  28.  September  zum  Brande  in  der  Koiserstroße  10
dahier.  Ferner  haben  je  eine  Gesamitung  am  1.
Junl  und  am  5.  Oktober,  eine  Hauptübung  u#m  12.
Llüô#,  endlich  bel  seder  Kompognie  durch'chnittlich
5  Spezialübungen  staltgefunden.  An  Versammlungen
wurden  abgehalten  4  Chargenversammlungen,  1  Generasversammlung
  mit  Wohl  und  2  Miengliederver.
sommlungen.  An  dem  von  der  Münchener  Feuerwehr
veranstalteten  Führerkurs  betelllgte  sich  die  Wehe  durch
Entsendung  des  Thargierten  Anton  Riggiruer  jun.

Im  Werte  der  vorhandenen  Feuerlöschrequssiten  ist
keine  Aenderung  eingetreten;  sie  haben  einen  Gesamt!
wert  von  24  126.05  Mark;  derjenige  der  Forstatter
Feuerwehr  beläuft  sich  auf  3215  Mark.  An  das  Alacmwerk
  sind  81  Wehrmönner  mit  89  Glocken  angeichlossen.

Der  Mitgliederstand  der  Wasserwehr  siellt  sich  wisolgt
  zusammen:  Zu  Beginn  des  Vereinslahres  12
Mann,  eingetreten  13,  ausgetreten  6  Mann,  demmach  gehenwärtige#
  Stiond  19  Monn.  Im  Berichtslahr=  sanden
27  Uebungen  statt.  Am  13.  Jull  unternahm  die  Wehr
eine  Talfahrt  von  Kiesersfelden  nach  Nosenheim,  wähtend
  am  5.  Oktober  die  Hauptübung  abgehalten  wurde.
  Der  Inventarwert  der  Wasserwehr  deträgt  931
Mark.

„Wachend  und  hilssberelt  stand  die  Wehr  wieder  im
Dieuste  des  Nächsten;  ie  Brande  eine  besonder-Ausdehnung
  nicht  erreichten,  „4o  war  dies  auf  die  Ein  ·
haltung  der  seuerpolizellichen  Vorschristen  und  auf  die
cgule  Organsation  ver  Wehr  zurüchuführen.  Mögen  lich
diese  Vorzugt  auch  im  tonnnenben  Jahre  des  goldenen

 

Jubilämms  unserer  Stadt  geltend  machen  und  die
Stadt  Nosenheim  vor  gröberen  Bränden  verschont  blelben!“
  Mitt  diesem  Wunsche  schlieht  der  Jahresbericht
der  Freiwilligen  Feuerwehr  Rosenhelm  unter  dem  Ausdruck
  des  Dankes  an  die  städtischen  Kolleglen  für  gutes
Wohlwollen,  an  die  Bürgerschaft  und  die  Lokalpresse
für  talkräftige  Unterstühung  und  an  alle  pflicht  jrtreuen
Kameraden,  welche  in  gemeinnüziger  Weise  mligewmirkr

haben.  "„

Der  Jahresbericht  wurde  unter  Beifallsbezeugungen,
genehmigt.  Hierauf  brachte  Kaufmann  Reich  den  Jahresbericht
  der  Sterbekasse  zur  Kenninis,  dem  wit  nachslehendes
  entnehmen:  Der  Mitgliederstand  betrug  am
Schlusse  des  Berichtsjahres  in  der  großzen  Versichecung
230,  in  der  kleinen  5,  in  der  prämienfreien  mit  vollem
Versicherungsanspruch  infolge  des  erreichten  75.  Lebens,
iohres  2  und  in  der  prämiensreien  mit  reduziertem  Versicherungsanspruch
  1  Mitglied,  in  Summa  278  Mann.
An  Einnahmen  und  Ausgaben  verzeichnet  die  Kasse  den
Betrag  von  3787.60  Mark.  An  die  Hinterbliebenen
5  verstorbener  Mitglieder  wurden  1750  Mork  ausbezahlt;
  während  deren  Beitragsleistung  nur  914.20
Mark  betrug.  Die  Sterbekasse  des  bayerischen  Land-sfeuerwehrverbondes
  hatie  im  letzten  Rechnungsjahre
bei  einem  Neuzugang  von  3353  einen  Mitgliederbestand
  von  117  897  Mann  und  ein  Barvermögen  von
über  6  Millionen  Mark,  das  sich  gegen  das  Vorfahr.
wieder  um  mehr  als  300  000  Mark  erhöht  hat  und  in
mündelsicheren  Papieren  bei  der  K.  Filialbank  in  Menchen
  deponiert,  zum  kleinen  Teil  in  Kommunaldarlehen
angelegt  ist.  Bis  jetzt  hat  die  Kasse  für  29  635  Mitglieder
  insgesamt  9  501  031  Mark  als  Sierbegeldsummg
binausbezahlt  und  damit  viel  Schmerz  und  Sorgen  der

iotHr  und  Waisen  gelindert.  Kein  Feuerwehemannt
und  Familienvater  sollte  diese  so  vorteilhafte  Versicherungsgelegenheit
  unbenützt  lassen.  *

1.  Kommandant  dankte  för  diese  Ausführungen
und  lud  die  Mannschaft  aufs  freundlichste  zum  Beitritt
ein.  Hierauf  gab  er  noch  die  Vorschlagsliste  zur  Verleihung
  von  Königlichen  Ehrenzeichen  für  25jährige  und
Diplome  für  15jöährige  ununterbrochene  Feuerwehedienstzeit
  bekannt.  Sie  enthält  solgende  Namen:  für  25
Jahre:  Karl  Russer,  Bauunternehmer;  Spickenreuther
Josef,  Hafnermeister;  Lämmer  Franz,  Schreinermelster.
  Für  15  Jahre:  Neff  Hans,  Kaufmann;  Koch  Osk.,
Schlossermeister;  Siark  Laver,  Schreinermeisler,  und  Ficher
  Ludwig,  Sattlermeister.  Bei  der  Sallnenfenermeh
kür  25  Jahre:  Kastner  Matth.,  Sudgehils';  Semnüg!
Max,  Verpacker;  für  15  Jahre:  Erber  Andreas,  Sudgehilfe;
  Frisch  Pankratius,  Sudgehilfe;  Urscher  Andreas,
  Verpacker;  Greckl  Balth.,  Sudgehilse:  Weinbauen
Eeorg,  Verpacker;  Ellinger  Joses,  Sudgehilse:  Gnadl
Josef,  Bauzeichner;  Wurm  Johann.  Bei  der  Fürstätter
Feuerwehr  für  25  Jahre:  Zellner  Quirin,  Oekonom  und
Daulberger  Jolef,  Oekonom;  für  15  Jahre:  Urscher

Gastwirt;  Bichler  Quirin,  Oekonom;  Dinzenz
Kaspar,  Bauunternehmer  und  Knoll  Gcorg,  Heizer.

Im  Anschluß  an  die  Vorschlageliste  bemerkie  1.  Kommandant
  Hafenbrädl,  daß  alle  Jahre  auch  das  Feuerwehrverdienstkreuz
  zur  Verleihung  gelangt  und  zwar  treffen
  auf  Oberbayern  jedesmel  5  Stück.  Auherdem  kann
ees  nach  jedem  Brandsall  verliehen  werden,  wenn  sich
dabel  ein  oder  mehrere  Feuerwehrleute  besonder#  ausgezeichnet
  haben.  Die  Distriktspolizei  hat  dann  die  Auszuzeichnenden
  in  Vorschlag  zu  bringen.

Dann  verständigte  der  Kommandant  die  Versammlung
davon,  daß  die  Feuerwehr  auf  der  Suche  nach  einer
neuen  Landspritze  sei.  Weißgerberm.  Bauer  habe  auf  einer
Geschäftsreise  in  Nürnberg  Umschau  gehalten,  nachdem
diese  Stadt  verschiedene  Löschgeräte  wegen  Ankomobilisiekung
  ihrer  Wehr  billig  abzugeben  hat.'  Herr  Bauer
berichtete  dorüber  und  meinte,  daß  nach  seinem  Duoförhalten
  die  hiesige  Feuerwehr  mil  dem  Erqwerb  dieser
Landspritze  einen  guten  Kauf  machen  könnte.  Ce  sei  eine
Ommibusspritze,  ouf  der  10—12  Mann  Dlatz  nehmen
Innten.  Man  musse  bestrebt  sein,  das  Geschäft  dal
abzuschließen,  weil  auch  noch  andere  Gemeinden  die  Gelegenheit
  nicht  unbenützt  vorübergehen  lassen  würden.
Weiterhin  teilte  der  Vorsitzende  mit.  daß  der  Aus
lschuß  beschlossen  hade,  1500  Mark  der  Unterstützungs.
lasse  zuzuweisen,  da  diese  Kasse  erst  1500  Mar  besitzt,
deren  Zinsen  aber  zu  wenig  sind,  um  im  Notfalic  meh.
vren  notdürftigen  pflichteifrigen  Wehrmännern  mo##
mentane  Unterstützungen  zu  gewöhren.  /  Feuerweha#
eElbst  brauche  kein  Vermögen,  mit  den  120  Mark  Zinse
die  dann  das  um  1500  Mark  vermehrte  Vermögen  abwerfe,
  wäre  man  schon  in  der  Lage.  Unterstützungen
zu  gewähren.  Den  bieherigen  alljährlichen  Zuschuß  von
100  Mark  läßt  man  bis  auf  weiteres  der  Unterstügungs-=kasse
  noch  zufließen  zur  Vermehrung  des  Stommoermögens.
  Die  Versammlung  war  damit  einverstonden.
Dann  wurde  ouch  der  Borschlag  einstimmig  angenommen,
dob  die  Wachmannschaft,  die  während  des  ganzen  Volkssestes
  die  Brandwache  übernimmt,  je  gruppenweise  5
Mark  als  Zehrgeld  erhält.

Herr  Bauer  gab  dann  die  Anregung.  es  möchten  doch
olle,  die  an  das  Alormwerk  angeschlollen  zind,  auch  an
den  Uebungen  mit  dei  Landspritze  teilnehmen.  Es  wurde
bestimmt,  die  Mitglieder  der  1.  und  3.  Komp.  durch
Zirkulare  zur  nächsten  Uebung  am  1.  Mai  3¾7  Uhr,
einzuladen.

Mit  einem  frohen  „Gut  Heil!“  auf  das  serne  Bl#
hen,  Wachsen  und  Gedeihen  der  Freiw.  Feuerwehr  Nosen.
heim  schloß  Kommandant  Hasenbrädl  die  ußerst  dat.
monlsch  verlaufene  Versammlung.

Rosfenheim,  27.  April.

Königs  Otto  vollendet  heute  Montag  sein
66.  Lebenriabt  Sein  Königtum  hat  während
einer  mehr  als  27fährigen  Regentschaft,  dem
glacklichsten  Str  bayerischer  Geschichte,
gedauert,  an  welchem  Tage  sich  dem  Verlangen
wie  sie  Heigel  nennt,  bis  zum  I.  November  1913
des  Landes  entsorechend  ein  Vetter  als  Ludwig
  III.  aum  Sdnig  p  tte.  Mit  Weh

 

mut  gedent  das  bayerische  Voll  des  kranken
Königs,  deisen  Geburtstag  heute  —  zum  ersten
Male  wieder  seit  Beendigung  der  Regentschaft
—  un  der  üÜblichen  durch  die  traurigen  Umstände
gebotenen  siillen  Weise  begangen  wird.  König
Otto  lebt  nach  wie  vor  in  dem  vor  Münchens
Toren  gelegenen  Schloß  Fürstenried,  wohloerpflegt
  und  unter  königlichen  Ehren.  Eine  lange
Lebensdauer  scheint  ihm  nach  menschlichem  Ermessen
  noch  vorbehalten,  denn  sein  körperliches
Befinden  ist  andauernd  gut,  wenn  auch  kein
Lichtstrahl  mehr  seine  geistige  Nacht  erhellt.
Postdienst:  Zu  Postboten  werdender  aversionierte
  Hilfspostbote  Adolf  Weser  von  Großkarolinenfeld
  in  Oberaudorf,  die  Hilfspostschaff.
ner  Rupert  Ratt  von  München  in  Traunstein
und  Franz  Zunhammer  von  München  in  Bas
Reichenoll  und  der  S  Stellenanwärter  im  Probedienst
  Nikolaus  Robl  in  Westerham  (Oby.)  ernonnt.
  Versetzt  wird  in  etatsmäßiger  Eigenschaf
  t:  ab  16.  April  der  Schaffner  Peter  Obermaier
  von  Bad  Tölz  nach  München.  In  den
Ruhestand  versetzt  rbd  ab  1.  April  der  Post-#adjunkt
  Thomas  Mayr  in  Aschau  b.  Prien  für
immer.
Zur  Jubiläumsauostellung  des
allgemeinen  Gewerbevereins  sind
Relklamemarken  erschienen,  die  an  Gewerbetreibende
  und  an  Interessenten  abgegeben  werden.
Auf  schwarzen  Grund  ist  das  Symbol  unserer
Stadt,  die  weiße  Rose  im  roten  Feld  und  in
Gold  die  Inschrift:  „Jubiläumsausstellung!  des
allgemeinen  Gewerbevereins  Rosenheim  September
  1914.“  Sehr  einfach  und  doch  apart.
end  die  Marke  wohl  gerne  verwendet  werden
und  den  Zweck  erfüllen.  Sie  soll  in  den  weitesten
Kreisen  darauf  aufmerksam  machen,  daß  wir
im  heurigen  Jahre  ein  seltenes  Fest  begehen.
Eine  Bitte  wollen  wir  jedoch  noch  anfügen.
Möchte  aus  dem  Kreise  der  Behörden,  Beamten
  und  der  Bürgerschaft  das  Unternehmen
seine  beste  Unterstützung  finden.  Das  könnte
ensbesonders  dadurch  geschehen,  daß  schon  jetzt
Aufträge  an  die  Handwerksmeister  hinaus  gegeben
  werden.  Die  Behörden  hätten  oftmals
äufträge  für  öffentliche  Gebäude,  Kirchen,  sowohl
  für  Fassadenschmuck  wie  für  innere  Einrichtung
  für  die  verschiedenen  Branchen,  wie
Maler,  Bildhauer,  Schreiner,  Schlosser,  Gol#-ardeiler,
  Glaser  usw.  Ebenso  ist  es  bei  unserer
wohlhabenden  Einwohnerschaft.  So  manche
Brautauestattung  in  Möbeln  und  auch  Einzelmövel
  wie  Schreibtische,  Divan,  Lüster,  kurr,
eine  Unmasse  von  Aufträgen  könnte  hierort?
vergeben  werden,  die  in  unserer  Ausstellung  zur
vollen  Zufriedenheit  des  Auftraggebers  prangen
körnte.  Unsern  Handwerksmeistern  wäre  22.
durch  geholsen.  Mit  Lust  und  Liebe  würde  das
einzelne  Stück  gefertigt,  weil  der  Gewerbetreibende
  in  der  angenehmen  Lage  ist,  elwas  für  die
Ausstellung  in  Auftrag  zu  haben.,  an  der  er  so
gerne  mittun  will.  Die  Gewerbeförderung  iss
gerne  bereit,  kofrenlos  und  ohne  Bindung  für  die
Austraggebenden,  von  den  Handwerkemeistern
Offerte  einzuholen,  und  Aufträge  zu  vermitteln.
Bei  einigem  Zusammenarbeiten  und  Entgegenkemmen
  von  Seite  der  Bevölkerung,  wird  es
unsern  Handwerkern  leicht  sein,  eine  unserer
Stadt  würdige  Ausstellung  abzuhakten.  Darum
  möge  ein  feder  sein  Schärflein  beitragen.
Er  ehrt  sich  selbst  als  Bewohmer  der  Stadt  und
nützt  dem  Handwerk.
Die  Wohltätigkeitsveranstaltung
des  Vereins  für  Säuglingsfursorge  fane  am
Samstagabend  im  Saale  des  Dotels  „Deutscher
Kaiser“  statt.  Leider  war  der  Besuch  nicht  sn
zahlreich,  wie  er  im  Interesse  der  Sache  wol.
hätte  erwartet  werden  klönnen.  Amdere  Veranst
  altungen  fanden  eben  zu  gleicher  Feit  noch
sictt.  Den  Prolog  ersetzte  diesmal  eine  kleine
Mrairalishe  Aufführung.  welche  den  Abend  ven
vorherein  auf  einen  sehr  ernsten  Grundton
slimmte.  Sie  schilderte  das  Elend  einer  infolge
der  Liederlichkeit  des  Mannes  mit  großen  Sor
gen  kämpfenden  Familie,  bei  der  zu  rechter  Zeit
das  Erbarmen  sich  einstellte.  Frl.  S.  Bichlmayr
  und  Frl.  A.  Lchhleuthner  teillen  sich
mil  den  kleinen  Geschwistern  Müller  mi:  qutem
Geschick  und  dem  bestem  Wollen  in  die  Aufführung
  Besonderem  Interesie  begegnete  de-Vortrag
  von  Frau  Dr.  Lutz  Munker.  Die  Mün
chener  Frauen-  und  Kinderärztin  referierte  im
ersen  Teile  über  Säuglingsernährungund  Säug:
lingekrankheiten,  im  zweiten  Teile  weckte  lie
fetielnde  Bilder  mit  der  Schilderung  der  seilischen
  Entwickelung  des  Kindes.  Wenn  man
ous  dem  Vortrag  hören  mußte,  daß  noch  vor
menigen  Jahren  die  Säuglingssterdlichkeit  4.
Proz.  betrug,  so  daß  also  eine  cnorme  Verschwendung
  von  Frauenkraft  und  Frauengesund.
beit  zu  verzeichnen  war,  wird  man  das  Eintreten
des  Vereins  für  Säuglingsfürsorge  wohl  nur  der
prüßen.  Freilich  ist  jetzt  manches  besser  geworden,
  immerhin  haben  Sachsen  und  Bayern,
namentlich  Niederbayern,  mit  20  30  Prozent
noch  die  höchste  Sterblichkeitsziffer.  Der  wohldurchdochte
  Vortrag  hat  mit  seinen  gehaltvollen
Dirlegungen  dem  Gedanken  der  Säuglingsfür.
sorge  auch  in  unserer  Stadt  eine  weitere  Vertiefung
  angedeihen  lassen.  Die  Vortragendewurde
  dasär  mit  reichstem  Beifall  bedacht.  Der  weibere
  Verlauf  des  Abends  war  sehr  abwechslungsreich
  und  mannigfaltig.  Das  Streichorchester  der
Shüler  der  Präparandenschule  zeigte  namentlich
  in  der  Ouvertüre  zu  „Carmen“  eine  treffliche
  Schulung  unter  Herrn  Präparandenhaupt.
lehrer  Fauhner.  Andererseits  fübrte  Herr  Gym
aeoliolmusiklehrer  Siucgel  mit  seinen  Schülern