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Prinzen besessen worden. Ein Grubenhagenscher Prinz besaß
seit 1508 Paderborn und Osnabrück, womit er auf
kurze Zeit auch den Besitz von Münster vereinigte. Ein
Braunschweiger, Wolfenbüttelschen Stammes, war neben
dem 1502 erhaltenen Biskhum Verden zehen Jahre nachber
auch Erzbischof von Bremen geworden, und Franz, sein
Bruder, besaß zu gleicher Zeit Minden. Noch fehlte allein
nur Hildesheim, aber bei den Versuchen, welche Henrich
von Lüneburg machte, dieses reiche wohlgelegene Stift einem
seiner Prinzen zu verschaffen, brach endlich die große Fehde
aus, in die sich gleich anfangs so viel fremdes undeutsches
Interesse mischte, daß man fast nicht unterscheiden konnte,
was Ursache des ausgebrochenen Krieges, was nähere Veranlassung
seiner unerwarteten Fortdauer war *).
Ein Lauenburgischer Prinz Herzog Johann war seit
1504 durch Resignation seines Bruders, der nachher das
Bisthum Münster erhielt, zum Besitze des Stiftes Hildesheim
gelangr, und hatte dort alles was zu den Einkünften
des Bischofs gehdrt so zerstreut und geplündert, versetzt und
veräußert gefunden, daß Sparsamkeit bei Hofe höchst nothwendig,
und Einldsung oder Einziehung der veräußerten
Aemter zum eigenen Unterhalte des Bischofs unentbehrlich
*) Zur Geschichte des Hildesheimischen Kriegs gehört außer dem,
was Herr von Prann in Bibl. Brsveo I. uneb. n. 1127 — 30.
und nro 2675. 8J. angeführt hat, besonders um die Lüneburgische
Parthie zu hören, Bilderbecks Sammlung ungedruckter
Niedersächsisch. Urk. IV. Stück, wo sich die
ausführliche Erzählung eines Mannes findet, der wahrscheinlich
Gebeimschreiber bei Herzog Henrich von Lüneburg und seinem
Sohne Ernst war. In der Kochischen pragm. Gesch. find auch
hier manche wichtige Umstände aus ungedruckten Nachrichten
beigebracht. ·