112 Kunfses Buch. Die neue Aera und der Nousfslikt.
Armeen, die längs der österreichischen Grenze bereit standen,
bahnte sich die des Kronprinzen von der Grasschaft Glatz aus
in den blutigen Gefechten bei Nachod (27. Juni,, Skalitz (28.)
und Trautenau (28.) den Weg nach Böhmen, während die
erste Armee unter Prinz Friedrich Karl von Sachsen aus über
Reichenberg und Görlitz eindrang, am 27. bei Hühnerwasser,
am 28. bei Turnau und Münchengrätz und bei Liebenau und
Podol und am 29. in blutigem Ringen bei Gitschin siegte,
so daß die Vereinigung beider Armeen hergestellt war. Auf
dem rechten Flügel rückte die Elbarmee unter Herwarth v. Bittenseld
von Sachsen her vor. Am 30. Juni übernahm König
Milhelm selbst den Oberbefehl. Der Führer der Oesterreicher,
Feldmarschall Benedek, bei Solferino als tapferer Corpsführer
bewährt, aber, wie er selbst am besten wußte, kein Feldherr
und gegen seinen Wunsch um seiner Popularität willen auf
den verantwortlichen Posten gestellt, wurde trotz der durch die
bisherigen Mißerfolge seiner Unterfeldherren schon so verschlechterten
Lage aus politischen Gründen von Wien zum
Schlagen gedrängt und wollte aus seiner starken Defensivstellung
hinter der Bistritz, nordwestlich von Königgrätz, zum
Angriff vorgehen, ehe die preußischen Armeen vereinigt wären.
Doch wurde sein Vorhaben von Friedrich Karl erkannt und
auf die Meldung davon, nachdem der Kronprinz rechtzeitig
heranzukommen zugesagt, der Angriff beschlossen. So kam es
am 3. Juli zur Schlacht bei Königgrätz, die nach heißem Ringen
am Nachmittag mit einem vollständigen Siege der Preußen
endete: die Umfassung ihres rechten Flügels durch den Kronprinzen
bei Chlum machte die Stellung der Oesterreicher unhaltbar.
Ihre Vernichtung hinderte das in guter Ordnung
verbliebene sächsische Heer und das teilweise Versagen der
preußischen Reiterei.
Der preußische Sieg überraschte eigentlich alle Welt.
Nächst der Wirkung des Dreyseschen Zündnadelgewehrs war
er der Einheitlichkeit und Energie der auf Vernichtung des
Feindes gerichteten obersten Leitung durch das Genie Moltkes,
dem verständnisvollen Eingehen der Corpsführer auf deren
Absichten, der wetteifernden Hingabe der Offiziere und der