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ich jedem Raucher das Vergnügen gönne. Analog steht es auch
mit dem Bier, dem Branntwein, dem Zucker, dem Petroleum
und allen diesen großen Verzehrungsgegenständen, gewissermaßen
den Luxrusgegenständen (I!) der großen Masse.“ Die reichskanzlerische
Offenheit ist wirklich unbezahlbar, Bier, Branntwein,
Zucker, Petroleum betrachtet er als Luxusartikel der
großen Masse der Bevölkerung. Bisher galten sie als nothwendige
Lebensbedürfnisse und zwar auch der Branntwein, der meist von
Leuten getrunken wird, deren harte Beschäftigung und schwer
verdauliche Nahrung ihn nothwendig macht und die in Folge
roßer Armuth nichts Besseres kaufen können. Der Leser mag
64 das Geständniß des Reichskanzlers merken, es ist ein interessantes
Zeugniß, welche Auffassung der leitende Staatsmann
von den nothwendigen Lebensbedingungen des Volkes hat. Daß
ein solcher Mann unfähig ist, sociale Reformmaßregeln zur
Hebung der arbeitenden Klasse durchzuführen, ist unzweifelhaft,
denn es fehlt ihm die erste Bedingung dozu, die Erkenntniß oder
das Zugeständniß, daß die Lage der arbeitenden Klasse gebessert
werden muß. Doch man höre weiter: „Die Luxusgegenstände
der Reichen würde ich sehr hoch zu besteuern geneigt sein, sie
bringen aber nicht viel: Trüffeln und Equipagen, was können
sie bringen?“" Ja wohl, was können die Handvoll Reicher an
indirekten Steuern bringen, also lade man sie auf die Masse
ab. Und das nennt sich „staatsmännische“ Weisheit und Moral.
Das ist das Steuerprogramm, das „Ideal“ des Fürsten
Bismarck, und er meint es mit diesem Ideal sehr ernst und er
steht auch nicht allein mit diesem „Ideal.“ Der Liberalismus
— von den Conservativen ganz zu schweigen — würde mit
Freuden sofort dieses „Ideal“ verwirklichen helfen, wenn die
Wähler nicht wären.
An den Wählern ist es aufzupassen und Niemand ihre
Stimme zu geben, den sie nicht genau auf seine „Steuerideale“
gepruft haben.
Hören wir, wie Herr Löwe-Calbe, der einstige Fortschritts-Löwe,
die Herzensergüsse des Fürsten Bismarck beurtheilte, als
er unmittelbar nach ihm zum Worte kam. „Die Ausführungen,
die uns der Herr Reichskanzler vorgelegt hat, treffen ohne Zweifel
in ihren Ideen überall im Hause und, wie ich überzeugt bin,
auch in dem Lande auf die größte Sympathie ir
können auch seinen Gedanken zustimmen, die er im Allgemeinen
über das Verhalimeß der direkten und indirekten Steuern ausgedrückt
hat.“
Herr Dr. Löwe hält zwar die Abschaffung der Salzsteuer
für nothwendig; er wendet sich auch gegen die Echöhung ver
Biersteuer, weil die Behauptung Bismarck's, je höher die Bier-