Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Aummer  19

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Doyerisches  Oberlund.

wildenwart,  23.  Jan.  Zu  der  Meldung
über  einen  Einbruch  beim  Hahn  in  Agtzing  wird
je#l  belannt,  daß  die  angeblich  bestohlene  Dinstmagd
  den  Diebstahl  erfunden  hat.  Dabei  hatte
sie  dic  ganze  Diebstahlsgeschichte  sehr  plump
in:  Werk  gesetzt.

Babs  TBibling,  23.  Jan.  Der  Besitzer  der
NReslauration  und  des  Oekonomiegutes  zum
„Milchhäusl“  ist  unerwartet  an  den  Folgen
eines  Magenleidens  gestorben.  Er  ist  67  Jahre
alt  geworden.  Als  Gemeindebevollmächtigter
und  Kassier  des  landwirtsch.  Bezirksvereins  und
des  Zuchtverbandes  für  Apensleceh  erwarb
er  sich  große  Verdienste.

Bab  Uibling,  23.  Jan.  Die  Alpenvereinssellion
  Aibling  zählt  nach  dem  in  der  Jahresvetsammlung
  erstatleten  Bericht  97  Mitglieder.
Ein  Tei  der  Einnahmen  1916  wurde  gleich
dem  Vorjahre  an  die  Noten  Kreuz-Vereine  Bad
Aibling  und  Kolbermoor  abgegeben.  Die  gesamte
  Varstandschaft  wurde  wiedergewählt.

Au  bei  Aibling,  23.  Jan.  Infolge  Ausgleuens
  geriet  der  Bauer  Georg  Milllre##t
mit  einer  Hand  I  die  Schrotmühle.  Der  llein?
Finger  wurde  weggerissen  und  die  Haut  sehr
ze  ĩchunden.

 

LCaiclnacheichen
Rosenheim,  24.  Jan.

Anuezeichnungen  im  Feloe.  Dei  In.
sariterist  Hans  Glatzeder  im  Inf.-Leib.Neg  wurde
  mit  dem  Eisernen  Kreuz  2.  Kl.  ausgezeichnet.
  Elatzeder  ist  ein  Nesse  des  Schuhmacher.
meiiters  Zhoseph  Gruber  in  Rosenheim  und  war
längere  Zeit  Gehilse  bei  Kaminkehrermeister
Lener.  Der  Gefreite  Taver  Bichier  im  1.
Rei.  Ins.NReg.,  Gutlerssohn  aus  Gmoin  bei

Degerndori  „erhielt  im  letzten  Dezemier  das;

Cierne  Kreuz  2.  Kl.  Schon  im  Jahte  1913
winde  ilm  das  Militärverdiensilteuz  3.  Kl.
nun  Tdhiertern  verliehen.  SZein  S#en  Joleun,
  Landwehrmann  im  Infs.  Leib-Re.,  nurde
im  Oktober  v.  J.  zum  Geftreiten  besördert  und
gie-jallo  mit  dem  Eisernen  Kreuz  2.  Kl.  ansuet.
  Beide  siehen  seit  Kriegeretun  im

v  %

9%.

Tödlicher  Unsall.  Am  23.  Jan.
iittags  3  Uhr  explodierte  im  Kesselhans
Henen  Brauerei  ein  antogener  Schweißaxpa.
zral.  Durch  den  herausgeschleuderten  De#l  wur.
de  der  Hilscarbeiler  u.  Landsturmman  Georg
aher  an  der  Stlirn:  derart  verletzt,  daß  er
in  der  verflossenen  Nacht  verstorben  isl.  Die
Erplosion  wurde  dadurch  hervorgerusen,  daß
ein  Kupferschmiedlehrling  mit  einem  offenen
Licht  in  den  Apparat  hineinleuchtet.

X.)  im  Eisenbahnabteil.  Der  In.

fanterist  Karl  Hornig  sollte  von  Roenheim
nach  München  zur  Behandlung  einer  Milt:.bhr.
entzündung  gebracht  werden.  Wähtend  des
Transportes  klagte  er  dem  ihn  beaie  tenden  Un.
terbisizier  gegenüber  über  Unwohltsein  „legte  sich
blötzlich  auf  die  Seite  und  verschied.  Hornig
stand  lange  Zeit  im  Felde,  war  einmal  verwundet
  und  zweimal  verschüttet.  Er  hinterläßt
eine  Witwe  mit  zwei  Kindern.
Städt.  Hülsenfrüchten  verkauf.  Mor.
gen  und  übermorgen,  Donnerstag  und  Freitag,
den  25  und  26.  ds  Mts.,  finden  oie  beiden  letz
lten  Verkaufstage  von  Hülsenfrüchten  mittelst
der  Ausweiskarten  für  diese  Brotlartenperiode
siott.  Unbenützte  Karten  verlieren  alsdann  die
Eult  gkeit.  Ersucht  wird,  das  Geld  ab-ezählt
bereit  u  halten.

nach-Ueber

  die  Milchpreife  in  den  größbeken
  Stadlen  Bayerns  veröffentlicht  das  stäotische
  Statistische  Amt  allmonatlich  eine  Ueber.
sicht,  die  beweist,  daß  die  Höhe  des  Milchpreises
in  den  einzelnen  Städten  mit  der  Art  des  Bekriebes
  der  Landwirtschaft  in  der  näheren  und
weiteren  Umgebung,  dann  aber  auch  mu  der
Einwohnerzahl  der  Städte  im  Zusammenyang
ebt.  Im  November  war  der  niedrigste  Preis
für  einen  Liter  Milch  mit  18  Pfennig  zu  verzeichnen
  in  Deggendorf,  Dillingen  und  Günsdurg,
  dann  folgen  mit  20  Pfennig  Dinklsböohl.
  TLonauwörth,  Nördlingen  und  Weißen.
dburg  i.  B.,  mit  22  Pfennig  Freising,  Hof.
Kaufbeuern,  Landsberg  a.  L.,  Neuburg  a.  d.
P.,  Neumarkt  i.  O  „Schwabach  und  Traumtemn.
nit  23  Psennig  Memmingen  und  Neu-  Ulm,  mit
2;  Pennig,  Amberg,  Ansbach,  Eichstädt,  Erlanken
  Furth,  Ingolstadt,  Kempten,  Kulmbach,
kondehut.  Lindau,  Rosenheim,  Nothenburg
".  T.  und  Straubing;  mit  25  Pfg.  Augzburg
ino  Regensburg,  mit  26  Pfennig  Bamberg,
Bapreuth,  Forchheim,  Kiyingen,  München,  Pajau
  und  Nürnberg;  mit  28  Pfennig  Bad  Kisingen
  und  Schweinfurt;  mit  30  Pfennig  hat
Wuroburg  unter  den  rechtsrheinischen  Städten
Sayerns  den  höchsten  Milchpreis  zu  verzeich  en,
der  nur  noch  von  einigen  Städten  der  Pfalz,  in

einer

 

 

 

dantenswerter

der  ja  besondere  Verhällnisse  herrschen,  übertrossen
  wird,  in  denen  der  Milchpreis  zum  Teil
erst  im  Laufe  des  November  auf  34  Pfennig
erhöhl  wurde.

Die  Aenderungen  des  wischereigesetzes,
  die  für  1916  genehmigt  worden  sind,
haben,  wie  die  „Allgemeine  Fllschereizeilung“,
das  Organ  des  Bayerischen  Landessischereivereins
  milteilt,  auch  für  1917  Gültigkeit.  Es
handelt  sich  um  1.  10  für  18  der  Schonzeit  für
garben,  für  Seeforellen,  alle  Renkenarlen  und
Seesablinge,  2.  Herabminderung  des  Mindestmabes
  für  Hechte  von  40  auf  30  Cm.  3.Allgemeine
  Erteilung  der  Genehmigung  kur  nichl  geschlossene
  Gewässer  zur  Anlage  von  Vorrichtungen,
  die  den  freien  Zug  der  Fische  verhindern
KOder  beeimträchtigen  sollen.  4.  Zulässgleit  der
Anwendung  für  nicht  geschlossene  Gew#sser  von
Fanggeraten  jeder  Art  und  Benennung,  deren
Oelfüungen  sowohl  in  ihrer  Höhe  als  in  ihrer

reite  weniger  als  2½  CEm.  messen.  5.  Zulassigleit

  des  Küchfangs  während  der  Nacht.  6.  Zu.

lössigkeit  der  Anwendung  grober  Weisheuge  beim

Fischen  dder  von  Mitteln  zur  Verwundung  der

Fische.

Die  Alpenvereinssektion  Nosenheim
  hielt  am  Dienstag  abends  unter  Leilung

  des  2.  Vorsitzenden,  Herrn  Kunstnühlbe.
siters  Finsterwalder,  ihre  39.  Hauptversam'#n.

lung  ab.  Der  gute  Besuch  zeigte,  daß  der
Krieg  interesse  und  Freude  an  der  alpinen
Sache  nicht  zu  ertötlen  vermochle.  Die  Tagesordnung
  wickelle  sich  glatt  ab;  die  von  den
Herren  Wippenbeck,  Huber  und  Kämpfel  vorgetragenen
  Jahres=  und  Kassenberichte  wie
auch  der  Voranschlag  wurden  einftlimmig  gutgeleisen.
  Tie  Vereinsfinanzen  haben  üch  gut
entwickelt.  Auf  oie  Einzelheiten  der  Verichte

uno  die  daran  gelnüpften  Beralungen  kommen
wir  noch  zurück.  Die  Vorstandswahl  erledigte

sich  von  selbst,  da  der  bisherige  Ausschuß  in
Weise  sich  bereiterklärte,  die
(Grchäfte  auf  Kriegsdauer  weiter  zu  fuhren.
Den  Leiren,  in  deren  Hände  diese  Aemter  gut
aus#gehoben  sind,  sprach  Herr  Dr.  Rolhbausher
den  Tanl  der  Generalversammlung  aus.  Erwähnt

  sei  für  heute  noch,  daß  in  der  millsien

Woche

 

ein  Vortrag  über

M.  der  Vibliothelar
zu  #niem

Goidanlaussstelle  Rosenheim.  Die
Einiieserung  von  Goldsacken  an  die  Gillige
(Coldankauiostelle  (bei  Herrn  Kommerz'  #nrat

Schin  nimimi  erfreulichen  Fortgang.  Vis  jetzt
J  ehl
che

eingebrachte  Schmucksachen
die  talliiche  Zumme  von  rund  11700  Merl
Enbezahll,  ein  llarer  Beweis  dajür,  wicdiel
tol#es  Kapital  in  entbehrlidem  Goldgeschmeide
schimmmert,  das  in  der  jetigen  Zeit  einer  desraten
  Verwendung  zugefühlt  werden  kann.  Die
Unosch  geprägten  eisernen  Gedenkmünzen  fin.
den  auten  Anklang  und  bilden  in  der  Tat  eine
sar#ne  Erinnerung  an  die  patriotische  Ta.  der
Ceioanlieferer.  Zur  Abgabe  gelangten  mitun.
ler  recht  schöne  Stücke.  Hiebei  sei  dar#  eriunert,
  daß  Gegenstände,  welche  einen  besonderen

murde  für

Kunftwert  haben,  nicht  eingeschmolzen  werden,

sonoein  nach  sachverständiger  Begutachtung
dem  Emlieferer  die  Rücknahme  anheimgestellt
wird.  Besonderer  Beliebtheit  erfreuen  sich  bei

den  Goldankausfsstellen  goldene  Herrenuhrket

ten,  da  sie  oft  eine  ganze  Anzahl  Broschen,
Ringe  und  Armbänder  aufwiegen.  Solche  Ket.
ten  erzielen  auch  recht  ansehnliche  Preise.  Auch
Dukaten  uno  andere  Goldmünzen  sind  sehr  w.11.
I’wmen.  Manches  Kaiser  Friedrich-Zehnmarküuck
  befindet  sich  vielleicht  noch  im  Privat.
bej##-jjetzt  soll  es  zur  Goldankaufsstelle  wandern,
  wo  auf  Wunsch  eine  Bescheinigung  der
Reichsbank  ausgesolgt  wird,  auf  Grund  deren

der  Einlieferer  nach  dem  Kriege  ein  gleiches

Stück  zurückerhält.  Auch  der  einfachste  Eegen-U##no

  ist,  soforn  er  nur  den  Mindestgehalt  an

Coid  aufweist,  als  Mehrer  des  Goloschatzes
der  Reichsbank  gerne  gesehen.  An  deutcche
Frauen,  deutsche  Männer  ergeht  immer  wieder
der  Ruf:  Alles  Gold  dem  ialerland!  B.

Die  winterliche  Kälte  nat  ich  von
Dienstag  auf  Mittwoch  noch  verschärfl.  Wäh.
tlend  bisher  das  Thermometer  nur  bis  auf
11  Grad  unter  Null  gesunken  war,  glitt  es  in
der  lterflossenen  Nacht  bis  auf  13  Grad  herab.
  Im  Laufe  des  Tages  steigerte  sich  die
Temperatur  jedoch  wieder  um  wenige  Gead.
Auch  aus  dem  Franken,  und  Bayerischen-Walo
  werden  kritische  Wintertage  gemeldet.

Ansil  und  Thealrt.

Standmusik  im  Salingarten.
Donncretag,  ven  25.  Januar,
5nachmittlags  3  bis  4  Uhr.
1.  Schönseld.  Marsch  von  Ziehrer.
2.  Ouvertüre  z.  Op.:  „Titus“  von  Mozart.
3.  Mondschein  ·  Serenade  von  Moret.
4.  Erinnerung  an  R.  Wagners  „Tannhäuser“

von  Hamm.
5.  Frei  weg!  Marsch  von  Latau.

 

 

Wetterderiht  für  Donnerstag,  25.  Januar.
Heiteres  oder  nebeliges  trübes  Frostwekter.

dem  Junglelscher
sreilsden  wird.  während  für  Februar  ocer
«  det-Hanptmt:s·.i;.fseg«-Vortrag
  gewonnen  werden  lonnte.

Der  Weltkrieg

Wlsons  neue  friebensbolschoft.
Berlin,  den  24.  Januar.

Die  Friedensbotschaft  Wilsons  an  den  am#-tikanischen
  Senat  beschäftigt  sich  mit  den  Be.
dinoungen,  die  es  Amerika  ermöglichen  wür.
o##n,  einem  künftigen  Friedensbund  beizulteeten.
Wert  uno  fähig,  dauernd  erhalten  zu  werden,
ist  rach  der  Ansicht  des  Präsidenten  ledeglich
ein  Fuede  ohne  Sieg,  ein  Friede  unter  glei##n
Bedingungen.  Als  unerläßliche  Bedingung  für
die  Dauer  des  Friedens  erklärt  der  Prasident
auber  der  Gleichberechtigung  der  Nationen  die
Atleitung  aller  Regierungsmacht  aus  der  Zustimmung
  der  Regserten,  einen  Ausgang  à1  den
graßen  Heerstraßen  der  See  für  alie  großen
Voller,  die  Freiheit  der  Meere  und  die  Veschräntung
  der  Rüstungen  zu  Wasser  und  zu
Lande.

Wer  den  Tert  dieser  Botschaft  liesl,  muß  zugeben,
  daß  es  sich  um  eine  Kundgebung  handelt.
  die  jetzt  keinen  praktischen  Wert  hat.  Den
Idcalismus  Witsons  in  allen  Ehren,  ube:  auch
er  und  mit  ihm  keine  besseren  Erfolge  haben  als
Zar  #ilolaus  II.  Man  könnte  die  Amerikner
um  ihr  friedliches  Dasein  förmlich  beneiden,
d#  ihnen  ihr  Präsident  eine  so  ausgedehnte  Vorlefsung
  über  Zulunftsideale  zu  halten  vermag.
Die  Pilicht  lehrt  uns  zunächst,  unfere  Feinde  ab.
zuwehren  und  durch  umern  Sieg  diesen  Krieg
zu  beenden.  In  Deutschland  wird  man  dem
von  menschenfreundlichem,  aber  wellftremdem
Eeist  durchwehten  Weltordnungsplan  des  Präsidenten
  der  Vereinigten  Staaten  gewisses  Verständnis
  entgegenbringen.  Aber  zur  eingegen.
den  Erörterung  dieses  Planes  ist  der  Artgen.
blick  wenig  geeignet,  in  dem  10  Staaten,  die
sich  enigegen  den  Wilson  gegebenen  Veriichltungen
  unsere  Vernichtung  zum  Ziele  ge'ent

 

rüsien,  der  diese  Vernick  tung  herbeiführen  sal..
In  oirsem  Augenblick  ist  die  Sprache  oet  Ka
nonen  die  einnige,  die  uns  angemessen  erscheint,

weil  er  die  einzige  ist,  die  von  unferen  Flien

Den  Rnden  wird.
Dam  krankt  Wilsons  Volschaft  aber  auch
inneren  Widersprüchen,
Punkte  bedürsen  der  Aufllärung.  Da  jich  manche
seiner  Ausführungen  deuten  lassen,  als  ob  er
szich  in  vielen  Fragen  auf  den  Standpunkt  der
temtenteantwort  stellen  würde,  in  der  belannt.
iich  oie  Auflösung  Deutschlands,  die  Vernichtung
  der  Türkei,  die  Zerftückelung  Oesterreich
Ungains  verlangt  wird,  scheint  im  Hinblick  auf
seine  Worte  vom  „Frieden  ohne  Sieg“  ein
laum  verständlicher  Widerspruch  vorzliegen.
Und  wenn  Wilson  der  einzige  Mensch  ist,  der
die  Gewalt  besessen  hat  und  vielleicht  noch  belitzt,
  den  Krieg  tatsächlich  zu  beendigen,  indem
#  er  die  riesigen  Betriebe  der  amerikanischen
Trusts  und  die  Goldkeller  der  Newyorker  Bör.
senlönige,  aus  denen  der  Krieg  gespeist  wiro,
eillegt,  wenn  Wilson  die  Freiheit  zum  Lan.
deln  hatte,  warum  hat  er  diese  Freiheit  nicht
beniizt?  Wird  nun  seine  Freiheit  zu  reden  meir
fruchten?  Ter  amerikanische  Friede,  wie  ihn
Wiüson  jetzt  predigt,  ist  eine  klingende  Beredsar'keit
  ohne  unmittelbare  Brauchbarkeit.  Er
würde  den  Krieg  nicht  abkürzen,  sondern  verlängern,
  weil  er  in  wenig  verschleierten  An.
spirlungen  eine  neue  Teilung  Europas  vor.
schlägt,  Umwälzungen,  die  no  chweitere  Millionen
  von  Menschenleben  kosten  müßten.  Die
Zentralmächte  dagegen  sind  für  einen  gerechten
Frieden,  der  dem  Ursprung  und  der  Entwickelung
des  Krieges  und  der  künftigen  Sicherung  un.
seres  Ei-enlebens  entspricht.  Zwischen  diesen  bei.
ben  Friedensarten  scheint  ebenfalls  ein  groü#er
Untcrschieo  zu  bestehen.

Und  dann  eine  Hauptsache:  Wic  müssen  es
entschieden  zurückweisen,  den  amerikanischen
Präsidenten  uns  vorschreiben  zu  lassen,  daß
dieser  Krieg  ohne  Sieg  beendigt  werden  müsse.
Wenn  Wilson  von  einem  Frieden  ohne  Sieg
und  ohne  Demütigung  spricht,  so  i#l  das  das
gerade  Gegenteil  von  dem,  was  die  Entente
will.  Wenn  er  auf  die  europ#ische  Erde  niedersteigen
  würde,  würde  er  begreifen,  daß  die
Entente  die  Friedensmöglichkeiten  unterminiert,
in  die  Luft  gesprengt  hat.  Denn  lie  hat  ziele
genannt,  die  jenseits  eines  Meeres  von  Blut
und  einem  nebelhaften  Horizont  stelen,  und
sie  hat  allen  Widersachern  einer  Verständigung
und  allen  Anhangern  einer  Eroberunospolitit
die  Trümpfe  in  die  Hand  gespielt.

an

 

 

haben,  zum  furchtlaren  gemeinfamen  Angeisse

und  verschiedene

 

Donnerstag,  25.  Januar  1912

Die  Forderung  Wilsons,  daß  diter  Krieg
ohre  Sieg  endigen  sollte,  lann  die  Entele  gar
nicht  erfullen.  Das  wichtige  Ku.  ziel  un.
serer  Feinde,  die  Zertrümmerung  beis  preuhischen
  Miltarismus.  iteht  im  schror#it  Wier.
spruch  mit  dieser  Forderung.  Die  En#nte  will
Derttschland  wehrlos  machen,  wählen  sie  jelbft
bis  an  die  Zahne  bewaffnet  bezi,  damit
da;  cmwassnete  Deutschland  niemals  wagt,
sich  neue  Wassen  zu  schmieden.  Tas  Deutsch=Reich
  und  seine  Bundesgenossen  wollen  nicht
erobern  und  nicht  vernichten,  aber  jie  wollen
leben  und  jehen  nicht  ihr  höchstes  Glück  darin,
durch  eigene  Verkümmerung  die  „Menichheit“
glucklich  machen.

Wir  und  unsere  Verbündeten  haben  geian,
wac  wir  #un  konnten,  um  der  Rüch#zehr  des
Friedeuns  in  die  Weit  den  Weg  zu  bahnen.
und  unsere  Feinde  haben  getan.  wa-  sie  tun
lounten,  um  dem  Frieden  den  Weg  zu  velr#ann.
meln.  an  müssen  wir  die  Hindermi'se,  dis  sich
bm  bereitei  haben,  mit  dem  Schwerte  sorr
räumen.  Sind  sie  beleitigt,  dann  isl  er  Zeit,
mit  Leirn  Wilson  über  seine  Krieoen  ideen
meiter  zu  keden,  eher  aber  nich:!  Wit  wollten,
ohwoell  uir  bereitd  Sieger  sino,  ummd::#  Feinden
  einen  verilundigen  Frieden  meten.  Wir
waten  und  find  unner  Umistonden  noch  bere##.
mit  ihren  zu  verhandeln.  aber  aunr  mit  ihnen.
Und  delade  weil  wir  auf  dem  Boden  des
Prüsidenten  slehen:  Amerika  den  Amerilanern,
halten  wir  die  Kehrfeite  fur  ebenio  :ebrer
ländiia  Europa  den  Europäern  !

„  e  rl!

Rotterdam,  23.  Jannar.  Reuter  meidet
aus  London:  Die  Londoner  Vre'se  hat  die
Rede  des  Pläsidenten  Alion  nicht  sehr
freundlich  begruft.  Zie  bezeitnei  Wisen:  r
chten,  wie  erhaden  auch  ilumer  sein  mb.
gen,  G#s  bolliund  Ungdusf.  hrar.  Der  (#e
dante  an  einen  Frieden  ohne  Sien  miusse  abge
lehni  meiden.  Nur  c'  Sieg  der  gerelten  Sa.

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Icillsszssluisig,daßberFeindnuzdcn.1-:genw«.·1rligcitEiekgniifcnmitEhrcnlxcrvomcx,.s.


AIEIMZZIGEHGZHH

Pret.  Pfarrkirche.  Am  Samstag,  den
27  Jamar,  vormittags  #19  Uhr,  findet  an.
laßllich  ves  Geburtsfesies  des  Rall#s  Gottesdient
  f#a.  Die  Kriegsbetüunde  jallt  am  Freitag,
  den  26.  Januar,  aus.

elluifme  KNundschan.
Gestohlene  Schriftstücke.

Auf  die  vom  Abg.  Auer  an  ihn  gerichtete  Ge.
genfrage  gibt  der  „B.  K.“  einstwesen  flgende
Ankwoll:  Herr  Auer  fuhlt  sich  durch  ulere
Fragen,  die  bloß  er  beantworten  kunn,  nicht  uer,
offenbat  betroffen,  wozu  unsere  Fraenellug
gar  keinen  direlten  Anlaß  bot.  und  repliz  ect  n.i1
Gegenfratzen.  Das  sind  uraite  Fechterlunnstr
Alles  schon  der  Reihe  nach!  Erl  beaniw  o#
Heri  Aner  unsere  Frage,  und  dann  send  wir
bereit,  in  gleicker  Weise  seine  Neugier  zu  be.
friedigen.  Viel  eher  als  solche  Krenz,  und  Querlchreibereien
  hätten  wir  von  Herta  Auer  eine
Erklärang  des  Inhalts  erwarten  zu  durien  ge.
glaubt:  „Nachdem  jengesrellt  in,  daßh  dis  in  meinen
  Handen  befindlichen  und  von  mir  gelauften
  Akten  genohlen  sind,  hade  ich  keinen
Augenblick  gezögert,  das  Sehlergu#n#einem  rechtmäßigen
  Eigentumer  zuückzuiellen,  slbstredend
ohne  baß  ich  mir  Abschriften  anfertigte,  denn  ich
will  als  ernuhafter  P.Mitiler  und  reipeltradler
Mann  mit  amuch'igen  Sachen  nichts  zu  tun  ha.
ben.“  Alle  Welt  hütte  dann  gesagl:  Das  hat
der  Heir  Auer  gut  gemacht!  Der  Herr  Aue  hat
aber  nicht  so  gehandelt  „die  „Munch.  Post!“  lündiat
  'gar  an.  daß  das  geheime  Materfal  des
Ausschusses  pulliz  stisch  verwertet  weroen  sell.
Dann  wird  es  auch  Zeit  sein,  das  zu  sagen,  was
wi  über  die  seinerzeitige  Veröfsenl#nhung  der
Keim  Bueje,  welche  übrigens  die  derwilige  Redaluon
  des  „Bayer.  Kur.“  gar  uich  zu  vertreten
  kätie,  zu  bemerken  haben.