den — par ordre —, wo Adel und Geistlichkeit im Vorteil
gewesen wären. Necker hatte nicht den Mut, dieses
zu entscheiden.
Gleich anfangs schon, bei der Verifikation der Vollmachten,
konnte man sich nicht darüber einigen, ob die
Prüfung gemeinschaftlich oder in jedem Stande gesondert
geschehen solle. Der König meinte, die Stände sollten
sich vorläufig miteinander vereinigen, dann aber eine
Verfassung vorlegen, die auf dem Zweikammersystem beruhte.
Selbst diese vorläufige Vereinigung war aber nicht
mehr durchzusetzen. Mirabeau erklärte im Namen des
dritten Standes: Wirsind Repräsentanten des Volkes; niemand
kann uns befehlen; wir wollen aber einen Pakt mit
dem Könige machen. Die Summe aller dieser Verwicklungen
war, daß der König, der den dritten Stand verdoppelt
hatte, um an ihm eine Stütze zu finden, vor seiner eigenen
Schöpfung erschrak und durch die Haltung des dritten
Standes bewogen wurde, sich auf die Seite der privilegierten
Stände zu schlagen. Der dritte Stand erklärte sich
nun, wie in Nordamerika, nicht nur gegen die Stände,
sondern auch gegen den König, und es kam nun zu jenem
berühmten Auftritte, wo die Bevölkerung von Paris, für
den dritten Stand begeistert, nach Versailles zcg, den
König nötigte, nach Paris zu gehen, und ihn dort gewissermaßen
zum Gefangenen machte. Der König ließ
nun den Adel wissen, er solle sich mit dem dritten Stande
vereinigen, und dieser setzte seine Absicht durch, daß
über jede einzelne Frage par tete abgestimmt werden
sollte.
Dadurch wurde nun alles zum Umsturze reif. Nun>
mehr bekam die Theorie der Repräsentation und die Ansicht,
daß die Gewalt von unten aufsteige, die Oberhand,
und die Männer, die hier vereinigt waren, gingen daran,
die Verfassung Frankreichs auf dieser Grundlage aufzubauen,
welche allem widersprach, was da bestand. Sie
mußten aber hierin viel weiter gehen als die Nordamerikaner.
Dort hatte es genügt, einige wenige Beamte zu
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