Metadata : Das Preußische Polizeirecht. Zweiter Band. (2)

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es  schwer.  Die  Bestrebungen  gehen  jetzt  dahin,  den  Molkereizwang  ein—
zuführen.  Ich  weiß  sehr  wohl,  daß  dies  eine  sehr  unbequeme  Sache  ist
für  die  Landwirte,  die  bisher  nicht  an  Molkereien  geliefert  haben.  Der
Landwirt,  der  selbst  buttert,  steht  sich  besser,  er  behält  bessere  Magermilch
und  kann  damit  sein  Vieh  besser  füttern.  Wer  selber  mit  der  Centrifuge
Butter  macht,  hat  außerdem  den  Vorteil,  daß  er  die  eigene  Butter  in
die  Hand  bekommt,  120  g  Butter  in  der  Woche  für  den  Kopf  behält
und  daß  er  darüber  ganz  anders  verfügen  kann  als  der,  der  sie  von  der
Molkerei  zurückbekommt.  Aber  es  hilft  nichts,  da  wo  ein  Anschluß  an
die  Molkerei  möglich  ist,  wo  die  geographischen  Verhältnisse  so  liegen,
daß  der  Milchwagen  durch  das  Dorf  fährt  und  die  Milch  abholen  kann,
da  muß  die  Ablieferung  stattfinden.  Da  müssen  alle,  Nachbar  für  Nachbar,
die  Milch  abliefern  und  die  Milch  in  die  Molkerei  bringen.  Das  ist  das
einzige  Mittel,  das  uns  dahin  führen  kann,  mehr  Butter  zu  bekommen.
Je  mehr  die  Milchlieferungen  zunehmen,  desto  mehr  Butter  kann  die
Molkerei  liefern,  die  dadurch  der  Bevölkerung  zugeführt  wird.  Wenn
Sie  sich  klar  machen,  wie  wichtig  die  Zuführung  von  Fett  an  die  Großstädte
  und  die  Industriebevölkerung  ist,  werden  Sie  alle  Unbequemlichkeiten
  und  Bedenken  zurückstellen.  Es  ist  tatsächlich  das  einzige  Mittel,
das  unsere  Butter-Erzeugung  heben  kann.  Ich  möchte  Sie  dringend  bitten,
den  Bestrebungen  unserer  Herren  Landräte  willig  entgegenzukommen  und
ihnen  keinen  Widerstand  entgegenzusetzen.  Wir  leben  eben  im  Krieg,
und  der  Krieg  legt  uns  auch  diese  Unbequemlichkeiten  auf.  Nehmen  Sie
auch  diese  auf  sich,  und  setzen  Sie  diesem  Eingriff  keinen  Widerstand
entgegen.

Der  Vorsitzende:

Das  Generalkommando  kann  nur  dankbar  sein,  wenn  auf  diese
Frage  so  eindringlich  hingewiesen  ist.  Wir  leben  nicht  im  Frieden.  Es
wäre  sonst  ein  begreiflicher  Gedankengang,  wenn  es  auf  dem  Lande  hieße:
eßt  in  der  Stadt  weniger  Butter;  meine  Leute,  die  für  mich  arbeiten,
sollen  erst  mal  was  haben!  —  Das  Stück  Butter,  das  nicht  in  die  Stadt
abgeliefert  wird,  bewirkt,  daß  die  Arbeiterschaft  weniger  stark  ernährt
wird,  daß  sie  deshalb  nicht  so  viel  arbeiten  kann,  daß  nicht  so  viel
Granaten  an  die  Front  kommen,  und  das  kann  Ihren  Söhnen  vor  dem
Feinde  das  Leben  kosten,  und  das  kann,  wenn  es  sehr  große  Ausdehnung
  annimmt,  dem  Vaterlande  den  Verlust  des  Krieges  bringen
Das  bedenken  Sie!  (Beifall.)