Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Vierter Band. (4)

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Besitz  der  Approbation  befindlichen,  und  den  Lehrlingen,  vorgesehen  ist.  Dem  Zwecke  der
Aufnahme  entsprechend  kann  es  sich  allerdings  dabei  nur  um  die  Feststellung  des  pharmazeutischen
  Personals  handeln.

Die  nach  Maßgabe  des  angegebenen  Schemas  seitens  der  Kreismedizinalbeamten  bewirkten
  Aufzeichnungen  sind  theils  direkt,  theils  durch  Vermittelung  der  nächst  höheren  Behörde
  und  nach  etwaiger  Nachprüfung  seitens  derselben  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte
übersandt  worden,  welches  mit  ihrer  Zusammenstellung  und  Bearbeitung  beauftragt  war.

Hierbei  wurden  die  Angaben  zunächst  auf  das  Vorhandensein  etwaiger  Widersprüche
geprüft,  und  weiter,  ob  sie  im  Vergleich  zu  den  Ergebnissen  von  1887  Unwahrscheinlichkeiten
  erkennen  ließen.

In  allen  Fällen,  in  denen  ein  Anlaß  dazu  vorlag,  wurde  Rückfrage  gehalten.  Dadurch
  wurde  es  möglich,  nicht  nur  eine  Reihe  von  Fehlern,  welche  sich  bei  der  vorigen
Erhebung  eingeschlichen  hatten,  ausfindig  zu  machen,  sondern  auch  dem  vorliegenden  Material
den  thunlichsten  Grad  von  Zuverlässigkeit  zu  verleihen.

Es  wäre  erwünscht  gewesen,  bei  der  Bearbeitung  die  Ergebnisse  der  Volkszählung  vom
2.  Dezember  1895  zu  benutzen.  Da  bis  zu  deren  Eingange  aber  nicht  gewartet  werden
konnte,  sind  die  Einwohnerzahlen,  welche  bei  der  am  14.  Juni  desselben  Jahres  vorgenommenen
  Berufs=  und  Gewerbezählung  ermittelt  sind,  den  Berechnungen  zu  Grunde  gelegt.
Selbst  von  dieser  Zählung  konnten  nur  die  vorläufigen  Ergebnisse  abgewartet  werden.

1.  Apotheken.
a)  Gesammtzahl  der  Apotheken.

Neben  den  Apotheken  sind  die  Filialen  als  besondere  Anstalten  gezählt  worden,  weil
sie  in  gleicher  Weise  wie  diese  der  Versorgung  des  Gesammtpublikums  mit  Arzneien  dienen
und  ihre  Unterschiede  auf  anderen  Gebieten  liegen.

Insgesammt  wurden  auf  den  1.  Juli  1895  einschließlich  185  Filialen
5161  Apotheken  ermittelt.

Die  Zahl  derselben  hat  sich  gegen  den  1.  April  1887,  an  welchem  sie  4  680  betrug,
um  481  oder  10,,  %  erhöht,  während  die  Zunahme  in  der  Zeit  vom  1.  April  1876  bis
1.  April  1887  nur  6/0  5%  betrug.  Im  jährlichen  Durchschnitt,  dessen  Berücksichtigung
wegen  der  ungleichen  Dauer  der  zwischen  den  einzelnen  Erhebungen  liegenden  Zeiträume
geboten  ist,  machte  dieselbe  neuerdings  1,25,  früher  O0,55  %  aus.  Aber  auch  die  Bevölkerung
hat  sich  innerhalb  des  späteren  Zeitraumes  stärker  vermehrt,  nämlich  um  10,6  gegen  9,7  oder
jährlich  1/1  1)  gegen  0,r  /%  Allerdings  muß  hervorgehoben  werden,  daß  diesen  Berechnungen
im  Einklange  mit  der  Bearbeitung  der  vorigen  Apotheken-Erhebung  die  Ergebnisse  der
Volkszählungen  von  1875  und  1885  zu  Grunde  gelegt  und  damit  die  vorläufigen  Ergebnisse
  der  Berufs=  und  Gewerbezählung  von  1895  verglichen  sind.  Ersetzt  man,  was
jetzt  angängig  und  im  Hinblick  auf  den  Zeitpunkt  der  mittleren  Erhebung  richtiger  ist,  das
Volkszählungs-Ergebniß  von  1885  durch  die  für  1887  berechnete  mittlere  Einwohnerzahl,
so  hat  sich  die  Bevölkerung  bis  zu  diesem  Jahre  um  10  und  nach  demselben  um  11  %
im  Jahresdurchschnitt  vermehrt.  Diese  letztere  Ziffer  steht  einer  Zunahme  der  Apotheken
um  1955%  gegenüber.  Danach  hat  sich  also  im  zweiten  Zeitraum  die  Bevölkerung  in
geringerem  Verhältniß  erhöht  als  die  Zahl  der  Apotheken,  ihre  Versorgung  mit  Apotheken
mithin  1895  besser  gestaltet  als  dies  1887  der  Fall  war.  (Vgl.  die  Angaben  im  Abschnitt
A.  „Zahl  der  Apotheken  im  Verhältniß  zur  Bevölkerung“).

1)  Diese  Ziffer  ergiebt  sich,  wenn  man  den  Zeitraum  vom  1.  Dezember  1885  an  berechnet.  Geht
man  dagegen  vom  1.  April  1887,  dem  Tage  der  Apotheken-Erhebung,  aus,  so  lautet  dieselbe  1,370%.