Samstag den 5. Juli 1884. 49. Jahrgang. 14.
Dr. J. A. Zeuffert's
Plätter für TKechtsunvendung
zunächst in Bayern.
Inhalt: Rechis= und Erbsählgkelt der nondum concoptl. (Fortlehung.) — Uebersicht
über die Ergebnisse der Rechtsprechung des bayerischen obersten
Kandesgerichtes. Urtheite vom Februar 1884.
Rechts- und Erbfähigkeit der nondum concepii.
(Fortsetzung.)
Daß von letzteren das Gleiche gefordert werden
muß, ist klar und nach §. 8 D. 38, 8 spezlell vorgeschrieben.
Nach 1. 30 D. 29, 2 hindert nur der Embryo
den sonst nächsten Erben am Antritte der Erbschaft
und heißt es dann weiter:
Et non solum ad testatos haec verba,
verum ad intestatos qduoque pertinent.
Et in eo ventre idem accipias, qui legitimum
vel consanguineum pariturus est.
Ouoniam mortis tempore, qui in utero
est, . . .. si fuerit editus, pro jam nato
habetur. ·
Bezüglich des Erbschaftserwerbs werden hier der
Testaments= und Intestaterbe ausdrücklich gleichgestellt,
weshalb wohl für beide dieselben Voraussetzungen
vorhanden sein müssen. Darum wird auch
nur der Embryo in den Besitz der Erbschaft secundum
tabulas gesest.
I. 3 D. 37, 11, de bon. poss. sec. tab.5).
16) Verum est, omnem posthumam, dui moriento
Neue Folge Band XXK.