In diesem Zusammenhang müssen zwel größere Kampfbandlungen erwähnt
werden, welche zu Beginn des Jabres 1915 von deutscher Seite durchgeführt
wurden, um schwer erträgliche Fehler der deutschen Stellung zu verbessern,
die als letztes Überbleibsel der großen Lücke zwischen der 1. und 2. Armee
am nördlchen Aisneufer zurückgeblieden waren.
Nordöstlich Soissone hatten die Engländer unmittelbar nach dem Rückzug
der Deutschen über die Aisne, noch bevor der Widerstand auf den Höhen des
rechten Ufere hatte orgonisiert werden können, nachgestoßen und hatten sich der
Höhen von Crouy die Bregny bemächtigt. Nachdem die Engländer gen Flandern
abgezogen waren, hatten die Franzosen die Stellungen ihrer Verbündeten
eingenommen. In der Zanuarschiacht vom 12. bie 14. Januar lols schritt
as 3. ¶ Angriff gegen die Franzosen und warf
* in raschem, ruhmvoliem Lungen von den Höhen binunter.
Eine ähnlich dedeutungsvolle Frontveränderung glückte den Sachsen dei
Craonne an jener Steile, wo im September 1914 nur das rechtzeitige Erscheinen
des 7. Reservekorps den Durchstoß der Engländer verbindert hatte. Ale Rest
dieses Durchdrucheversuchs besaßen die Franzosen dort noch starke Höbenstellungen.
Am 25. und 26. Januar trieden die Sachsen den Feind auch hier
ins Aisnetal zurück.
Daneben wurde aledald erkennbar, daß im Gegensatze zu den Mittelmächten,
die von ihren Heeresleltungen die auf weiteres in die Verteibigung verwiesen
waren, auf seiten der Feinde die Absicht zur Wlederaufnahme einer offensiven
Kriegführung noch keineswegs aufgegeden war. Im Laufe des Monate Dezemder
tobten auf dem jetzt ganz in Schlamm und Kot versunkenen Schlachtfeide
der ersten Bpernschlacht neue beftige Kämpfe, deren Umfang die Deutschen
erkennen ließ, daß es den Feinden auf eine Wiederbolung des Versuches ankam,
an dieser Stelle die deutsche Front zu durchbrechen, um noch vor Jahresschluß
eine neue Schlachtentscheidung im offenen Feld berbeizuführen. Aber diese
Angriffe wurden abgewiesen, ebenso wie die welteren Anstürme, weiche an
verschiedenen wichtigen Punkten der Westfront gegen die deutschen Stellungen
anrannten und Namen wie Lorettohöhe, Champagne, Argonnen, Combreeböhb#e,
Prlesterwald, Hartmannsweilerkopf schon jetzt mit dem grausigen Schwefelglanz
verbissener Teilkämpfe umloderten. Aber auch die Deutschen waren
nicht müßig, ihre Stellungen zu verbessern. Ganz im Anfang des Aüdergange
zum Stellungekriege hatten sie im Bannkreis der Festung Verdun
sogar einen sehr bedeutungsvolien Erfoig davongetcagen. Am 25. Septemder
batten sie noch aus den Rückzugskämpfen heraus das mächtige Sperrfort Camp
des Romains südlich Berdun erstürmt, das die Höhe über der Stadt
St. Mihlel krönte, und ibre Linien an dieser Stelle in hitzigem Vorstoß die
zur Maas vorgetrieden. Damit war die direkte Verbindung zwischen Toul und
Verdun durch das Maastal unterbrochen.
So endeten alle Bemühungen der Westmächte, die fast ausschließlich auf
feindlichem Boden errichtete Verteldigungefront ine Wanken zu bringen, mit
der bitteren Erkenntnio, daß dles jedenfalls mit den zurzeit verfügbaren Mittein
nicht möglich sein werde.
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