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ster Feind war. Sie suchten ihn deshalb vom Kriegsschauplatze zu entfernen, und auf
ihr Anstiften fielen 16000 Schweden in die Mark ein. Friedr. Wilh. eilte seinen
hart bedrängten Unterthanen zu Hilfe und schlug die Schweden den 18. Juni 1675
bei Fehrbellin. Immanuel v. Froben. Darauf vertrieb er sie aus der Mark,
Pommern, und im Winter 1678 auch aus Ostpreußen. Winterfeldzug. Um diese Zeit
starb der letzte Herzog von Liegnitz und Wohlau. Seine Besitzungen hätten nun an
Brandenburg fallen sollen (§ 10). Der Kaiser vereinigte sie aber widerrechtlich mit
Osterreich. Einer der tapfersten Generale des gr. Kurfürsten war Derfflinger.
d. Spätere Regierungszeit. Nach diesen Kriegen sorgte der Kurfürst besonders
für das Wohl seines Landes. Zur Belebung des Handels legte er den Friedrich-Wilhelms-Kanal
(vereinigt?) an und führte das Postwesen ein. Es wurde sogar
eine Handelskolonie in Afrika gegründet. Den Seiden= und Tabaksbau
beförderte er. Er nahm an 30000 Franzosen, die ihres evangel. Glaubens wegen
dort vertrieben wurden, in sein Land auf. Hugenotten. Das Heer vermehrte er
bis auf 30000 Mann. Künste und Wissenschaften begünstigte er auch. Seiner
zweiten Gemahlin Dorothea zu Ehren benannte er einen ganz neuen Stadtteil in
Berlin Dorotheenstadt. Dorothea legte auch die Lindenallee in Berlin an. Seine
erste Gemahlin hieß Louise Henriette („Jesus, meine Zuversicht“). Der große
Kurfürst starb den 29. April 1688. Er ist nicht nur ein Wiederhersteller seines
gesunkenen Landes gewesen, sondern hat den Grund zur Größe Preußens gelegt, so
daß Friedrich d. Gr. mit Recht von ihm sagen konnte: „Der hat viel gethan!“
8 12. Friedrich III., als König Friedrich I., von 1688—1713. „Jedem das
Seine.“ a. Als Kurfürst. Der große Kurfürst hinterließ seinem Sohne Friedrich
III. ein treffliches Heer, einen gefüllten Schatz, nicht unbedeutende Länder. Zu
dieser ererbten Macht wollte der ehrgeizige und prachtliebende Fürst noch den Glanz
des Könignamens fügen. Dazu war
ihm die Zustimmung des deutschen ——*' * 7*
Kaisers wichtig, die er aber erst nach «-i. ,
großen Opfern und Versprechungen «
erlangte. Friedrich krönte nun sich
und seine Gemahlin Sophie Charlotte
den 18. Januar 1701 zu Königsberg.
Dabei stiftete er den schwarzen
Adlerordens mit der Umschrift: Suum
cuique, d. h. Jedem das Seine.
Er nannte sich jetzt Friedrich J.,
König in Preußen.
b. Als König. Friedrich J.
war sehr prachtliebend und verschwenderisch.
Deshalb herrschten zu
seiner Zeit Armut und Unordnung tt
im Lande. 1709 wütete eine Pest n 14. Friedri
in Preußen, was dem Könige an- hig. 14 Iriedrich 1
fänglich von seinen Ministern (dreifaches W. des Vaterlandes) verhehlt wurde, bis
endlich der Kronprinz Friedrich Wilhelm die Not des Landes seinem Vater hinterbrachte.
Zufolge seines Versprechens mußte er dem Kaiser im spanischen Erbfolgekriege
Hilfstruppen schicken. Das preußische Heer erwarb sich unter Führung des
Fürsten Leopold v. Dessau (der „alte Dessauer") neuen Ruhm. Der König war
sehr fromm. Die Religion hielt er hoch und wert. Zur Beförderung des Handels
legte er den großen Friedrichsgraben in Preußen an. Er starb den 25. Februar
1713. Es folgte sein Sohn Friedrich Wilhelm I.