Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1909. (86)

Reißverbot.

Reißen
von  Lumpen.

                                                  —  306  —

                                        2.  Reißereien.

Nr.  W.  IV.  1378/5.  17.  K.  R.  A.

         Stellv.  Generalkommando  XIII.  (K.  W.)  Armeekorps.
            Bekanntmachung,  betreffend  allgemeines  Reißverbot.
                                    Vom  1.  September  1917.

         (Beil.  z.  Staatsanz.  vom  1.  September  1917  Nr.  204  S.  1593.)

Auf  Grund  des  §  9  Buchstabe  b  des  Gesetzes  über  den  Belagerungszustand  vom  4.  Juni
1851  in  Verbindung  mit  dem  Gesetz  vom  11.  Dezember  1915,  betreffend  Abänderung  des
Belagerungszustandsgesetzes,  —  in  Verbindung  mit  dem  Gesetz  vom  4.  Dezember  1915
zur  Abänderung  des  Gesetzes  über  den  Kriegszustand  —  wird  auf  Ersuchen  des  Kriegsministeriums
  folgendes  zur  allgemeinen  Kenntnis  gebracht  mit  dem  Bemerken,  daß
Uebertretungen  dieses  Verbots  sowie  Aufforderungen  oder  Anreizungen  zu  Uebertretungen
mit  Gefängnis  bis  zu  einem  Jahre,  beim  Vorliegen  mildernder  Umstände  mit  Haft  oder
Geldstrafe  bis  zu  1500  Mark  bestraft  werden,  sofern  nicht  durch  allgemeine  Strafgesetze
höhere  Strafen  angedroht  sind.
                                                    §   1

Die  Verarbeitung  von  Textilien  aller  tierischen  und  pflanzlichen  Faserarten  roh,  ge—
sponnen,  gezwirnt,  gewebt,  gewirkt  usw.  auf  Maschinen  jeder  Art,  durch  welche  Textilien
in  Spinnstoff  übergeführt  werden,  (Reißmaschinen,  [Reißwölfenl),  Droussiermaschinen,
Droussetten  usw.)  ist  verboten,  soweit  nicht  im  folgenden  Ausnahmen  bestimmt  sind.

                                                §  2.

Die  im  §  1  verbotene  Verarbeitung  darf  insoweit  erfolgen,  als  das  Reißen,  Droussieren
usw.  zur  Herstellung  von  Erzeugnissen  für  Heeres=  oder  Marinezwecke  erfolgt.  Als  Arbeit
für  Heeres=  oder  Marinezwecke  ist  nur  ein  solches  Reißen,  Droussieren  usw.  anzusehen,
das  mit  Erlaubnis  der  Kriegs-Rohstoff-Abteilung  des  Königlich  Preußischen  Kriegsministerums,
  Berlin  SW  48,  Verl.  Hedemannstraße  10  oder  der  Kriegswollbedarf-Aktiengesellschaft,
  Berlin  SW  48,  Verl.  Hedemannstraße  1—6  oder  der  Kriegs-Hadern-Aktiengesellschaft,
  Berlin  SW  19,  Leipziger  Straße  76,  erfolgt.  Der  Nachweis  der  erteilten  Erlaubnis
  gilt  nur  als  geführt,  wenn  der  betreffende  Betrieb  einen  Ausweis  einer  der  vorgenannten
  Stellen  in  Händen  hat.

Anfragen  und  Anträge,  insbesondere  auf  Bewilligung  von  Ausnahmen,  die  diese  Bekanntmachung
  betreffen,  sind  an  die  Kriegs-Rohstoff-Abteilung,  Sektion  W.  IV.,  des
Königlich  Preußischen  Kriegsministeriums,  Berlin  SW  48,  Verl.  Hedemannstraße  10,
zu  richten  und  mit  der  Aufschrift  zu  versehen:  „Betrifft  Reißerei“.

Die  Entscheidung  über  die  gestellten  Anträge  erfolgt  durch  den  zuständigen  Militärbefehlshaber.

                                                 §   4

Mit  dem  Inkrafttreten  dieser  Bekanntmachung  wird  die  Bekanntmachung,  betreffend

das  Reißen  von  Lumpen  (Hadern)  Nr.  W.  IV.  3078/11.  16.  K.  R.  A.  vom  25.  Januar
1917  (veröffentlicht  im  Staatsanz.  vom  26.  Januar  1917  Nr.  21)  aufgehoben.

 

                                             §  5.
Diese  Bekanntmachung  tritt  mit  dem  1.  September  1917  in  Kraft.
Stuttgart,  den  1.  September  1917.  Der  stellv.  kommandierende  General:
                                                                          v.  Schaefer.

Ar.  W.  IV.  3078/11.  16.  K.  R.  A.
                Stellv.  Generalkommando  XIII.  (K.  W.)  Armeekorps.
              Bekanntmachung,  betr.  das  Reißen  von  Lumpen  (Hadern).
Vom  25.  Januar  1917.
                     (Staatsanz.  vom  26.  Januar  1917  Nr.  21  S.  147.)

Auf  Grund  des  §  9  Buchstabe  b  des  Gesetzes  über  den  Belagerungszustand  vom  4.  Juni  1851
in  Verbindung  mit  dem  Gesetz  vom  11.  Dezember  1915,  betreffend  Abänderung  des  Belagerungszustandsgesetzes
  1)  in  Bayern  auf  Grund  des  Art.  4,  Ziff.  2  des  Gesetzes  über  den  Kriegszustand
vom  5.  November  1912  in  Verbindung  mit  dem  Gesetz  vom  4.  Dezember  1915  zur  Abänderung  des
Gesetzes  über  den  Kriegszustand,  wird  folgendes  zur  allgemeinen  Kenntnis  gebracht:

                                                            §  1.

 Die  Verarbeitung  von  Lumpen  (Hadern)  oder  neuen  Stoffabfällen  aller  Art,  welche  von  der  Bekanntmachung,

  betreffend  Beschlagnahme  und  Bestandserhebung  von  Lumpen  und  neuen  Stoffabfällen

1)  H.  B.  S.  2.