Metadata : Bei den Fahnen des III. Armeekorps von Metz bis le Mans.

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von  le  Mans  ganz  vorzüglich,  es  wurde  ihnen  überall  mit
Ruhe  und  Höflichkeit  begegnet,  auch  wurden  sie  nach  besten
Kräften  verpflegt,  im  besondern  fehlte  nie  ein  guter  Trunk  zum
Hinunterspülen  der  gelieferten  Fleisch=  und  Gemüseportion,  die
nun,  Gott  sei  Dank,  auch  wieder  reichlicher  ausfiel.  Wenn
ihnen  auch  nicht  überall  Bordeaux  vorgesetzt  werden  konnte,
ganz  vorzüglichen  Cider,  der  ihnen  auch  gewiß  besser  bekam,  erhielten
  sie  stets.

Der  ganze  Charakter  der  Bevölkerung  zeigte  schon  den
ernsten,  nüchternen  Zug  des  Bretagners,  der  gewohnt  ist,  ruhig
zu  überlegen  und  sich  nicht  vom  Augenblicke  hinreißen  zu  lassen.
Man  fand  keine  Spur  von  dem  wüsten  Fanatismus  der  Pariser
Schreier  und  ihres  Anhanges,  wie  er  uns  in  anderen  Städten,
z.  B.  Troyes  und  Pithiviers,  entgegengetreten  war.  Allgemein
war  man  von  der  Hoffnungslosigkeit  jedes  weiteren  Widerstandes
  überzeugt,  nachdem  man  den  kläglichen  Zusammenbruch
der  Armee  Chanzy's  mit  eigenen  Augen  gesehen  hatte,  nachdem
das  letzte  Bollwerk,  le  Mans,  gefallen  und  mit  ihm  fast  die
ganze  Armee-Ausrüstung  Chanzy's  in  unsere  Hände  gekommen
war.  Dabei  glaube  ich  aber  sicher  und  habe  es  bei  vielen
ernsten  Gesprächen,  bei  denen  den  Männern  die  Thränen  in
die  Augen  traten,  deutlich  gefühlt,  die  Bevölkerung  von  le  Mans
empfand  ebenso  schmerzlich  das  Unglück  ihres  Vaterlandes,
wenn  sie  auch  nicht  in  das  wüste  Kriegsgeschrei  à  outrance
einstimmte.

In  der  Stadt  sah  es  noch  wüst  und  wild  aus.  Auf
den  Straßen  lagen  noch  viele  tote  Pferde  und  Menschen,  leere
Tornister,  zerbrochene  Waffen,  umgestürzte  Wagen,  kurz,  alle
Zeichen  der  eiligen  Flucht  einer  geschlagenen  Armee,  dazu  ein
ununterbrochenes  Wogen  und  Treiben  von  allen  möglichen
Kolonnen  u.  s.  w.,  wo  man  hinsah,  ein  rechtes  Kriegsbild.

Erst  allmählich  wurde  durch  preußische  Kommandos  und
dann  auch  durch  die  Stadtverwaltung,  die  vollständig  den  Kopf
verloren  hatte  und  erst  durch  energisches  Einschreiten  der  preußischen
  Kommandantur  zur  Thätigkeit  angeregt  werden  mußte,
hierin  Wandel  geschaffen.  Noch  Tage  lang  irrten  halbverhungerte
Pferde  durch  die  Straßen,  niemand  konnte  und  mochte  sie  aufnehmen,
  da  absolut  kein  Futter  für  sie  zu  beschaffen  war.