Der Erzbischof von Paris nahm die Angelegenheit in die
Hand. Das Geld sollte durch Sammlungen aufgebracht
werden. Das Gelände indes mußte durch Expropriation gewonnen
werden. Hierzu bedurfte es eines staatsgesetzgeberischen Aktes.
Das war aber den Unternehmern eben recht. Auf diese Weise
bekam das Unternehmen einen amtlichen Zuschnitt von nationaler
Tragweite. Die so ausgesprochen klerikale Mehrheit der National-Versammlung
war zum voraus gesichert. Am 22. Juli 1873 wurde
der Gesetzentwurf mit 394 gegen 164 Stimmen angenommen.
Die Enteignung des Grund und Bodens wurde als im ‚‚öffentlichen
Interesse‘‘ liegend, zugestanden und zwar zur Errichtung einer
dem ‚‚katholischen‘‘ Gottesdienste bestimmten Kirche. Die kirchlichen
Heißsporne erlangten nur nicht, daß es im Gesetz ausdrücklich
hieß: „Zu Ehren des heiligen Herzens Jesu, um auf Frankreich
und insbesondere auf die Hauptstadt die göttliche Barmherzigkeit
und Beschützung herabzuflehen‘. Dafür hieß es:
„in Gemäßheit des erzbischöflichen Anschreibens‘“, in welchem
dies alles zu lesen stand.
Durch ihr Votum gab die Nationalversammlung nur dem
Ausdruck, was zur Zeit der Anschauung und Gemütslage der
überwiegenden Mehrzahl der Franzosen entsprach. Bei einem im
Juni 1873 organisierten Pilgerzuge nach Paray le Monial, um
Frankreich in feierlichster Weise dem ‚Heiligen Herzen‘ zu
weihen, fanden sich über zo 000 Pilger ein, darunter 50 Deputierte,
als Vorkämpfer für das legitime Königtum der Bourbonen.
De Belcastel ergriff das Wort zugleich im Namen von weiteren
100 Deputierten, die in Versailles zurückgehalten worden seien,
um „Frankreich, das heißgeliebte Vaterland, mit all seinen Provinzen‘‘
dem heiligen Herzen Jesu darzubringen! Der Oberst
der einstigen päpstlichen Zuaven, de Charette, legte als Zeichen des
Schmerzes um die Einnahme Roms durch die Italiener, auf dem
Grabe der Heiligen das ‚‚heilize‘‘ Banner seines Regimentes
nieder. Man entfaltete zugleich das Banner der Jungfrau von
Orleans, welche die unfehlbare römische Papstkirche zwar einst,
um den Engländern zu willfahren, als Hexe verurteilt und verbrannt
hatte, die aber jetzt dazu diente, die Gemüter der Franzosen
frisch zu entflammen und mit der Hoffnung zur Wiedererlangung
Elsaß-Lothringens von den ‚ketzerischen‘ Preußen
zu erfüllen. Die Banner von Metz und Straßburg in Trauerflor
flatterten im Winde, als Zeichen der Hoffnung, wie ‚sichtbare