Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Uummer  lo
schen  nach  W7  kie  mung  trägt.  Eine
weitere  Zuschrit  be  75%  mit  einem  anden
  Wunsche  zuin  h  der  wlederholl  schon
ach  Tom  Siadtmagistrat  vertreten  wurde.  Er
betrifft  den  Natverlehr  auf  der  Strecke  Mühldorf-Rosenheim.
  Die  Zuschrift  sagt  dazu:  „Der
letzte  Zug  von  Mühldorf  wird  an  Werktagen  bis
Moslserburg  geführt,  obwohl  die  ganze  Zugs-Harnitur
  und  das  Personal  bis  Nosenheim  durchfahren.
  Dem  Publilum  bleibt  eine  solche  Maßnahme
  unversländlich.  Die  Ausrede  der  Unren-(#ierlichleit
  kam  hier  gewiß  nicht  Platz  greisenz
  im  Gegenteil:  die  Einnahmen  würden  sich
mehren,  wenn  bei  diesem  letzten  Zuge  noch
Pafssagiere  bis  Kosenheim  mitgenommenwürden.
Die  Bahnverwoltung  scheint  sich  auf  den  Standpunlt
  zu  siellen,  daß  die  Leute  am  anderen
Tage  weiterfahren  könnten.  Daß  di:  Passagiere
um  Mitternacht  auf  die  Straße  gesetzt  werden,
oreiriertel  Stunden  von  Wasserburg  entferni,
macht  ja  nichts  aus.  Soviel  belannt,  haben
Fremdenveriehrsverin  und  Stadtmazistratschon
Vorstellungen  hiergegen  erhoben,  aber  ergebhislos.
  Dier  Günde,  welche  gegen  die  Weitersuhrung
  des  Zuges  nach  Nosenheim  angeführt
werden,  sind  nicht  stichbaltig.  Deshalb  odarf
wol#  baldige  Verücksichtigung  der  berechtiglen
Wünsche  erwarlet  werden.“  Wir  können  auch
oen  Inha##t  ieser  Zuschrift  nicht  widersprechen.
  Der  jetzige  Zustand  im  Nachtverle  ht  auf
der  Strede  Mübldorf.Nosenheim  ist  so  einzigartig.
  daß  er  länger  nicht  geruldet  werden  sollte.
Für  die  Strece  Mühldors-Rojenheim  wird  uns
noch  ein  weilerer  Wunsch  unterbreitel.  Eine
dritte  Juschrift  lautet:  „Der  Personenzug,  der
um  2.33  Uhr  nach  halbstündigem  Aufenthait
in  Mühldorf  abgtbt,  trisst  um  4.12  Uhr  in
Rotenheim  ein.  Der  Schnelleug  nach  Müngen
  heht  aber  bereils  um  4.06  Uhr  in  Noienheim
  ab.  Neisende  nach  München  können  alio
den  Anschluß  nicht  mehr  erreichen  uns  jind  g:=Ewungen,
  den  Personenzug  um  4.52  oder  den
Eilug  um  623  Uhr  zu  benützen.  Die  lleine
Disserenz  von  nur  6  oder  10  Minnten  sollte
uͤh  lier  doch  einbringen  laĩjen,  so  daß  ein  boiretter
  Anschluß  ermöglicht  wäre.“  Wir  unterkei
  len  auch  diesen  Wunsch  den  maßgebenden
Steilen.  Unsercs  Erachtens  sollte  seine  Erfüllung
  schon  möglich  sein.
Ein  kaufmännischer  Abend  lan  am
Freitag  im  Wintergarten  des  Hotels  „Deutsches
HSauc“  Pait.  Der  Kaufmännische  Verein  Nosenbeim
  hatte  seine  Mitglieder  und  Freunde  zu
einem  Vorkrag  eingeladen,  welchen  der  Synoilus
  des  Vereins  Merkur,  Herr  Amksrichter
.  Lipperl  aus  Nürnberg  hielt.  Diesmal
atte  sich  der  gewandte  Nedner  „Die  Erzehung
zum  Kaufmam  in  alter  und  neuer  Zeit“  als
Thema  gewählt.  Der  Vorsigende,  Herr  Bankdireltor
  Beseler,  begrüßte  die  Versammlungsleilnel###r,
  unter  denen  sich  namentlich  auch
die  kaufmenniche  Jugend  zahlreich  eingefunden
  hatte,  und  verwies  auf  den  Wert.ener  gedisgenen
  laufmämischen  Bildung.  namcutlich  in
unseren  Tagen.  Herr  Amtsrichter  Lix  pert  gab
ĩeinen  Ausiübrungen  von  vornherein  rine  felselnde
  Unterlage.  Er  führte  uns  zunächst  zu
rück  in  das  Rich  der  Kausieute  im  a#ten  Rom,
im  Lande  der  #Wöni.  2ier,  ferner  nach  Arabien
nuim.  In  lebbasften  Farben  schilderte  er  uns
das  Lei  nen  un)  Treiben  der  alten  Kaufmannsröller,
  die  Abwickelung  ihrer  Geschäft:  uso.
Auch  die  Zeii  des  Mittelalters  mit  seinen  gro
sen  Handelsfirmen  in  allen  Ländern,  dann  die
Periode  des  Raubriiter  unwesens  erstand  wieder
  vor  unseren  Augen.  Die  in  jener  Zeit  an
den  Lehrlingen  vorgenommenen  „Probcn“  und
»  Prüfungen“  liefsen  indesien  den  heutigen  Geschmac.
  nicht  mehr.  Mit  besonderem  Interesse
soiate  nman  den  Aussührungen  über  die  laufmännische
  Erziehung  in  der  Jetztzeit.  Hier
legte  Redner  den  Hauptwert  darauf,  daß  der
junge  Kaufmam  richtig  ausgebildet  werde.  Dabei
  redete  er  der  Errichtung  von  Handeleinspellionen,
  ähnlich  den  Gewerbeinspeltionen,  das
Wort,  da  heule  jeds  Kontrolle  über  die  Ausbildung
  usw.  sehle.  Auch  zu  den  Forderungen
über  die  Einsübrung  des  Befähigungsnachweises
  im  Kaufmonnstande  durch  die  Prüsung  zum
Kommis  und  zur  Berechtigung  zur  Führung
des  Kaufmannziitels  nahm  er  Stellung.  Sehr
insirultive  Mitteilungen  konnten  auch  über  die
Bestrebungen  der  sozialen  Arbeitsgemeinschast
gemacht  werden.  Von  dem  Umsichgreifen  des
amerikanischen  Taylorsystems  mit  seiner  Schadlonisierung
  und  seinem  mechanischen  Arbeilen
will  Redner  nichts  wissen.  Die  in  Deutschland
gesorderte  tiefgüundige  Ausbildung  des  Kauf-*



mannes  setzt  eine  andere,  individuelle  Arbeitsweise

  voraus.  In  dem  Widerstand  gegen  das
Eindringen  der  weiblichen  Arbeitskrast  in  das
taufmännische  Leben  erbliät  Redner  einen
Kampf  gegen  Windmühlen,  doch  verlangt  er
lür  den  weiblichen  Teil  die  gleichen  Anforderungen
  an  Vorbildung,  wie  für  die  mänmlichen
kaufmännischen  Kräfte.  Zum  Schluß  resumierte
der  Vortragende  dann  lurz  seine  Aniicht  über  die
laufmännische  Ausbildung,  wie  1  beute  gesordert
  werden  misse.  Auf  dem  Wege  der  Geseheebung
  müsse  noch  manches  geschehen,  denn
wir  hätten  heute  noch  die  schönste  Unoronung.
In  knen  Dorlegungen  ging  Herr  Amterichter
  Lippert  hoch  auf  die  sozialen  Bestrebungen
  im  Kaufmannsstande  über.  Dabei  behandelle
  er  namentlich  die  Konlurrenstlausel,  die
Beratungen  T  den  Entwurf  über  die  So#ntageruhe,
  dle  Frtanpeesten  Be  icherung
/  Er  verstand  es  dabel,  umfangreiches  Wis- 



sen  mit  einer  fesselnden  Darstellungsform

verbinden,  so  u  alle  gern  seinen  Ausfü

-  folgten.  In  warmen  Worten  sprach
un  der  Vorsitzende  dem  Vortragenden  den

Dank  der  Versammlung  aus  mit  dem  Wunsche,
daß  Herr  Amtsrichter  Lippert  auch  später  wieder
  in  den  Reihen  des  Naufmämischn  Vereins
  Nofenhein  Vrechen  möge.  Mit  reichem
Beifall  für  den  Vortrag  schloß  sich  die  Versammlung
  diesem  Wunsche  an.

Die  Rote--Kreuz-Sammlung.  Die
Durchführung  der  Sammlung  zu  Gunsten  des
Noten  Kreuzes  ist  nun  auch  für  die  Stadt  Nosenheim
  in  die  Wege  geleitet.  In  eilichen  Artilein
  und  besonderen  Abhandlungen  haben  wir
im  Laufe  der  letzten  Wochen  schon  dargelegt,
welchem  Zwecke  diese  Sammlung  dienen  soll.
Weitere  Berichte  werden  wir  noch  folgen  lassen.
Für  heute  Samstag  hatten  der  Männer=  und
der  Frauenzweigverein  vom  Roten  Kreuz  wie
auch  die  Leitung  der  freiwilligen  Sanitätskolonne
  Einladung  zu  einer  Versammlung  ergehen
  lassen,  welche  von  10  Uhr  vormittags
ab  im  Sitzungssaale.  des  Ralhauses  staltsand
und  die  Bildung  eines  Ortsausschusses  zur
Durchführung  der  Sammlung  in  unjerer  Stadt
bezwwedte.  Die  Einladung  war  an  alle  Mreise
der  bieiigen  Einwohnerschaft  gerichte  t,  an  hoch
und  niedrig;  aus  allen  Kreisen  ist  auch  oieser
Einladung  Folge  gegeben  worden.  Die  Ber—
ammlung  war  sehr  gut  besucht.  Der  Vor—
iizende  des  Männerzweigo:  reins,  Herr  K.  Hofrat
  Bürgermeister  Wüst,  eröffnet:  jie  und  hieß
die  Anwesenden  zur  Tagung  willkommen.  Aus
der  rom  Lamesverein  heransgegebenen  Denlschrift
  gab  er  die  wichtigsten  Stellen  über  die
Sammlung  bekannt,  so  daß  aile  einen  orientierenden
  Ueberblick  erhallen  sonnten.  Einstimwig
wurde  Herr  K.  Hofrat  Wüst  auch  zum  Vorlißenden
  des  Ortsausschusses  gewählt.  Das
Amt  des  wweiten  Vorsitzenden  übernahm  die
lanpjährige  Voriitzende  des  Franen:  wiigvereins,
Frau  Oberrollrat  Böhm.  Die  Geschäfte  des
Kassiers  besorgt  Herr  Apotheker  Rirder,  der
bewährte  Kasiier  des  Männerweigvereins,
während  Frl.  Böhm,  die  Schriftsührerin  oes
Frauenweigvereins,  auch  im  Ortsausschuß  als
Schriftführerin  fungimt.  Weiter  wurde  beschlonsen,
  diesem  engeren  Vorstand  einen  Arbeitsausschu
  bezugeben,  der  aus  folgenden  20
Damen  und  Herren  beteht:  Kolonnenführer
Dr.  Hauck,  Bader  Müller,  Kaufmann  Nichter,
Bezirkskassenkontrolleur  Meyer,  Frau  Apotheler
  Rieder,  Frau  Kommereienrat  Schwiiahart,
Frau  Magistratsrat  Hafenbrädl,  Frau  v.  Scanzoni,
  Frau  Sekretär  Hol:  zapfel,  Baronin
Schath,  Bezirkskommandeur  Hagen,  Gemeindeberollmächtigter
  Heliel  alo  Vorsihender  des
Turnvereins  von  1860,  Oelonom  Huber-Für-Päit,
  Kommerzienrat  Senft,  der  Vorsitzeno:  des
Männerturur  er.  ius  Mühlthaler,  Seminarlehrer
Nillas,  Studienrat  Bürkmayr,  Magistratscat
Groß  und  die  Redatteure  Bergmann  und  Nudlaff.
  Weitere  Kooptirrungen  lönnen  jederzeit
daon  vorgenommen  werden.  Was  nun  die  Art

der  Sammlung  anbelangt,  so  einigte  man  sich
an  eine  Haussammlung,  welche  in  der  Zeil
bie  zum  15.  Juni  durchgeführt  wer'en  soll.
Di:  näheren  Einzelheiten  dafur  sind  dern  Ar—
beitsaue  schuß  überlassen  worden.  Writer  wucde
besihin  auch  ständige  Sammelstellen  in  den
hiesigen  Banken,  in  verschiedenen  Geschäftsbetrieben
  und  in  den  Zeltungs:  rpeditione  n  errichten
  zu  lassen,  wie  dies  schon  bei  früheren  Anlästen
  gescheb#en  ist.  Schliestlich  denlt  man  urch
an  die  Abhaltung  der  einen  oder  anderen  Festlichkeit,
  hauptsächlich  an  einen  Festabend  im
Hotel  „Deutscher  Kaifer“  und  an  ein  Kellersest
  auf  dem  Pernlohnerkeller,  um  der  groh:
Allgemeinbeit  Gelegenheit  zur  Beteiligung  geben
  zu  tönnen.  Für  diese  Feste  sin#  alle  Einzelbeiten
  ebenfalls  dem  Arbeitsausschuß  überlasten
  worden.  Als  Alreichen  bei  der  Haussammlung
  gillten  vrei  Eichenblätter  mit  dem
Noten  Kreuz.  Mit  einem  Glückauf  zur  Sammlung
  lonnte  der  Vorsihende  die  einmütig  verlaufene
  Veratung  schließen.  leber  di:  weitere
  Gestaitung  des  Projeltes  werren  wir  unsere
  Leser  auf  dem  Laufenden  halten.  Im
Hmblick  auf  den  Zweck  wünschen  wir  dem  Unternehmen
  den  reichsten  Erfolg!

Kunstausstellung.  Der  Kunstoerein
Nosenheim  eröffnet  seine  8  Aussielll  ung  morgen
  Sonntag  den  10.  Sie  findet  wied:  r
im  Rathaussaale  statt  und  dauert  bis  Sonnlag
  den  I7.  Mai.  An  den  beiden  Sonntagen
ist  der  Zutritt  frei.  Die  Ausktellung  isl  Sointags
  von  10  bis  12  und  von  1  bis  5  Uohr,
an  den  Wochentagen  von  1  bis  5  Uhr  geöffnet.

Feuerwehrübungen  sinden  Sonntag
den  10.  und  24.  Mai,  jeweils  nachm.  1  Uhr
statt.  Die  Mitglieder  der  Pflichtfeu#rwehr  haben
  sich  hiezu  nachm.  1  Uhr  beim  Feuerhaus
in  der  Kaiserstraße  auwßzustellen.  Vom  Erscheinen
  entschuldigen  nur  notorische  oder  durch
ärhtliches  Zeugnis  nachgewiesen:  Krankheit  oder
andere  triftige  Gründe,  welche  glaubhaft  gemacht
  werden  müssen.  Die  Entschuleigungsgründe
  sind  längstens  am  zweiten  Tage  nach
der  Uebung  beim  Einwobnermeldramt  (Nathaus
Zimmer  Nr.  14)  schriftlich  anzubringen  und  ihre
Glaubwürdigk-it  nachzuweisen.  Ungenoue  Angaden
  wie  3.  B.  die  beliebte  „geschäftliche  Verhinderung“,
  durch  welche  verschiedentlich  Plichtige
  seit  ihrer  Einteilung  in  die  Mlichtfenerwehr
  sich  jahrelang  von  den  Uebungen  fernzuhalten
  suchten,  genügen  hier  nicht,  weil  sich  jeder

 

Wesenl#elAg

während  der  lurzen  Dauer  der  Uebung  leicht?
vertreten  lassen  kann.  Fernbleiben  von  den
Uebungen  ohne  rechtzeitige  oder  genügende  Entchuldigung
  wird  mit  Strafe  geahndet.  An  den
Uebungen  nimmt  auch  die  freiwislige'  iWrue
wehr  teil.  Jede  Kompagnie  stellt  sich  vor
dem  Kompagnie-Feuerhaus  auf.

Sonderzüge  auf  der  Bahn  Nosenheim-Frasdorf.
  Bei  günstiger  Witterung
mird  die  neu  eröffnet:  Strecke  morgen  Sonntag
  starlen  Besuch  erhalten.  Infolgedessen.
werden  morgen  zwei  Sonderzüge  eingelegt.  Der
eine  geht  in  Rofenheim  nachmittags  2  Uhr  ab
und  trifft  um  3.14  Uhr  in  Frasdorf  ein.  Der
zeite  Sonderzug  geht  von  Frasdorf  nach  Rosenheim,
  und  zwar  Frasdorf  ab  7,05  Uhr
abenda,  Acherting  7.12,  Achenmühle  7.  20,  Samerberg
  7.25,  Rohrdorf  7.34,  Thansau  7.45,
Landl  7.54  und  Rosenheim  an  6.  O  Uhr  abende,
so  daß  hier  der  Anschluß  nach  allen  Nichtungen
  noch  erreicht  wird.  Der  ursprünglich  anOügelündigte
  Sonderzug  Frasdorf  ab  8.30  Uhr
ise  also  durch  diesen  Zug  ersetzt.  Wir  machen
daher  eigens  Dierauf  aufmerlsam.  Biide  Sondersüge
  halten  auf  allen  Stationen.

Der  ersite  Zug,  welcher  heute  früh  aus
Fraedorf  eintraf.  war  nicht  schlecht  besetzt.  Er
brachte  etwa  5  Passagiere.  Bei  besserem
Wetter  wäre  wohl  cine  stärlere  Frequenz  zu
erwarten  Zewesen.

Aenderung  von  Postzustellbe  ezirien.
Vom  9.  Mai  1913  an  werden  die  Ortschaften
  Achenmühle,  Aichen,  Buch,  Enrtöuch,
Eßbaum,  Guggenbichl,  Hitzenbichl,  Höhenmoos,
Hofmühle,  Halling,  Kirnbach,  Loch,  Ostertam,
  NRanhardstetten,  Speckbach,  Taffenreuth,
Thalham,  Ziehen,  Esbaum,  Haslach,  Immelberg,
  Lanterbach,  Schaurain,  Fadenberg,
Geiging,  Gmein,  Hagelmühle,  Leitner  am
Berg,  Ober-,  Unterapfelkam,  Nohrdorf,  Sachsenkam,
  Sinning,  Sonnenleiten,  Thalmann,
Wolfspoint  vom  Zustellbezirke  der  Posiagentur
Neubeuern,  die  Ortschaften  Heft  und  Tinning
vom  Zustellbezirke  der  Postagentur  Söilhoben
und  die  Ortschaften  Schlipfing,  Spreng  und
Tiefenthal  vom  Zustellbezirke  der  Poftagentur
Stesanskirchen  abgetrennt  und  dem  Zustellbezirle
  der  künftigen  Postagentur  Achenmühle
zugewiesen.  Außerdem  werden  die  beiden  Einöden
  Ober=  und  Unterprienmühle,  bisher  zum
Zuslellbezirke  des  Postamtes  Aschau  bei  Prien
gehörig,  dem  Zustellbezirke  der  Postagentur
Frasdorf  zugeteilt.

Das  Leiberfest  auf  dem  Wenoelsie
  in,  welches  die  Münchener  Leibervereinigung
  veranstaltet.  ist  verschoben  worden.  Ursprünglich
  sollte  es  heute  und  morgen  Sonntag
stannsinden.  Wegen  der  ungünstigen  Witterung
murde  es  jetzt  auf  Samstag  den  16.  und
Sonntag  den  17.  Mai  verlegt.

Stiftungsfest.  Der  Veterauen=  und
Krieger-Vercin  Pfassenhofen  fciert  morgen
Sonntag  sein  Stistungsfest.  In  der  Hauplache
  spielt  sich  die  Feier  im  Estererschen  Gaithuns
  ab.  —  Der  Raodfabrerverein  „Windthorst“
Pang  begeht  ebensalls  morgen  Sonntag  fein
ersies  Stiftungsfesl.  Er  hat  ein  abwechslungsreiches
  Programm  daiu  sestgestellt.

Schülerkonzert.  Das  Prioat-Musik-Institut
  Rosenheim  veranstaltet  morgen  Sonntag
  das  fünfte  Jahres-  Schüler-  Konzert.  Es
lindet  nachmittags  3  Uhr  im  Saale  des  kalh.
Geiellenhauses  stalt.

Bad  Leonhardspfunzen,  Die  Badeanstalt
  des  Waldrestaurants  Leonhargpiunzen
L  ieit  dem  1.  Mai  wieder  eröffnet.  s  dor
lige  Wasser  ist  ärztlich  bestens  enpfohle,  in
Nosenheim  selbst  aber  noch  vielfach  unbelannt
oder  wieder  in  Vergessenheit  gerate  n.  Schattii—
de  Wege  führen  zum  Bad,  den  Inn  entlang,
mil  Ausklick  auf  dir  Gebirgskette.  Für  Ersrischungen

  nach  dem  Vade  ist  im  Restaurant
oan  gesorgt.  Auch  Sommergäste  sinden  dort
angenehmen  Aufenthalt.

Die  Münchener  Blumenschau  wird
als  die  größte  und  schönste  Blumenausstellung
geschidert,  l##i#e  je  in  München  stattgfunden
bat.  Die'  grof.  zn  Hallen  im  Ausstellungspark
auf  der  Trereiienwiese  Nsind  durch  Gärtnerhend
in  einen  duftenden  Blumenhain  ve  rwandelt.

Der  Besuch  der  sehenswerten  Schau  sei  jedermann
  empfoblen.  Morgen  Sonntag  den  10.
Mai,  abenos  6  Uhr,  wird  die  Ausstellungzwieder
ge  schiofsen.  Von  den  nach  Rosenheim  gefallenen
  Preisen  haben  wir  Näheres  schon  mitgeleilt.
  Eine  Ergänzung  sei  noch  über  die  Erselde
  nachgetragen,  welche  Herr  Bezirksgärtner
Weseemeete  errungen  hat.  Aus  dem  offiziellen
  Preisverzeichnio  war  der  eigentliche  Sachverhalt
  nicht  ersichtlich,  da  die  Namen  Westermeier
  und  Westermayer  zu  lesen  waren,  während
  die  Ortsangabe  zum  Teil  fehlte.  Deshalb
  teilen  wir  die  Preise,  welche  Herrn  Bezirlsgärtner
  Westermeier  zugefallen  sind,  wie
solgt  mit:  Ein  erster  Preis  (#0  Mk.)  für  Kerilüierte
  Früchte  und  Gemüse,  ein  erster  Preis
(30  Mark)  für  eine  reichhaltige  Kolleltion
tadellos  überwinterten  Tafekobstes  un  ein
zweiter  Preis  (20  Marl)  für  eingekochte,  nicht
sterilierte  Früchte  und  Gemüse.  Nochmals
unsere  Anerkennung  für  diese  erfolgreiche  Konkurrenz!


Preuh.-  Suddeutsche  Klassenlotferie.
  Die  Ziehung  Klasse  (Hauptziehung)
  begann  gasteug.  vnn  Rueib  bis  4.  Juni.

 

Sonnfag,  10.  Ma#  1914
Um  den  Spielern  Helegendeit  zu  geben,  sich
über  den  Stand  ihrer  Lose  zu  informieren,
lind  an  den  Lotterietontoren  Telegrammtafeln
angebracht,  an  denen  sämtliche  am  vorhergegungenen
  Tage  gezogenen  Nummern  angeschlagen
  sind.

Cin  reiches  Schwammerl  jahr  solr
beuer  in  Sicht  sein.  Wenn  die  feuchtwarme
Willerung  anhält.  glaubt  man,  daß  schon  in
der  zweilen  Maihälfte  Mengen  von  Schwammerin
  auf  den  Markt  gebracht  werden.

Die  drei  Eisheiligen  verzeichnet  der
Kalender  von  Montag  den  11.  bis  Mittwoch
den  13.  Mai.  Als  Nachhut  des  Winters  sollen.
die  drei  gestrengen  Herren“  Kälterückfälle  bringen


Der  Posromnibus  dach  Törwang#
am  Freitag  letztmals  gefahren.  Er  wurde  jedoch
  nicht  von  Postillon  Valentin,  sondern  von
Posiillon  Johann  Reuter  geführt.  Postinon
Valentin  befährt  die  Strecke  nach  Söchtenan
und  wird  uns  nach  wie  vor  also  mit  seinen
Posthornmelodien  erfreuen.

Vermißt.  Am  15.  April  ds.  IJs.  hat
der  17  Jahre  alte  Taglöhnerssohn  Stefan
Scherer  aus  Perlach  bei  München  Leine  ellerliche
  Wohnung  verlassen  mit  der  gegenüber
seinem  Vater  ausgesprochenen  Absicht,  in  die
Gegend  von  Rosenheim  oder  RKufstein  zu  geben,
  um  dort  Arbeit  zu  suchen.  Zu  Bekannten
  hingegen  äußerte  er,  zur  Fremdenlegion
gehen  zu  wollen.  Seither  sehlt  von  ihm  jede

Spur.  Sachdienliche  Mitteilungen  werden  an
die  K.  Polizeibireltiom  München  erbeten.
Sitelichkeitsverbrechen.  In  lehter

Zeit  scheinen  sich  die  Fälle  zu  mehren,  da#  Sittlich

  leitsverbrechen  versuckt  werden.  Erst  vor  einigen
  Tagen  in  ein  Dienstlnecht  dieserhalb  verhaftet
  worden.  Jetzt  ist  abermals  eine  Verhaftung
  wegen  des  gleichen  Verbrechens  erfolgt.
Sie  galt  einem  75jährigen  Binder  aus  Ma
burg,  der  das  Verbrechen  im  Salingarten  beging.
  Im  gleichen  Verdachte  stand  ein  Mann,
oer  auf  dem  Klosterweg  beobachtet  und  zur  Anzeige
  #ebracht  wurde.  In  der  Hauptsache  soll
es  sich  um  Kinder  handein,  welche  die  Wüstlinge
als  Opfer  sich  aussuchen.

Ein  schwerer  Diebslahl  wurde  in  Anger
  bei  Reichen  all  ausged.  dl.  Der  beim  Stranen=
  und  Flußbauamt  Rosenheim  beschäftiute
Banführer  üund  Vorarbciter  Ernst  Flatscher  vo#n
Anger  hatte  in  einer  verschlossenen  Kassette
500  Mk.  Vargeld  ausbewahrt.  Am  2.  Mai
wurde  die  Kasselte,  die  aus  dem  Tisch  einer
Bauhütte  stand,  mit  einem  Nachschlüssel  geöffnet
  und  das  Geld  herausgenommen.  Hoffentlich
  gelingt  es  der  Gendarmerie,  den  Dieb
auefindig  zu  machen.

Gefunden  wurde  ein  Zwicker.  Er  kann  im
maianchen  Geschäftszimmer  Nr.  2  abgebeit
  werden.

PFreise  im  Königsschießen  der  kol.
priv.  Feuerschützengesellschaft.

Rosenheim,  9.  Mai.
Fesischeibe  „König  Ludwig“.  1.  Karl  Kellerbauer,
  Berchtlesgaden,  59  Teiler;  2.  Max  Weimann.
  Landsberg,  116;  3.  Josef  Moriß,  Grafing,
  119;  4.  Haus  Höflschweiger,  Geifenhausen,
  142;  5.  Nichard  Lindenthal,  Braunau,
128;  6.  Hans  Lochbichler,  München,  156;  7.
Chrifsroph  Lemmer,  Bad  Tölz,  172;  8.  Frz.
Kirschner,  Grafing,  204:;  9.  Josef  Hermann,
München,  261;  10.  Stefan  Arnold,  hier,  263;
I.  Max  Lang.  Haag,  296:  12.  Seb.  Löffler,
  hier,  298;  13.  Franz  Hausladen,  München,
  30312:  14.  Ferd.  Weiler,  hier,  329;
15.  Karl  Lindner,  München,  366;  16.  Jesef
Sträußl,  Gmund,  377;  17.  Georg  Barth,
Landshut.  5#1:„  18.  Ludwig  Keil,  Speckbachmühle,
  382;  19.  Josef  Wittmann,  München,
396;  20.  Nudolf  Ereiner  hier,  396;  21.  Mar:
tin  Stgloher,  Au  b.  Aibling,  404;  22.  Georg
Merl.  Dorf  Kreuth  40512;  23.  Josef  Ebner,
Deggendorf,  406;  23.  Simon  Wagner,  Marauartstein,
  406;  25.  Lorenz  Liegl,  Traunstein,
415;  26.  Walter  Thor,  München,  422;  27.
Franz  Ritzl,  Fügen,  433;  28.  Alfons  Wallner,
  hier,  442;  29.  Ludwig  Eder,  Jenbach
(Tirold.  453;  30.  Ludwig  Thaller,  hier,  454;
I.  Anton  Namsl,  Steinhöring,  461;  32.  Eg.
Lechner,  Nürnberg,  83;  33.  Eugen  v.  Da
Armi,  fenningbach  4  34.  Mar  Oswald.
Bi#r,  477;  35.  Max  B  Landsberg,  490;
36.  Pantaleon  Reiter,  Brannenburg,  500;  37.
Hans  Mayer,  Altötting,  502½;  38.  Gor  tl.
BärwatzIr,  Trannstein,  527;  39.  Neumayer
#zun.,  Sachrang,  527;  40.  Dooid  Schray,  hier,
527:  41.  Ceorg  Loichinger,  hier,  530;  42.  Anton
  Kopfmiller,  Pasing,  530;  43.  Emil  P
moyr,  Traunstein,  531;  44.  Hans  Schmidt,
Altötting,  535;  45.  Dr.  Bilker,  Feldkirchen,
538;  46.  M.  Schäffler,  r-**  542;  37.
Gg.  Mooslechner,  Junzel  5%  8  *
Ritzl,  Fügen,  596;  49.  Albert  Keßler,  r*.
605;  50.  Walfg.  Loktwerge,  Namsan,  615
51.  Karl  Weigl,  München  6  J.  Pren:
ninger,  Teisendorf,  627;  "55#  Wde  Niedl,
Kusstein,  654;  54.  Hons  Mayer,  Neubeuern,
670;  55.  Emil  Reitzenstein,  Mühlhausen  W##
675;  56.  Wilhelm  Schneider,  he  3
57.  Angust  Klepper,  Brannenburg,
Heinrich  Aschl,  Bergen,  709;  59.  ehr  —00
Egloffstein  Neubeuern,  725;  60.  Herrn.