Full text : deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

Rosenheimer  Anzeiger

 

 

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oroiptndert  ##  N#  Ro.  72,  Injeraien  ·  Ablesluug  ##.

 

Mr  (anrti  Aus

 

 

N###er  244  .  Kalh.:  Johann  v  K,  Severin

Ein  neuer

die  Reiegslage.

WTE.  Großes  Hauptg  uarti
21.  Clteber.

Westlicher  Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe  des  Kronprinzen
NRupprecht  von  Bayern.

Ostende  wurde  von  See  beschossen;  in  der
Stadt  entstand  Häuserschaden.

In  der  flandrischen  Landfront  blieb  bei  starlem
  Dunst  bis  uun  Abend  die  Feuertäligkeit  eingeschränkt.
  Vor  Einbruch  der  Dunlelbeit  ver
flärite  sich  das  Feuer  an  der  Küfte  bei  Dirmuiden
  und  in  einigen  Abschnitten  des  Hauptlamp
  feldes.  Mehrfach  verstohende  Erlundungsabteilungen
  der  Gegner  wurden  verlustreich  zurückgeworfen.


Heeresgruppe  Deutscher  Kronprinz.

Nach  nebligem  und  daher  etwas  ruhigerem
Morgen  iteigerte  sich  bei  mittags  besser  werdender
  Sicht  die  Artillerieschlacht  von  Vauraillon
hie  Brane  wieder  zu  größter  Heftigkeit.  Zie
dauerte  unvermindert,  vielfach  zum  Trommel
seuer  auschwellend,  auch  während  der  Nacht  an.
Größere  Angriffe  sind  bisher  nicht  erfolgt.

Vei  den  übrigen  Armeen  blieb  die  Gesechtetäligkeit
  meist  gering.

Die  Fliegertätigkeit.
Neun  seindliche  Flieger  wurden  abgeschossen.
Cestlicher  Kriegsschauplatz.

Auf  der  Jusel  Dagö  ist  die  Ostlüste  ven
unseren  Truppen  erreicht;  Streifabteilungen
durchdringen  das  Innere.  Bisher  sind  mehrere
lundert  Gefangene  gemeldet.  Die  zwischen  der
Insel  Moon  und  dem  Festlande  gelegene  Insel
  Schildau  wurde  von  uns  besetzt.

Die  russischen  Serstreitiräfte  haben  den  Moonlutd
  nach  Norden  verlassen  unter  Preisgabe  des

5  der  „Slava“  und  von  vier  auf  Strand
g  2  Dampfern.

Von  der  russisch-rumänischen  Landfront  ist

nichts  von  Bedeutung  zu  berichten.

Mazedonische  Front.

Im  Gebirgestodck  zwischen  Slumbi-Tal  und
Ochrida-See  griffen  gestern  nach  kräftiger  Feuervorbereitung
  starke  französische  Kräfte  an.
Deutsche,  österreichisch-  ungariche  und  bulgarif  che
Truppen  brachten  durch  Feuer  und  im  Gegensioß
  den  feindlichen  Ansturm  zum  Scheitern.

Oestlich  des  Ochrida-Sees  sowie  vom  Prespa-See
  bis  Cerna  und  auf  beiden  Wardar-Ufern
hat  die  Kampftäligkeit  der  Arlillerien  merklich
zugenommen.

er,  den

Der  erste  Generasauartiermeister:
Ludendorff.

Abenöbericht.
WTB.  Berlin,  21.  Oktober.
In  Flandern  lebhafte  Artillerietätigkeit.
Woroostich  von  Soissons  stärkster  Feuer
’f

Die  Insel  Dagö  ist  ganz  in  unserer  Hand.

In  Mazedonien,  westlich  des  Ochrida-Sers
und  nordwestlich  Monastir,  für  uns  erfolgreiche
Teilkämpse.  1

 

 

 

 

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#  ###  ####ah##s  von.  Angeigen,  Neklamen  und  Bellagen  erfolgt  durch  dle
.  Atlenhein,  Mürchen.  Krahers.  verin

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Amtlichen  Publik#a#fflons-Oegan

Dienstag,

23.

Oktober  1917

Rosenheimer  Tagblakt

Prot.:  Severin  63.  Jahrannz

großer  Zeppelinangriff  auf  England.
Das  Schicksal  der  nach  Frankreich  verschlagenen  Luftschiffe.
Das  Ergebuis  des  deutschen  11-Boot-Krieges.  —  Die  Jusel  Dag  ganz  in  unserem  Besitz.  —  Räumung  von  Kronstadt

Kilegsergebussse  im  Weslev.

Die  von  unseren  Truppen  itandfeit  und  kühn
gel.  allene  Hrom  un  Westen  hüt  eine  Gesanitlänge
von  605  Kilometern;  davon  enifallen  545  Kila
meter  auf  den  französische  iu  und  1  Kilometer
auf  den  englischen  Gegner.  Das  ungeheute
Ringen  spielt  sich  zum  weitaus  größten  Teil  auf
belgisch  französischem  Boden  ab.  Deutschlaue
hält  besetzt:  10  220  Quadratlisometer  franzüs
schen  und  28000  Onadratlitometer  beigische.:
Bodens,  inseiamt  1J3200  Quadraililometer.
Dagegen  hat  Franireich  im  äußersten  Süweste#n
von  Eisaß  nur  000  Ouadrattilemeier  deutshen
Vodens,  und  zwar  meist  Gebirgs!and,  zurzeit  in
Besig.  Den  gewaitigen  Gebieten,  die  wir  im
Westen  den  Feinden  abgenommen  haben,  entspricht
  unsere  ungeheure  Veute  an  Gefargenen
und  Kriege  material.  An  Gefangenen  habei
wir  ibis  zum  10.  August  1017  51397  En  Kän!
der  und  102  791  Franjosen  einbringen  lonnen.
  Dazu  haben  wir  2413  franzöffssche  u.  eiiglische
  Geschütze  ebis  zum  26.  Jui  1317  ersbert.
Die  Zahl  der  Masch  nengewehre  iit  auch  ni.i.t
annäl)ern  fesizustellen,  da  fiz  an  der  Front  meistens
  sosort  gegen  den  Frind  verwendet  werden.
Nichts  beweist  deutlicher  die  verlunreiche  Obnmacht
  unserer  Gegqner,  die  zu  ihren  Etainn
gen.  Hosfiungen  und  ulunfte  vabsichten  in
schresstem  (begenfsatz  steht,  als  dilse  nn##en  Ziffern!


der  umps  zar  See.
II.=  Boot  =  Beutec.

WIB.  Beilin.  21.  Oktolher.  Eisnes  umerer
U  Brote,  Kommandant  Kopitäntlentnant  Jeß,
nernichtete  an  der  Westlüste  Englands  neuerding
  sechs  Dampfer,  einen  Segier  und  F  wei
Fischerfahrzenge  mit  rund  33.000  Bruttoregier-Tonnen.


Ein  amerikanischer  Transport=Dampfer
  versenkt.

Das  Kriegsdepartement  in  Washington  leilt
mit,  daß  der  amerikanische  Transport-  Dam;  **l*v'
„Antilles“  (6878  Bruttoregistertonnen  am  17.
Oltober  in  der  enropäischen  Kriegstone  torpediert
  und  versenkt  wurde.  Das  Schiff  war  auf
der  Heimreise  begriffen.  Von  den  167  Personen
an  Bord  sind  15  ertrunken.  Das  UBook  blieb
unsicktbar.  Die  Armee-  und  Marincofsiziere,
die  lich.  an  Bord  befanden,  wurden  gerettet.  Von
den  Schif  scffizieren  si  id  3  umgekommen.  ven  den
33  Soldaten,  die  an  Bord  waren,  16.

Der  Lalkllen

Schwerer  Luftangriff  auf  England

WIINB#Berlin,  21.  Oktober.  In  der  Nacht
vom  19.  zum  20.  Oktober  griff  ein  Marinelustschiffgeschwader
  England  besonders  erfolgreich
  an.  Mit  rund  26  000  Kilogr.  Bomben  wurden
  die  Industrieanlagen  folgender  Plätze  belegt:
  London,  Manchester,  Birmingham,  Nottingham,
  Derby,  Lowestoft,  Hull,  Grimsby,
Norwich  und  Mappleton.  Gute  Spreng=  und
Brandwirkung  wurde  überall  beobachtet.  Luftschisflommandant,
  Kap.-Leutn.  Frhr.  Preusch  v.
Buttlar.-Brandenfels  führte  mit  seiner  bewährten
Besatzung  den  14.  Angriff  gegen  England,  davon
  vier  gegen  London.  Auf  dem  Rückmarsch  ron

der  glänzend  durchgesührten  Unternehmung  gerieten
  vier  Luftschifse  unter  der  Führung  ihrer
ceprrbten  Kommandanten,  der  Kapiläuleulnan
le  Ztal  U#r,  Kolle.  Ganer  (Hano  u.  Schwan
der,  infalge  außergewöl  nlich  starter  Windverjetzung
  und  dichten  Nebels,  der  eine  Orientie;
rung  unmöglich  machte,  über  das  framosische
Anpebiet  und  wurden  dort,  wie  aus  fran
rölishen  Nachrichten  hervorge#t.  abgeschoffen
oder  zur  Landung  gJ  wungen.  Niheres  über  das
"  vitisal  der  einelnen  Schifie  und  der  Besanzn.
en  in  zur  ze  1  noch  nicht  belanm.

ei-  fic  nzösisch?  De#swörurg

gegen  die  Schweiz.

Der  SZchweißzer  Polizei  üt  es
franz.  Zpionageerga:  L
tennnen,  deren
manung  aller
gen  beiland.
schen  Spinel  l..
ten,  in  der
u  schuren

   

gelit:  igen,  einer
ion  au  die  Spur  izu
Au;  gobe.  in  der  genauen  Uceberschwein
  izer  schen  Truppenbewenun
Die  Olgaussation  der  fran  fiadite
  uerlle  Derhin  Anmeiseng  erhal
Schweiz  die  reroiullonare  Bewegung
und  durch  Sabetageatte  aller  At

  
 

die  Verterdigunge  kraft  der  Eisgenoise  uschaft  zu
wi  begreifli  her
wein

Trotzdem  die  Poli#-meise
  tiefes  Tchweigen  bewahrt.
en  Kreisen  belanm,  daß  s#h
ilitaranachee.N  in  Bern
#Kn#ul  in  Lausanne  als  die  gesitigen  Leiler  der
Organisation  schwer  lompromittiert  haben.

Die  Enteme  treibt  es  schon  koll.  Wison
steckt  Schweizer  Bürger  in  die  Reihen  der  ame
bilanischen  Armee.  Zugleich  bedroht  er  vien
Schmeiz  wie  die  übrigen  auf  uberseeische  cin
fulr  angewiesenen  europänschen  Neutralen  mit
Auel  ungerung.  Frankreich  aber,  der  vie  igelie  bte
Nachbar  der  Weitjchweir,  schickt  sich  an.  Jerser
zungskeime  in  die  Schweiße  zu  tragen  u:  (rd  die
Verleidigungs  bkraft  des  Landes  zu  lähmen.
Was  dann  weiter  der  Frühlings  Feldzug  brin
gen  soll,  der  nach  den  Planen  der  Enteme  mit
einer  allgemeinen  Osfensive  der  Alliierten,  an
der  sich  auch  das  in  Frankreich  zu  versammelnde
amerikanische  Oilfsheer  zu  beteiligen  härte,  in  llar
und  braucht  hier  nicht  näher  ursesmeruersesa
zu  werden.  Es  ist  ans  die  Vorbereitung  eine:
Einbruchs  in  die  Schweiz  abgesehen.  Dieses
wissen,  wird  den  Schweizern  genügen.  um  mit
allem  Nachdruck  gegen  die  hrchverraterischen
Treibereien  einzugreifen,  deren  Herd  in  der
französischen  Botschaft  in  Bern  und  im  Kon
sulat  zu  Lausanne  zu  suchen  is.

Die  Etoberung  der  dallschen
Inlel

4

vernichtenl.

 

„Daily  Cronicle“  schreibt:  Nach  den  deutschen
Berichten  lag  die  Leitung  und  Verleidigung
Oesels  hauptsächlich  in  englischen  Händen.  Wie
ein  Gibraltar  liegt  Oesel  in  der  Ostsee.  Cin  erfolgreicher
  Großkampfschifsangriff  auf  einen
stärtsten  Typ  von  Kuftenverteidigungsanlagen
ist  etwas  vollkommen  Neues  auf  dem  Gebiete  des
Seelampfes.  Wenn  die  Deutschen  imstande
wären,  dergleichen  in  der  Ostsee  zu  wiederholen,
wenn  es  ihnen  paßt,  würde  ihnen  vieles  dort
bisher  schwierig  Scheinende  leicht.  Das  unmittelbare
  Ergebnis  der  Eroberung  Oesels  ist  die  Les
nung  des  Rigaischen  Meerbuseno  und  an  sich
schon  ein  Ereignis,  bedentend  genug,  um  die

 

und  Baltischport.  —  Das  Kabinett  Painleve  vor  dem  Sterben.

 

Oeseloperationen  zu  rechtfertigen.  Weiter  in  die
IZutunft  zu  sehen.  itt  unmoglich,  da  bald  der

  

 

Frost  die  Oftier  has  *  sehlieen  wird.  Es  wäre
#sehwerlich  Jeil,  die  Ö  ste  io  der  Neval  hinaus
aus  udehr  sen.  Die  Deutichen  werden  sich  also

wohl  mit  dem  Vesfin  des  Rigalschen  Meerbusens
begnügen,  nichtedeoweniger  sreilt  das  im  letzten
Grunde  eine  Bedrohung  Vetersburgs  dar.  Der
Wert  Nigas  für  die  Deutschen  als  vorgeschobene
Basis  wird  dadurch  erheblich  gesteinert.

Der  #.,  Secolo“  erfährt  aus  Petersburg,  dasß
durch  die  ermurtelen  weiteren  Aitioren  gegen
Reval  die  12.  rüsfüiche  Hecresgrunpe  in  der
Flanke  bedroht  merde.  Sie  durite  jich  auf  die
mie  Nepal  Tapfel  Prunu  Narash  Furückgih
  n.  Auch  die  nordötmiuch  von  Riga  flehenden
rustihen  Truppen  murden,  wmie  man  vermute,
den  Ruckzug.  und  zwar  gegen  Wenden  Walk,
autreten,  w##s  gleichbedenend  sei  mit  dem  Nachgeben
  des  Drusles  auf  die  bei  Dunaburg  sichenden
  gegnerischen  Krafte.

die  Borgäuge  in  Aeßzlaud.

 

Die  Fricdenssirömung  in  Rußland.  '
Dar  rssisäoc  Ko#toekibie#t  #hl.  naß  dem
klerlurte  otrifrondeulen  de  orri

rbuhser  K#trelrondenten  des  „Corriere

derla  Sera“,  en:  nühe:  der  Op#tion  der  Ma- 



rimabten  ver  EIIIIE
ient  sei  firenr  9  ze  unsteln  urt  er  den  Einfuuß
  der  Eurrchinen  ger##ien,  die  alle  ihre
Kraste  zum  Stn  der  Regirrung  und  zur  Durchfulung

  il  rer  alten  Ferderung  nach  sofor  tigen
Friedensverhandlungen  aufraffen.  Der  neue
Präsident  der  Seowiet,  Konl  erkärte  bei  Ue-Antes.
  de  Masienbewegung
NAgierung  werse  einen  neuen  Abder
  rusiirhen  Renolmtion  einleiten.

bhernahme  seine:
gegen  die
schnin  in
Verle
E—  ierung  nach  Moskau.
uteige  Räumung  Petersburgs  will  sich  die
rusfische  Neg:  erung  nacin  Mo  dia  begeben.  wo  sie
sih  um  Krem  einillten  wird.  Man  glaubt,  daß
die  verfasiunggehbende  oesunn  ebentalls
in  Morian  S'#  nehimen  wird.
Auflöfsung  der  Duima.

Da  die  Wahlen  für  die  veriawiungarhende
Versammiung  auf  den  25.  November  anbrraumt
sind,  versaate  die  vori  ae  Regierung,  daß  die
vierte  Duma  aufzulösen  ill  und  die  Mandate  der
Algeerdnete  ELEIIIII
Eröffnung  des  rufsischen

Vorparlaments.

Am  Samstag  wuürde  in  Petereburg  durch  eine
Rede  Kerenslis  das  Vorparlament  eröffnet.
Zum  Präsidenten  wurde  mit  einer  Mehrheit
ven  228  der  Vorsitzende

K

228  Slimmen  Aulsentiew,
vom  Vollz  zugsausschuh  der  Vauernvertreter,  gewählt.
  Das  Vorparlament  beschloß,  bis  zur
Ausarbeitung  eigener  Saßungen  die  der  Duma
zu  befolgen:  darauf  fand  die  weitere  Burcauwahl
  statt.  Der  mar#'malsstische  Vorsitzende  des
Arbeiter-  und  Soldatenrates  von  Petersburg,
Trotzly,  griff  die  Regierung  heftig  an  und  erklärte,
  die  Maximalisten  lönnten  weder  mit  der
Regierung  noch  mit  dem  Vorparlament  zusammenarbeiten.
  Er  verlasse  es,  um  den  Arbeitern,
Soldaten  und  Bauern  zu  jagen  daß  Petersburg,
  die  Nevolution  und  das  Voll  in  Gefahr
seien.  Mit  ihm  vertießen  alle  Marimalisten  unler
  Hochrufen  auf  einen  ehrenvollen  demokratischen
  Frieden  die  Sitzung.