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die Unparteilichkeit des Historikers erfordert, Theil und
Gegentheil zu hören, weil Hontheim die Liebe zu seiner Partie
oder die Furcht vor seiner Partie vielleicht oft auch nur zu
Verschweigung gewisser Nachrichten bewogen haben kann, die
doch zum unparteiischen Ganzen der Geschichte unentbehrlich
sind. Wäre man einmal durch eine solche Vergleichung alles
desjenigen, was oft in gegenseiligen Deduktionen erinnert
worden ist, durch eine überhaupr strengere Prüfung der ältesien
Urkunden unsrer Stifter in der Bezweiflung oder Bekräftigung
der Glanbwürdigkeit dieser Urkunden weiter sortgerückt:
so könnte man alsdann auch das allgemein Brauchbare von
dem minder allgemein Brauchbaren desio getrosier trennen.
Manche Urkunden haben gleichsam bloß einen Lokalnutzen, sie
dienen bloß zum Erweis der Gerechtsame, welche der Vischof,
welche das Klosier auf gewisse Güter oder Gesälle hat; dem
Historiker selbst kann es oft sehr gleichgültig seyn, ob hier
dem Bischof und seiner Kirche wieder ein paar Mansi geschenkt
worden oder nicht, er überläßt es dem Geographen des mittlern
Zeitalters, vielseicht aus dieser Schenkungsurkunde ein
paar Bemerkungen zur richligern Bestimmung eines alten
Gaues zu nebmen, oder dem Germanisten, sich neue Beispiele
zu bekannten Säten oder Proben bisher unbekannter Rechte
und Gewohnheiten daraus zu sammeln: für ihn aber sind sie,
sobald seine Arbeit in's Algemeine gehr, bei weitem minder
branchbar, besonders wenn sie oft so mangelhaft abgedruckt
sind, wic z. B. bei weitem der größte Theil in Meichelbeks
Geschichte des Freisingischen Stists. Wie Alles, auch in der
gelehrten wir fu ber ungelebrten Welr, seine Perioden und
Marorismen hat, so war einmal eine Zeit, wo man Alles,
was man von alten Urkunden und Briefen auftreiben konnte,
sast ohne Unterschied drucken ließ; man ging recht darauf aus,
etwas drucken zu lassen, das noch nie gedruckt worden wäre,
man überhäufte die Welt z. V. mit einer Menge von alten