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9. Nachweis und Bestimmung der Salizylsäure.
Zur Erkennung und Bestimmung der Salizylsäure in Lebensmitteln wird fast
allgemein die rotviolette Färburg, die diese Säure mit Eisenchlorid ergibt, herangezogen.
Zuvor muß jedoch die Salizylsäure von anderen Stoffen getrennt werden,
was durch Ausschütteln mit organischen Lösungsmitteln meist leicht gelingt.
Auf das Ausschütteln organischer Säuren mit Lösungsmitteln läßt sich im allgemeinen
nicht der Berthelotsche Verteilungssatz anwenden, nach welchem die
Konzentrationen der gelösten Stoffe in den beiden Phasen — unabhängig von dem
Gesamtgehalt — in einem konstanten Verhältnisse stehen. Die Konstanz des
Teilungsverhältnisses gilt nur, soweit die Konzentration des undissoziierten Anteiles
der Säure in Rechnung gesetzt wird; dieser läßt sich jedoch nicht in einfacher Weise
aus der elektrolytischen Dissoziation berechnen, zumal die betreffenden organischen
Säuren sich häufig bis zu einem Gleichgewichte polymerisieren. Anders liegen die
Verhältnisse, wenn es sich um neutrale oder alkalische Lösungen handelt, in denen
der undissoziierte Anteil der Säuren verschwindend klein ist, und aus denen sich
daher die Säuren nicht ausschütteln lassen. Dies wird erst ermöglicht durch Erhöhung
der Wasserstoffionkonzentration, also durch Zusatz starker Säuren. Die Ausschüttelung
erfolgt um so vollständiger, je höher die Wasserstoffionkonzentration ist.
Die bei der Bestimmung von Salizylsäure im Essig in Betracht kommenden
Verteilungsverhältnisse sind, soweit sie aus der Literatur bekannt sind, in der Tabelle 1
zusammengestellt. Zu ihrer Ergänzung führten wir noch einige Bestimmungen aus,
deren Ergebnisse in Tabelle 2 niedergelegt sind. Die Versuche wurden folgendermaßen
ausgeführt: 50 ccm einer wässerigen Salizylsäurelösung wurden mit der gleichen
Menge des organischen Lösungsmittels in einem auf 25° eingestellten Thermostaten
einige Zeit durchgeschüttelt. Nachdem die Lösung kurze Zeit gestanden und eine
Trennung der beiden Schichten eingetreten war, wurden je 20 ccm der beiden Phasen
mit 15 Kalilauge unter Verwendung von Lackmus titriert, indem bei jedesmaligem
Hinzufügen der Lauge das organische Lösungsmittel mit dem wässerigen Anteil ausgeschüttelt
wurde.
Tabelle 1.
Verteilungsverhältnis von Salizylsäure zwischen Wasser und Benzol'):
0,0529: 0,0782 bis 0,2584 : 0,9427 bei 10°.
0,0520 : 0,0800 bis 0,4028 : 1,5250 bei 40°.
Verteilungsverhältnis von Salizylsäure zwischen Wasser und Chloroform'):
0,0587 : 0,0884 bis 0,2472: 1,2538 bei 10°.
0,0671: 0,0950 bis 0,6106 : 3,5140 bei 40°.
Verteilungsverhältnis von Essigsäure zwischen Wasser und Äther?).
2,031 :1 bei 0°,
2,211:1 bei 25°.
Verteilungsverhältnis von Essigsäure zwischen Wasser und Benzol?®).
57,6:1 bei 6°,
54,6:1 bei 18,5°.
')W.S. Hendrixson, Beiträge zur Kenntnis der Dissoziation in Lösungen. Zeitschr.
f. anorg. Chemie 18, 78 u. 79 (1897).
”) A. Hantzsch u. Sebaldt, Zeitschr. f. physikal. Chemie 30, 284 (1899).